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Inklusion

Städte fordern mehr Geld für gemeinsamen Unterricht

17.01.2013 | 17:17 Uhr
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Städte fordern mehr Geld für gemeinsamen Unterricht
Zum Schuljahr 2014/2015 sollen in NRW schrittweise behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam an Regelschulen unterrichtet werden.Foto: dapd

Düsseldorf.   Die Inklusion, der gemeinsame Unterricht behinderter und nicht-behinderter Schüler soll kommen. Doch die Umsetzung wird teuer für NRW. Die Städte fordern mehr Geld vom Land für Umbauten und Pädagogen. Doch das Land muss sparen.

Der Ton wird rauer, der Druck größer: Kommunal- und Lehrerverbände fordern unisono vom Land mehr Geld, um den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern umsetzen zu können. In einer Expertenanhörung im Landtag drohten die kommunalen Spitzenverbände mit Verfassungsklage, falls die Landesregierung den Städten die Kosten nicht erstattet.

„Die Inklusion muss ausreichend finanziert sein, dies betrifft den Personalbereich sowie die bauliche und sachliche Ausstattung der Schulen“, heißt es in der Erklärung von sieben Verbänden. Bis heute habe die Regierung „keine realistische Kostenfolgeabschätzung“ für die Inklusion vorgelegt, die zum Schuljahr 2014/15 überall in NRW in den Klassen 1 und 5 starten soll.

Zusätzliches Geld

Zwar bekennen sich die Verbände zu dem Ziel, eine bessere Teilhabe behinderter Schüler zu verwirklichen. Zur Bedingung machen Städte und Lehrer aber zusätzliches Geld, etwa für mehr Sonderpädagogen, die Fortbildung von Regelschullehrern, Pflege- und Assistenzkräfte, Sozialarbeiter, Lernmittel oder die Barrierefreiheit an Schulen.

Meldung vom 14.01.2013
Streit um Geld bedroht Start der Inklusion in NRW

Städte lehnen drohende Kosten für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern ab und drohen notfalls mit Klage....

Am Dienstag will Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) aktuelle Maßnahmen zur Inklusion vorstellen. Schon gestern kündigte sie an, im neuen Haushalt werde ein „klarer Schwerpunkt“ gesetzt – mit 465 zusätzlichen Stellen und einer Erhöhung der Sachmittel im Inklusionsfonds um 1,25 Millionen Euro. Dies reicht den Verbänden aber nicht aus.

Spardruck wächst

Auf der anderen Seite wächst der Spardruck auf die Koalition. In der Anhörung monierten Kammern, Wirtschaftsinstitute und der Steuerzahlerbund, die Neuverschuldung von 3,5 Milliarden Euro sei zu hoch, um die Ziele der Schuldenbremse zu erreichen. Ein „konsequenter Konsolidierungskurs“ sei nicht erkennbar. Aus Sicht des DGB lassen dagegen die wirtschaftliche und soziale Lage in NRW „massive Einsparungen nicht zu“.

Theo Schumacher

Kommentare
18.01.2013
13:19
Städte fordern mehr Geld für gemeinsamen Unterricht
von runningvalentino | #4

Ich hoffe, dass die Kommunen das Geld für Inklusion an Schulen nie aufbringen können!

Das Projekt Inklusion an schulen ist großer Schabernack ... :-(

18.01.2013
09:05
Ich lese gerade das Buch "Deutschland schafft sich ab".
von Wurzelputz | #3

Und ich empfehle jedem, es einfach mal unvoreingenommen zu lesen, da sind haargenau die Folgen einer Inklusion beschrieben und ich denke, dass meine Vorkommentatoren #1 und #2 diese Lektüre gelesen und die Folgen erkannt haben.

18.01.2013
00:02
Städte fordern mehr Geld für gemeinsamen Unterricht
von xxyz | #2

Ein gemeinsames Lernen kann sinnvoll sein. Das wird aber nicht für alle Arten von Behinderungen der Fall sein. Auch Menschen ohne Behinderung haben nämlich ein Recht auf optimale Förderung. Diese Interessen gehen unter.

Bei der aktuellen Finanzlage sehe ich wenige Schwerpunktschulen, in denen eine Inklusion möglich ist, wenn die Schüler auch in der Lage sind, dem Schulstandard zu folgen und gleichzeitig alle anderen Kinder auch optimal gefördert werden, ist das Projekt sinnvoll.

Ich sehe aber wie #1 viele andere Probleme, die unseren Lebensstandard zurzeit massiv gefährden. Diese Probleme werden konsequent von der Politik ignoriert.

17.01.2013
18:10
Und noch ein Prestigeprojekt für Realitätsverweigerer
von G.Mercator | #1

- Inklusion, die so nicht klappt
- Energiewende, die uns 08/15-Bürger überfordert
- Rauchverbot auch überall
- Obligatorische Gesundheitstests für über 70-Jährige Führerscheininhaber (heute
morgen ein bayrischer Grüner!)
- gnadenloser Zuzug von Armutsflüchtlingen nach Dortmund und Duisburg, in der Folge
überforderte Städte

Ich hab den Eindruck, dass sich unsere Politiker immer weiter von meinen Sorgen entfernen und mit Symbolpolitik längst unbeherrschbar gewordenen Phänomenen hinterherhechlen. Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht mehr los. Na und, rufen wir halt neue Geister, scheint die Devise zu sein.
Leider hat sich diese Hilflosigkeit in einen bevormundenden Aktionismus gewandelt, der so langsam orwellsche Beglückungszüge annimmt. Ausgerechnet die Grünen gehen dabei voran!
"Spätrömische Dekadenz" war in dieser Hinsicht eine weitsichtige Analyse, Herr Westerwelle! Allerdings hatten Sie damals leider unsere sogenannten Eliten übersehen.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.

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