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Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte

08.10.2012 | 07:25 Uhr
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte

Essen.  Peer Steinbrück stellt sich bei Günther Jauch in der ARD dem Kanzlerkandidaten-Check. Kein leichtes Spiel für den sonst so eloquenten Redner, steht er doch momentan wegen seiner hohen Nebeneinkünfte in der Kritik. Bei Jauch gibt er sich bewusst als SPD-Politiker der alten Schule: Die einfachen Arbeiter unterstützen mit fairen Löhnen, so lautet sein Wahlkampfthema. So ganz abnehmen kann man ihm das nicht.

Demnächst steht bei Ihnen eine Feier zu einem runden Geburtstag an, und die Abba- Coverband aus der Nachbarstadt ist ausgebucht? Dann mieten Sie sich zur Abwechslung doch mal einen Kanzlerkandidaten! Peer Steinbrück gibt es schon ab 7000 Euro , manchmal gibt er auch Rabatt. Wenn Sie so viel gerade nicht flüssig haben, werfen die Gäste vielleicht alle zusammen, wäre doch möglich.

Schon klar, Politik ist eine ernste Sache, die veräppelt man bitteschön nicht. Und Herr Steinbrück hat doch ein Recht auf Privatleben, Vorstandsvorsitzende verdienen zehn Mal mehr als Spitzenpolitiker, das ist auch nicht gerecht, und überhaupt ist Steinbrück kein Alleinunterhalter, sondern wennschon dann ein Experte, der Vorträge zu seinem Fachgebiet hält. Sie haben ja recht. Dennoch mischt sich in alle diese rationalen Erklärungen ein bitterer Beigeschmack wenn man hört, dass die Internetplattform Abgeordnetenwatch.de Steinbrücks bisherige Einkünfte durch seine Reden auf 600.000 Euro schätzt. Und er sogar Bundestagssitzungen geschwänzt haben soll, um anderswo hochdotierte Vorträge zu halten. Na Herr Jauch, da müssen Sie jetzt aber mal nachhaken!

Peer Steinbrück hat nichts zu verbergen: „Ich lege gerne alle Daten offen.“

Aber ein Gentleman wie Günther Jauch weiß, dass man nicht mit der Tür ins Haus fallen darf. Also plaudert er zunächst unbeschwert drauflos und wiegt seinen einzigen Talkgast an diesem Abend in einer gewissen heimeligen Sicherheit. Warum er denn jetzt Kanzler werden wolle, obwohl er doch 2010 in einem Interview behauptet habe, dass dieser Zug für ihn abgefahren sei? Seine Meinung habe sich eben geändert. Was denn Frau Steinbrück von dieser Idee halte? Begeistert sei sie nicht, aber er wolle seine Familie auch nicht in die Öffentlichkeit ziehen, sagt Steinbrück, und trifft mit dieser Maxime bei Günther Jauch vollste Zustimmung. Und als die Zuschauer  auf den Sofas daheim sich gerade vor Langeweile die Sockenfusseln zwischen den Zehen rauspulen, geht Günther Jauch zur Attacke über:  Wie war das jetzt nochmal mit den Nebeneinkünften ?

Nebenverdienste
Steinbrück hält seine Kritiker für „dämlich“

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gerät durch seine Nebeneinkünfte als Redner immer stärker unter Druck. Seit 2009 soll er so mehr als 500.000 Euro kassiert haben. Steinbrück findet, dass er nichts Ehrenrühriges getan hat. Die CSU verhöhnt ihn als "Liebling der Spekulanten".

Da hat Peer Steinbrück, so betont er immer wieder, nichts zu verbergen. Transparenz heißt das Zauberwort. „Ich lege gerne alle Daten offen“, behauptet er , will aber nicht sagen, wie hoch die einzelnen Honorare denn nun wirklich waren. Bei einigen Anfragen, etwa von Universitäten, Schulen oder caritativen Einrichtungen, habe er auch mal ein Auge zugedrückt oder gar nichts verlangt. Andere Vorträge oder Expertenbeiträge, auch in Firmenzeitschriften, ließ er sich hingegen mit mindestens 7000 Euro gut bezahlen. Es könnte aber auch das Doppelte gewesen sei, oder das Dreifache. Dazu möchte Steinbrück aber auch bei Günther Jauch lieber schweigen, laufende Verträge würden dies verhindern. Wer`s glaubt.

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Kommentare
09.10.2012
21:42
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von knueppeljunge | #82

Es gibt keine akzeptable Rechtfertigung.

Die Einstellung von Steinbrück zu Schröder und Agenda 2010 und die von ihm angekündigten Steuererhöhungen werden im Übrigen in einem anderen WAZ-Artikel von heute abgehandelt. Ist über die Suchfunktion zu finden - steht nicht hier offen auf der Seite.

Das Thema Steinbrück wird sich so schnell nicht erledigen - anders als er denkt.

09.10.2012
17:57
Steinbrück muß eine andere Meßlatte akzeptieren.
von albertus28 | #81

zu "Top -Ten der Nebeneinkünftler"
ob nun die restlichen neun Nobodys Nebeneinkünfte haben,oder in China der vielzitierte Sach Reis umfällt,was solls.
Ein andere Bedeutung hat schon die Tatsache,dass ein Kanzlerkandidat der "Partei des kleinen Mannes "Honorarkönig ist,Millionen neben der Haupttätigkeit als MdB verdienen kann.
Man stelle sich vor,einer dieser Herren würde Kanzler-Kandidat,Oppermann,Gabriel und die üblichen Verdächtigne hätten schon Schaum vor dem Mund.

09.10.2012
17:27
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von rally88 | #80

Dem Steinbrück mag ich nicht glauben, so möchte er zukünftig die Steuern für Reiche wieder von 42% auf 49% anheben und andere Kapitalsteuern ebenso erhöhen. Gleichzeitig muß er die Rente möglicherweise auf 43% absenken. Das paßt nicht zusammen, erst laut verkünden und dann unsoziale Wege gehen, einfach unglaubwürdig!
Unwählbar!

1 Antwort
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von Throki | #80-1

Da fragt man sich doch: Wen wählen sie denn als Alternative?
Angie? Läuft ja auch so super im Moment. Rösler & die FDP-Boygroup? Unsozial wäre noch weit untertrieben. Die Grünen? Haben die Agenda 2010 damals auch mitbeschlossen. Und nun?
Oder einfach gar nicht wählen? Dann meckert es sich natürlich auch leichtesten.

09.10.2012
10:29
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von Plem | #79

Die Top-Ten der "Nebeneinkünftler":

Peer Steinbrück, SPD, mind. 698.945 Euro
Michael Glos, CSU, mind. 546.000 Euro
Heinz Riesenhuber, CDU, mind. 380.000 Euro
Rudolf Henke, CDU, mind. 315.000 Euro
Frank Steffel, CDU, mind. 288.000 Euro
Peter Wichtel, CDU, mind. 218.750 Euro
Franz-Josef Holzenkamp, CDU, mind. 213.000 Euro
Norbert Schindler, CDU, mind. 211.000 Euro
Patrick Döring, FDP, mind. 185.400 Euro
Michael Fuchs, CDU, mind. 155.500 Euro

abgeordnetenwatch.de
http://blog.abgeordnetenwatch.de/2012/10/08/spitzenverdiener-im-parlament/

2 Antworten
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von Plem | #79-1

PS: Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, Peer "Verquer" Steinbrück ist in der falschen Partei!

Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von woelly | #79-2

Das besagt noch gar nichts, außer, dass nur Steinbrück Honorarkanzler werden will.

09.10.2012
09:31
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von horo | #78

wohlzufrieden | #65
ihre linken genossen auch nicht!!!!!!

09.10.2012
09:05
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von Solo6 | #77

Das ist typisch für unsere Politiker.Ich kann mich gut daran erinnern wie Herr Steinbrück in Bochum zum SPD-Parteitag kam und die demonstrierenden Feuerwehrleute und Polizisten mit der Aussage belegte, was die eigentlich wollten, die hätten doch alle einen sicheren Arbeitsplatz.
Genau daran kann man sehen, wie es mit unseren Volksvertretern bestellt ist.Geldgierig, arrogant und machtgeil.
Deutschland ist genauso eine korrupte Bananenrepulik geworden, wi eviele andere Staaten auch.
Die Hauptsache ist doch, dass der Endverbraucher, der kleine Mann ausgesogen wird und alles bezahlt an die Wirtschaftsmafia.
Ich werde nie mehr zu einer Wahl gehen, egal welche Versprechungen vor der Wahl gemacht werden.

09.10.2012
01:27
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von Herbert57 | #76

Steinbrück wird nie Bundeskanzler.
Durch ihre unsoziale Politik sind der SPD Millionen Stammwähler weggelaufen.
Warum sollen sie zurückkommen,wenn die SPD die Renten absenken will?
Die Linkspartei hat sich dadurch gefestigt und der SPD ca.10% abgenommen.
Zusätzlich wird die Reste SPD aufgespalten in starken neo-liberalen Seeheimer Kreis und schwachen linken Arbeitnehmerflügel. Die Partei ist gespalten!
Ein Kanzlerkandidat,der seine Partei nicht geschlossen hinter sich vereinigen kann und will,wird Enden wie Bundespräsident Wulff in Berlin,oder Röttgen in NRW !!!!
Willi Brand wird sich nicht nur im Grab umdrehen,er wird rotieren!

09.10.2012
00:19
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von buerger99 | #75

Es stellt sich generell die Frage warum Mitglider des Bundestages überhaupt Nebentätigkeiten ausüben dürfen. Sind sie im Bundestag nicht ausgelastet ?
Wenn man sich die Gesetze ansieht, vor allem die Abstimmungen, dann kann man sich des Eindrucks nicht verwehren, das viele im Bundestag ihre Diät in 5 stelliger Höhe, ihre BahnCard100 FIRST und ihre schöne Absicherung nach 2,5 Legislaturperioden als eine Art "GRUNDSICHERUNG" verstehen für die man NICHT arbeiten muss.
Vom Bürger bezahlt, als Grundeinkommen und Grundlage für lukrative Nebentätigkeiten und als Sprungbrett in gut bezahlte Jobs bei Behören, Ministerien oder der Industrie !
Anstatt sich zu rechtfertigen sollte er den Bundestag verlassen. Er hat seine Job geschwänzt und blaugemacht. Beim nächsten Wahlrecht sollten Listenplätze abgeschafft werden, nur Direktwahlen erlauben, dann kann man diese "Nebenjobber" gebührend abstrafen !

09.10.2012
00:12
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von rally88 | #74

Die sPD kann P.S. nie und nimmer an die Kette legen und soziale Fesseln anlegen, dafür hat er sich extra Beinfreiheit erlaubt. Wie kann sich die Partei sPD nur so von ihm beirren und vorführen lassen?
Das wird nix mehr mit KK, nicht mal mit VK!

1 Antwort
Steinbrück rechtfertigt sich bei Jauch für hohe Nebeneinkünfte
von rally88 | #74-1

Honorarkanzler passt!

08.10.2012
23:46
Steinbrück mit fehlendem Krisenmanagement?
von teetrinker82 | #73

Katastrophales Krisenmanagement des vermutlichen Kanzlerkandidaten.

Steinbrück ist blauäugig in die Kritikerfalle gerutscht, obwohl er sich monatelang vorbereiten konnte. Was macht der Kandidat erst wenn sich "echte Probleme" auftun?

Die Sinnhafigkeitr der Einschaltung eines Wirtschaftsprüfers ist anzuzweifeln. Er selbst muss wissen wieviel er eingenommen hat und welche Tätigkeiten er ausgeübt hat. Ein Wirtschaftsprüfer kann auch nur die von ihm gelieferten Daten zusammenstellen. Gegenüber dem Bundestag muss er ohnehin Auftraggeber und die vollen Beträge nennen. Die dem Bundestagspräsidenten vorgelegte Liste mir den konkreten Einkünften aus seiner Nebentätigkeit müßte er also nur offenlegen.
Für Abgeordnetentätigkeit hat er keine Diäten bekommen. Er erhält Pension aus seiner Tätigkeit als Bundesminister und Landesminister. Seine Abgeordneten-Diäten werden darauf voll angerechnet. Hat er deswegen die Abgeordneten-Tätigkeit nicht ernst genommen?

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