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Steuererklärung

Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen

19.05.2012 | 09:20 Uhr
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Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
Die Steuererklärung bereitet vielen Menschen Kopfzerbrechen. Deutschlands oberster Steuer-Richter will sie vereinfachen.Foto: dapd

Berlin.  Der Präsident des Bundesfinanzhofs will Steuererklärungen einfacher machen. Normale Arbeitnehmer, die kaum Werbungskosten haben, sollten seiner Meinung nach gar keine Steuererklärungen mehr abgeben müssen. Damit will er nicht nur den Steuerpflichtigen helfen, sondern auch den völlig überlasteten Finanzämtern.

Das oberste Gericht für Steuern schlägt ein einfacheres System zur Abrechnung der Abgaben an den Staat vor. "Ich kann mir ein Steuerrecht vorstellen, in dem ein Arbeitnehmer, der nur geringe Werbungskosten und keine weiteren Einkünfte hat, kaum jemals eine Steuererklärung abgeben muss", sagte der Präsident des Bundesfinanzhofes, Rudolf Mellinghoff, der "Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe). In allen anderen Fällen sollten nach seinen Worten zwei DIN-A4-Seiten reichen. "Man könnte vieles vereinfachen", betonte er.

Der oberste Steuer-Richter sprach sich dafür aus, Möglichkeiten zum Abzug von Ausgaben deutlich zu reduzieren und stärker auf Pauschalen zurückzugreifen. Auf diese Weise könnten unter anderem eine doppelte Haushaltsführung, Reisekosten oder auch die Entlastungen für Pendler leichter abgerechnet werden. Das Steuerrecht sei mittlerweile so komplex und die Finanzämter seien dermaßen überlastet, dass keine gerechte Anwendung mehr möglich sei, sagte Mellinghoff dem Blatt. (geschrieben von Angelika Stricker)

Kommentare
20.05.2012
11:45
Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
von Pucky2 | #12

Ach es gab mal einen Professor, der dies ansatzweise versucht hatte... und nun ein Richter vom Fach... leider müssten sie in die Schlangengrube nach Berlin und da hätten sie keine Chance.

20.05.2012
10:30
Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
von Pit01 | #11

Das wäre zu schön um wahr zu sein, doch die Clique der Steuerberater wirds schon verhindern.

1 Antwort
Es gab vor wenigen Tagen zwei interessante Artikel zu diesem Thema...
von TreuerLeser | #11-1

...bei der DERWESTEN. Hier die Links.

http://www.derwesten.de/wirtschaft/essener-steuerberater-etl-auf-expansionskurs-id6639983.html

http://www.derwesten.de/staedte/essen/steuerberater-roland-franz-kaempfer-und-harter-hund-id6632567.html

Diese zeigen, daß die Steuerberater sich künftig weniger darauf konzentrieren werden, dem Lohnsteuerpflichtigen mit anschließender ESt-Veranlagung unter die Arme zu greifen, sondern ihr Schwergewicht der Beratung von Unternehmen widmen.

Und angesichts der Tatsache, daß künftige Regierungen das Unternehmensteuerrecht eher noch komplizierter gestalten werden, weil sie dort etwas holen zu können glauben, wird es auch ohne „lobbyistische Cliquenbildung“ immer etwas zu tun geben.

20.05.2012
07:49
Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
von donfernando | #10

Wenn man den überlasteten Finanzbeamten Erfolgs-Boni in Aussicht stellen würde wie bei den Bänkern, dann würde der Laden laufen wie geschmiert.

19.05.2012
19:39
Zu Gauck - #7; Absatz 1 - Dann schenkt er dem Staat aber i. d. R. Geld!
von TreuerLeser | #9

Im Bereich der Abzugsfähigkeit von Sozialversicherungsbeiträgen hat sich in den letzten Jahren einiges geändert - ich weiß nicht, ob Ihnen das bekannt ist?

Und da immer noch die meisten Steuerzahler auch Mitglied einer Religionsgemeinschaft sind, ist i. d. R. die individuelle Kirchensteuerlast höher als die hierfür in die Lohnsteuertabellen eingearbeitete Pauschale. Insofern besteht im Rahmen der ESt-Erklärung erhöhte Abzugsfähigkeit. Daraus resultieren Rückzahlungsansprüche.

Und wenn man z. B. Lohnersatzleistungen erhalten hat (Kranken-, Übergangsgeld etc.), muß man wegen des Progressionsvorbehaltes per se eine Erklärung abgeben.

Da Ihr Vorschlag m. E. den einen oder anderen sonst irritieren könnte, nutze ich für meine Replik mal den „Kommentar schreiben“- und nicht den „antworten“-Button.

Ihrem zweiten Absatz stimme ich übrigens zu. Änderungen dort sollten gut überlegt sein.

19.05.2012
19:05
Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
von Elric | #8

Grundsätzlich eine gute Idee,wenn die Steuererklärung einfacher wird. Aber die Steuerlast ist trotzdem zu hoch.
Aber selbst das Bundesverfassungsgericht hatte schon Vorschläge zur Vereinfachung gemacht, die durch die Politik auch noch komplizierter umgesetzt worden sind.
Also, gut gebrüllt, aber Löwe?

1 Antwort
Ihrem zweiten Satz stimme ich zu.
von TreuerLeser | #8-1

Die Mehrheit des Bundesrates hat dies aber noch vorvorigen Freitag verneint.

Und künftig ggfs. neue Mehrheiten werden es m. E. erst recht verneinen.

Die meisten Bundesbürger und Kommentatoren hier wünschen i. d. R. auch keine niedrigeren Steuern - jedenfalls nicht für andere.

19.05.2012
14:57
Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
von Gauck | #7

Der normale Arbietnehmer muss sowieso keine Steuererklärungen abgeben.

Pauschalen führen vor allem dazu, dass das Steuerrecht noch ungerechter wird, als es jetzt schon ist.

19.05.2012
13:45
Oberster Steuer-Richter fordert einfachere Steuererklärungen
von wohlzufrieden | #6

Einfache Steuererklärung? Dazu müssten die erst einmal die Steuern erklären...

19.05.2012
13:03
KFR001 - #3 - Wissen Sie da etwas?
von TreuerLeser | #5

Ansonsten wäre ich mit solchen, das Steuergeheimnis betreffenden Äußerungen sehr vorsichtig.

In früheren Jahren war es innerhalb der Steuerbehörden z. B. üblich, daß die Steuererklärungen hoher Bediensteter der Behördenspitze selbst vorgelegt werden.

Und ich vermute, daß in dem Finanzamt (wohl in Berlin), das die Bundeskanzlerin veranlagt, auch mehr als ein Sachbearbeiter einen Blick auf ihre Erklärung wirft!

Allein schon zur eigenen Absicherung der Sachbearbeiter.

Wenn die Bundeskanzlerin „Beitreibungen“ auslösen, also einen ihr vorliegenden, der Steuererklärung entsprechenden Betrag gemäß Bescheid nicht zahlen würde, hätten wir davon sicher schon etwas gehört.

19.05.2012
12:53
Was das anzustrebende Ziel betrifft, hat der BFH-Präsident recht
von TreuerLeser | #4

Es wäre wünschenswert, daß der BFH - vielleicht in Zusammenarbeit mit dem Bundesrechnungshof - als politikneutral anzusehende Instanzen nicht nur Stichworte liefern, sondern ein Grobkonzept für solche Vereinfachungen vorlegen würde.

Danach entscheidet allerdings die Politik. Und sie hat allein durch den Wunsch, gesellschafts- und sozialpolitische Vorstellungen aller Art in die Steuerpolitik einzubringen, über Jahre hinweg für die Verkomplizierungen gesorgt.

Ich habe dieses Jahr gegen meinen Steuerbescheid wegen eines solchen Sachverhalts leider Einspruch einlegen müssen. Obwohl ich alle erforderlichen Einträge tätigte, wurde bei mir eine Änderung der Steuerbasis zum Vorjahr übersehen, und mein zvE war zu hoch.

Die Vorstellungen hinsichtlich der künftigen Steuerpolitik, insbesondere die Vermögensteuer (Erfassung des Vermögens von 81 Mio. Menschen, notwendige Vermögensaufstellungen, deren Prüfung und die Umsetzung der Besteuerung) legen die Finanzämter m. E. aber ohnehin lahm.

19.05.2012
12:34
Gleichbehandlung bei Steuererklärungen ?
von KFR001 | #3

.. im Sinne der Gleichbehandlung müsste der Staat bei allen anderen auch auf die Erklärung und Beitreibuing verzichten ; alternative steuerabzugsfähige Spenden-Quittungen bei Frau Bundeskanzler Merkel ?

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