Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Politik

Seehofer sieht Grund für Scheitern der EADS-Fusion in Berlin

13.10.2012 | 19:10 Uhr
Foto: /dapd/Sebastian Widmann

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) weist der Bundesregierung Verantwortung zu für das Scheitern der Fusion zwischen dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und dem britischen Rüstungskonzern BAE.

Hamburg/Köln (dapd). Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) weist der Bundesregierung Verantwortung zu für das Scheitern der Fusion zwischen dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und dem britischen Rüstungskonzern BAE.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zitierte Seehofer in einer Vorabmeldung mit der Äußerung: "Ich halte das für sehr problematisch. Die Ursachen für das Scheitern liegen in Berlin und gewiss nicht in München." Der Münchner Regierungschef fügte hinzu: "Ich bin der Meinung, dass sich die Politik aus dem strategischen und operativen Geschäft von Unternehmen herauszuhalten hat."

Als Grund für das Platzen der Fusionspläne gelten britische Bedenken gegen die geplanten Staatsbeteiligungen von Deutschland und Frankreich an dem neuen Konzern.

Seehofer sagte, er habe darauf vertraut, dass EADS-Chef Thomas Enders im Falle einer Fusion auf die deutschen Standorte achte. In Bayern liegen große Produktionsstätten von EADS, besonders im Rüstungsbereich. "Natürlich habe ich ein großes Interesse am Standort München", sagte der Ministerpräsident. "Aber dessen Zukunft ist dann am größten, wenn EADS eine gute Zukunft hat. Mich hat Enders' Argument überzeugt, dass der Konzern eine gewisse Größe braucht, um auf dem Weltmarkt zu bestehen."

Kritik von Guttenberg zurückgewiesen

Im "Kölner Stadt-Anzeiger" wies Seehofer die Kritik des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zurück. Guttenberg hatte in der "Financial Times" geschrieben, sollte die Fusion tatsächlich wie berichtet von der Forderung nach dem Standort eines künftigen Megakonzerns in München abhängig gemacht worden sein, sei das weder "gutes Geschäftemachen noch kluge Politik".

Dazu sagte Seehofer: "Da hat er sich wahrscheinlich nicht richtig informiert." Die Gründe für das Scheitern lägen nicht in einer etwaigen Auseinandersetzung über den Standort München als möglicher Zentrale. "Die liegen eindeutig in Berlin. Ich bin ohnehin der Meinung, dass man die Einmischung der Politik in diesen Konzern zurückdrängen sollte."

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

 
Aus dem Ressort
Kein Grundrecht auf Ethikunterricht in der Grundschule
Unterricht
Konfessionslose Grundschüler haben kein Grundrecht auf Ethik-Unterricht in der Schule. Eine Mutter aus Freiburg hatte die Teilnahme gerichtlich durchsetzen wollen und berief sich auf das Grundgesetz. Das Bundesverwaltungsgericht wies die Klage ab — aber geschlagen geben will sie sich nicht.
USA weisen Irans UN-Botschafter wegen Geiselnahme 1979 ab
Diplomatenstreit
Das US-Außenministerium hat die Ablehnung eines Einreisevisums für Irans UN-Botschafter Hamid Abutalebi erstmals offiziell begründet. Demnach werfen die USA Abutalebi vor, an der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 durch islamisch-fundamentalistische Studenten beteiligt gewesen zu sein.
Panzer mit russischen Fahnen in der Ost-Ukraine
Separatisten
In der ukrainischen Stadt Slawjansk sind sechs Panzer mit russischen Fahnen eingefahren. Sondereinheiten der Ukraine gehen derweil gegen prorussische Separatisten vor. Ein Schritt vor dem Moskau gewarnt hat. Russlands Präsident sieht das Land am Randes eines Bürgerkriegs.
Knallharter Kampf um Altkleider - Klagen gegen Sammelverbot
Müll-Krieg
Immer mehr private Altkleider- und Altmetallsammler klagen gegen die von Kommunen verhängten Sammelverbote. Die Firmen werfen den Städten vor, das lukrative Altkleider-Recycling selbst erledigen zu wollen - und so die Existenz der privaten Unternehmen zu gefährden. Jetzt greift der Bund ein.
Französisches Parlament stimmt gegen Anbau von Genmais
Genmais
Frankreichs Nationalversammlung hat einem Gesetz zugestimmt, das den Anbau von Genmais untersagt. Das Parlament stimmte damit für ein Verbot der einzigen in der EU zugelassenen Sorte MON 810. Die konservative Opposition kritisiert den Beschluss als "Fortschrittsverweigerung".