Nikolaus Schneider ist neuer EKD-Chef
09.11.2010 | 16:50 Uhr 2010-11-09T16:50:00+0100
Hannover. Der Präses der rheinischen Kirche, Nikolaus Schneider, steht für die nächsten fünf Jahre an der Spitze der Evangelischen Kirche (EKD). Er ist damit höchster Repräsentant der 25 Millionen Protestanten.
„Es ist gut, dass die Probezeit zu Ende ist“, sagte er nach seiner Wahl. Seit dem Rücktritt von Margot Käßmann im Februar hatte er das Amt kommissarisch ausgeübt. Schneiders Vize ist der sächsische Landesbischof Jochen Bohl.
Es gibt Menschen, denen man nachsagt, sie wüchsen mit ihren Aufgaben. Nikolaus Schneider, den die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu ihrem neuen Ratsvorsitzenden gewählt hat, gehört dazu.
Als sich der 63-jährige Theologe 2003 für einen Sitz in dem höchsten Gremium seiner Kirche bewarb, klang seine Bewerbungsrede noch unsicher. Der damals frisch gewählte Präses der rheinischen Landeskirche erschien nervös. Er wusste noch nicht, wie er diese Ansammlung von im Kern eher konservativen, bürgerlichen Protestanten einschätzen sollte. Am Wahltag absolvierte er jedoch mit der größten Souveränität von morgens bis in den Abend Fernsehinterviews, Pressekonferenzen und Ansprachen, als mache er das seit Jahrzehnten. Und in der Synode hat der Theologe, der mit Freundlichkeit Netzwerke zu knüpfen versteht, inzwischen so gut wie alle überzeugt.
Sein Wahlergebnis spricht Bände. Er bekam 135 von 143 Stimmen. „Ich fühle mich durch diese Wahl gestärkt, unterstützt und mit dem nötigen Mandat ausgestattet, um öffentlich aufzutreten“, freute er sich. Als wichtige Aufgabe sehe er das geistige Engagement, so der Kirchenmann über seine künftige Arbeit. Zudem werde er sich sozialpolitischen Fragen widmen.
Und er hat offenbar auch schon einen Gesprächstermin mit der Bundesregierung im Blick. Es soll darin auch um die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken gehen. Am Sonntag hatte Schneider das Regierungsvorhaben kritisiert.

23:08
@2
Natürlich dürfen die drin bleiben, Schneider ist ja nicht Ratzinger.
21:49
Es soll auch evangelische Christen geben, die aus guten Gründen für die Kernenergie eintreten. Dürfen die jetzt in der evangelischen Kirche bleiben?
21:34
Die Kirche soll sich mit Themen beschäftigen, von denen sie etwas versteht. Dazu gehört gewissnicht die Laufzeit von AKWs und eine sichere Stromversorgung.