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Armut

Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut

17.01.2013 | 16:24 Uhr
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
Gesicherter Lebensabend? Der Sozialverband VdK fordert von der Bundesregierung rasche Maßnahmen gegen die Altersarmut und drohte mit Protesten.Foto: dapd

Düsseldorf.   Der bundesweit größte Sozialverband, der 1,6 Millionen Mitglieder starke VdK, droht vor der Bundestagswahl „mit richtig Ärger“, falls der Bund nicht konsequenter gegen Altersarmut vorgeht. „Aus Niedriglöhnen werden Niedrigrenten und dann Empfänger von Grundsicherung“, sagt VdK-Chefin Ulrike Mascher.

„Wir fordern für alle Mütter eine Besserstellung bei der Rente, die vor 1992 Kinder geboren haben“, verlangte die VdK-Bundesvorsitzende Ulrike Mascher in Düsseldorf. Gleichzeitig kritisierte der VdK die Zunahme der Niedriglöhne und lehnte die geplante Zuschussrente zur Grundsicherung als unzureichend ab.

„Die Hürden sind viel zu hoch. Damit lässt sich Altersarmut nicht vermeiden“, so Mascher. Bei der Zuschussrente müssen Antragsteller mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse und zusätzlich in eine private Vorsorge eingezahlt haben.

Meldung vom 11.01.2013
Mini-Renten bleiben ein Streitfall zwischen den Parteien

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat der Bundesregierung Gespräche über einen nationalen Rentenkonsens angeboten. Hintergrund ist der Widerstand aus der CSU gegen das von der Koalition beschlossene Kon­zept einer Lebensleistungsrente. Dabei sollen Mini-Renten mit Steuermitteln aufgestockt werden.

Kampagne für auskömmliche Renten

Der Sozialverband kündigte für 2013 eine Kampagne für ausreichende Renten an. Die Zahl der Menschen mit Niedriglöhnen habe sich in den letzten zehn Jahren um 2,3 Millionen erhöht. „Aus Niedriglöhnen werden Niedrigrenten und dann Empfänger von Grundsicherung“, sagte Mascher.

Im Ruhrgebiet seien nicht zuletzt deshalb heute 20 Prozent mehr Menschen von Grundsicherung abhängig als vor Jahren. Die staatliche Grundsicherung beträgt durchschnittlich 707 Euro monatlich. Mascher sprach von einer „gefährlichen Entwicklung“.

Der VdK-Landesvorsitzende Karl-Heinz Fries kritisierte, dass der Staat jährlich mit Milliarden Euro die niedrigen Einkommen aufstocken müsse. Viele Arbeitgeber bedienten sich bei den staatlichen Lohnsubventionen. „Lohnpolitik ist auch Armutspolitik“, sagte Fries.

Meldung vom 11.01.2013
Armut im Alter ist oft weiblich

Wenn die Rente nicht zum Leben reicht, springen die Stadt, der Staat ein. Auf Grundsicherung sind auch in Mülheim immer mehr Senioren angewiesen. Waren es im Jahr 2010 noch 1452 Menschen über 65, die mit Hilfe vom Staat ihre Rente aufstocken mussten, so stieg die Zahl in 2011 auf 1555.

Sparen bei Arznei und Essen

Um Altersarmut einzudämmen, verlangte die VdK-Vorsitzende Mascher ein Maßnahmenbündel, „das ein Einfrieren des Rentenniveaus, die Einführung eines Mindestlohns und die Höherbewertung von Kindererziehungszeiten für die Rente von Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, umfasst“.

Mascher bedauerte, dass viele alte Frauen nicht einmal den Anspruch auf Grundsicherung einlösten, obwohl damit kein Rückgriff auf Einkünfte der Kinder verbunden sei. „Viele alte Leute sparen bei Arzneimitteln und Essen.“

Wilfried Goebels


Kommentare
18.01.2013
13:06
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von SchauDichSchlau | #7

Der VDK und der DGB sollten der Merkel endlich Dampf unterm Kessel machen !
- Mindestrente sofort .... 850,-€
- Höchstrente deckeln (als Ausgleich)
auf lange Sicht !!! : Rentensytem umbauen ....alles einbeziehen .... auch Politker / Freiberuflichen / Beamte / Unternehmer .... alles einbeziehen ... : auch Mieten und Zinserträge !!! .... u.s.w. !
Die Schweiz ist bestimmt nicht LINKS ... hat aber alles bestens geregelt ! ( nur mal so vorab .. weil wieder die neoliberalen das Mundwerk weit aufreißen werden und von einem Linksruck reden werden)

1 Antwort
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von TVtotal | #7-1

Rentensytem umbauen...ist doch unter Schröder und mit Applaus der Union/FDP und dem Versicherungsgewerbe schon geschehen..privatvorsorge für alle die es sich nicht leisten können, Eintrittsalzer erhöhen, Ansprüche zum ausgleich senken bis auf 43%!

18.01.2013
12:51
Mutlos gegen Armut
von wohlzufrieden | #6

Die Politiker bekämpfen doch die Altersarmut...von Angela Merkel.

18.01.2013
09:44
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von TVtotal | #5

Ja wie Jetzt..Lebensarbeitszeit Angehoben (also Hartz4 bezug verlängert), Rentenniveau gesenkt und dazu noch 10€ als Lebensleistungsprämie nach 45 Beitragsjahren...reicht das immer noch nicht.....um das Volk gegen die Polit und Wirtschaftsmafia auf die Barrikaden zu treiben? Nein das ist in Deutschland nicht genug!

17.01.2013
20:49
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von kadiya26 | #4

Richtig!
Und ich hoffe, der VdK macht mal Volldampf! Macht ja sonst keiner. Am wenigsten die Gewerkschaften!

1 Antwort
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von kuba4711 | #4-1

@ kadiya.
Das stimmt so nicht.
Viele Funktionäre im Mittelbau und an der Basis sind insbesondere auf die Reste -SPD stink -sauer.
In aller Regel sind die dann auch bei der Linken und sympathisieren zumindest mit deren Renten - Vorstellungen.
Was fehlt ist das Bewußtsein an der Gewerkschafts - Basis für die sie bedrohenden Renten - Tatsachen.
Die meisten Arbeiter ,die aktiv arbeiten und durchschnittlich verdienen ,die sehen die Gefahr überhaupt nicht.
Weil sie besser über die Bundesliga bescheid wissen ,als über das deutsche Renten- System.
Die Medien tun ein Übriges zur Desinformation.
Und die Gedwerkschaftsspitze -auch bei der IG - Metall - ist nach wie vor zu SPD - lastig und neoliberal unterwandert.
Hinzu kommt die derzeit extreme Schwäche der deutschen Gewerkschaften in der Fläche .
Aufgrund des weitgehend erfolgreichen , politisch - ökonomischen Kampfes gegen die Gewerkschaft seit Gas - Gerd!
Ohne Bewußtsein der Arbeitnehmer ,was auf sie zurollt ,keine Änderung.

17.01.2013
20:29
Aus Niedriglöhnen werden Niedrigrenten!
von kuba4711 | #3

Stimmt.
Und aus Durchschnittslöhnen werden bei ständig sinkendem Rentenniveau ,spätestens ab dem Jahrgang 64 -bei dann erreichten 43 Prozent Rentenniveau -ebenfalls Niedrigrenten!
Es kommt das inzwischen bekannte Rechenbeispiel:
Letztes Netto - Einkommen eines Facharbeiters:
2000 Euro ,netto.
43 Prozent davon zu erwartende Rente für den Jahrgang 64 :
860 Euro!
Natürlich sind bis zu dem Zeitpunkt in dem der Jahrgang 64 in Rente geht aus den 860 Euro - aufgrund der Geldentwertung - ein anderer Betrag geworden.
Aber die Aussage bezüglich der zu erwartenden Kaufkraft -nach heutigen Verhältnissen - stimmt zu hundert Prozent.
Dies kann man mir abnehmen.
Als Betriebsrat sind mir die Rentenformel ,die -ungefähre - Ausrechnung der Renten für die Kollegen im Zuge der Frühverrentung -welche im Metall - Bereich die Regel sind - durchaus geläufig!
Wir gehen auf eine soziale Katastrophe zu. ,die nächsten Jahre.
CDU/SPD als sog. Volksparteien tragen die Hauptverantwortung für diese Misere.

17.01.2013
18:14
Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von steckritzel | #2

Der ehemalige spD Arbeitslosen- und sozialMinister Herr Müntefehring prägte 2006 den Satz: Nur wer arbeitet soll auch essen.
Ihm geht es heute dank seines Bezugs von Transferleistungen glänzend.
Und er sorgt dafür, dass es auch so bleibt.
Und offiziell genannte 2,3 Millionen Menschen leben von der Hand in den zahnlückenden Mund.
Banken werden gerettet, Menschen können verelenden.
Das ist aktuelle heute Politik in Deutschland, geprägt von CDU / CSU - sPD-fdp und Grüne.
Und der nächste Kandidat spricht im Wahlkrampf von dem Armutsrisiko der Bundeskanzlerin.
Welch eine Menschenverachtung!

2 Antworten
Armutsrisiko Politiker
von wohlzufrieden | #2-1

Exzellenter Kommentar!

Sozialverband fordert Maßnahmen gegen Altersarmut
von kuba4711 | #2-2

@ steckritzel
Volltreffer!

17.01.2013
17:55
Vergissmeinnicht nicht die Wohlfartsmarken
von wohlzufrieden | #1

Diese Maßnahmen zur Aufbesserung der Rente wollen CDU und SPD ergreifen: Sie wollen den Rentnern 10 Euro mehr geben, vorzugsweise in Briefmarken. Wenn diese dann auf dem Postweg beim Sozialamt einen Folgeantrag über diese 10 Euro stellen, so gestaltet sich dieser wenigstens Kosten-neutral...

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