Schavan verpasst Düsseldorfer Heine-Uni einen Maulkorb
17.10.2012 | 21:09 Uhr 2012-10-17T21:09:00+0200
Düsseldorf. In der Diskussion um die Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan gerät auch die Universität Düsseldorf in die Kritik, weil das in Auftrag gegebene Gutachten an die Öffentlichkeit gelangt ist. Schavan beschwerte sich massiv bei der Leitung der Uni.
Eigentlich steht eine Vorlesung zu „Rhetorik und Sprachstilen der Comedians“ auf dem Plan. Doch die Studenten werden von einer Sicherheitsfirma abgewiesen. Die Leitung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf braucht den großen Hörsaal, um Dutzende Berichterstatter unterzubringen. Es geht um den Arbeitsstil der Bundesbildungsministerin. Nebenan hat der Promotionsausschuss seit fast drei Stunden über der Doktorarbeit von Annette Schavan (CDU) gesessen. Es darf nicht alles noch schlimmer werden – für die Ministerin und für die Uni.
Seit vergangenem Freitag um zehn Uhr morgens ist für die Düsseldorfer Hochschule an normalen akademischen Betrieb nicht mehr zu denken. Da hatte Uni-Rektor Michael Piper eine empörte Bildungsministerin am Telefon. Vorab war bekannt geworden, dass der Vorsitzende des Promotionsausschusses der Philosophischen Fakultät, Stefan Rohrbacher, in einer 75-seitigen, höchstvertraulichen Analyse zur Einschätzung gekommen war, dass Schavan 1980 beim Verfassen ihrer Doktorarbeit „Person und Gewissen“ eine „leitende Täuschungsabsicht“ getrieben habe.
Der Rektor versucht den Bericht herunter zu reden
Rektor Piper müht sich am Mittwochabend nach Kräften, Rohrbachers „außerordentlich sorgfältigen Sachstandsbericht“ zur reinen Diskussionsgrundlage für den siebenköpfigen Promotionsausschuss herunter zu reden. Es gehe nur um eine erste Faktensammlung für den Fakultätsrat, der allein und „völlig frei“ später über eine Aberkennung des Doktortitels befinden könne. Möglicherweise würden weitere externe Gutachten herangezogen. Piper entschuldigt sich bei Schavan für den „Vertrauensbruch“, der strafrechtlich verfolgt werde. Dennoch: Es gebe weiterhin „kein besonderes Verfahren, nur weil es sich um eine besondere Persönlichkeit handelt“.
Die SPD legt Schavan den Rücktritt nahe, der Unions-Fraktionschef stellt sich hinter die Politikerin. Und Schavan selbst findet klare Worte: "Ich werde kämpfen. Das bin ich mir schuldig", sagte sie auf ihrer Jerusalem-Reise. Ihr wird vorgeworfen, sie habe bei der Doktorarbeit nicht korrekt zitiert.
Kein besonderes Verfahren? Der bekannte Düsseldorfer Politik-Wissenschaftler Ulrich von Alemann wandert nachdenklich durch den Gebäudetrakt 23.21, einen typischen Hochschulklotz aus den 1960er Jahren, viel Beton, nackter Backstein-Boden, kaltes Leuchtstoff-Röhrenlicht. Seit einigen Wochen ist er im Ruhestand, nach 40 Uni-Jahren. Alemann war selbst Dekan und zuletzt Stellvertreter des Rektors Piper. Der Fall Schavan „ist uns höchst unangenehm und peinlich“, beteuert er. Aber die Bildungsministerin habe die Uni Düsseldorf ja selbst um die Prüfung ihrer Doktorarbeit gebeten, nachdem Anfang des Jahres Täuschungsvorwürfe gegen sie durchs Internet geisterten.
Regulär tagt der Fakultätsrat wieder am 6. November. Ob man im akademischen Elfenbeinturm in aller Ruhe die üblichen Verfahrensschritte abarbeiten kann, erscheint angesichts des gewaltigen politischen und medialen Drucks zweifelhaft. Schavan hat Anwälte eingeschaltet, die der Uni weitere Kommentare zu Wasserständen in ihrem Fall untersagt haben. Wilde Verschwörungstheorien machen bereits die Runde: Hatte nicht der Promotionsausschuss-Vorsitzende Rohrbacher in den 1980er Jahren in Neuss geforscht, als Schavan dort noch kommunalpolitisch aktiv war? Gibt es eine Befangenheit? Sollte eine gezielte Indiskretion die Bildungsministerin unmöglich machen?
Es geht plötzlich nicht mehr nur um den Ruf von Annette Schavan.

23:31
egal ob Frau Schavan nun abgeschrieben hat oder nicht, der Fakt das Sie versucht jemandem einen Maulkorb zu verpassen zeigt nur das sie was zu verbergen hat. Frau Schavan, man glaubt Ihnen nicht. Zu Guttenberg hat getäuscht und es ist rausgekommen, Koch-Mehrin auch, warum sollte es bei Ihnen anders sein? Aber wahrscheinlich ist es wie immer: leugnen bis es irgendwann nicht mehr geht und dann waren es die anderen.
21:40
Schavan sollte sich mit Bryneel zusammentun,
der will gegen seine Sperre wegen Mithilfe bei Doping im Radsport Klage erheben!
19:58
Wann will Merkel mal Tacheles reden ? Dieses Verhalten von Schavan schadet
nur der Partei.
18:47
Der "Maulkorb" ändert ja nichts an ihrer Arbeit und dem Urteil im Gutachten... Frau Schavan kann ja gerne bei der Uni Stellung beziehen. Was wird da schon rauskommen, außer Ausreden. Man darf auch nicht vergessen, dass dies keine Gerichtsverhandlung ist, sondern eine Prüfung durch eine Universität.
Die Frau hat jetzt genug Porzellan zerdeppert. Sie sollte zurücktreten und in den Ruhestand gehen - ohne Doktortitel!
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17:51
Hat sie auf obigem Foto etwa weswegen so dicke Backen, weil sie die Wahrheit nicht rauslassen will?
17:11
Schavan hat Anwälte eingeschaltet, die der Uni weitere Kommentare zu Wasserständen in ihrem Fall untersagt haben. Auf welcher Rechtsgrundlage können Anwälte Kommentere untersagen? Da geht wohl jemandem der Dings auf Grundeis! Was man auf politischer Ebene von Eiden und Ehrenworten zu halten hat (Zimmermann, Barschel, Kohl, Kanther) dürfte jedem politsch interessiertem Bürger wohl klar sein. Persönliche Versicherungen sind das wohl ähnlich zu bewerten!
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14:06
Plagiatsarbeiten – auch verdächtige - sind eine schändliche Sache und sind den Urhebern zurecht keine Freude. Es gibt Schlimmeres !
Was als ein pseudowissenschaftliches Delikt anzusehen und doch nicht geahndet wird, ist die global verbreitete unbewiesene Lehrmeinung der so genannten Thermodynamischen Leitsätze, denen der weltweite Brennstoffmissbrauch und die damit verbundene Luftverschmutzung anzulasten ist. Und wehe dem Examensanwärter, wenn er die Lehrsätze nicht papageienartig nachplappern kann !
Die Begründung der Lehrsätze lautet, dass das Weltall ein geschlossenes System sei, mit darin enthaltener konstanter Energie und aus 10hoch80 Atomen besteht. Aus dem Grunde könne es in Maschinen und Apparaten keine Energievermehrung geben , sondern nur Entropiezuwachs = Energieverlust auftreten kann.
Es besteht der Verdacht, dass die vor ca. 150 Jahren postulierten Leitsätze von einer etablierten Lobby - aus Kohlenbaronen, Brennstoffhändlern und dem Staat als Steuereinnehmer bestehend-
12:33
Seit Guttenberg und Koch-Merin sind Doktortitel sowieso nichts mehr wert. Sie haben der ganzen "Branche" geschadet. Schavan hin, oder Schavan her.
12:28
Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf das Gutachten, besonders bei Politikern. Und da ich der Frau nichts geglaubt habe, glaube ich ihr auch nicht in diesem Fall. Es wird sich zeigen.
Schon mal etwas vom Recht auf informationelle Selbstbestimmung gehört? Das ist ein Grundrecht, dass gebenenfalls auch Ihnen zustehen würde. Die Überprüfung einer Dissertationsarbeit ist kein öffentliches Verfahren! Die Uni hat darüber ohne die Einwilligung von Schavan keine Infos nach außen zu geben - basta!
12:04
Die meisten Kommentatoren, die sich hier echauffieren, sind wahrscheinlich selbst nicht einmal in der Lage, einen kleinen Aufsatz fehlerfrei zu verfassen.
Wie gut dass es http://www.duden.de/rechtschreibpruefung-online gibt - gelle ;-)