Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Politik

Neue Bombenangriffe auf Rebellenhochburgen rund um Damaskus

04.01.2013 | 20:01 Uhr

Die syrischen Regierungstruppen haben ihre Boden- und Luftoffensive gegen Rebellenhochburgen in Vororten von Damaskus am Freitag unvermindert fortgesetzt. Kampfjets des Regimes von Präsident Baschar al Assad hätten dabei abermals die Ortschaft Duma unter Beschuss genommen, meldete das Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Beirut (dapd). Die syrischen Regierungstruppen haben ihre Boden- und Luftoffensive gegen Rebellenhochburgen in Vororten von Damaskus am Freitag unvermindert fortgesetzt. Kampfjets des Regimes von Präsident Baschar al Assad hätten dabei abermals die Ortschaft Duma unter Beschuss genommen, meldete das Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Erst am Vortag waren dort bei zwei Luftangriffen mindestens zwölf Menschen getötet worden.

Derweil nahmen Rebelleneinheiten einen nördlich von Damaskus gelegenen Militärstützpunkt ins Visier: In der Nähe des Areals sei eine Autobombe explodiert, teilte die Beobachtungsstelle weiter mit. Angaben über Todesopfer in dem Vorort Nabk lagen zunächst nicht vor. Erst am Vorabend waren bei der Detonation einer Autobombe an einer Tankstelle im Damaszener Stadtteil Massakin Barse mindestens neun Menschen ums Leben gekommen.

Angesichts der anhaltenden Gewalt könnte es einen neuen Anlauf für Gespräche zwischen den USA, Russland und dem Sondergesandten Lakhdar Brahimi zu einer diplomatischen Lösung im Konflikt geben, wie aus UN-Kreisen verlautete.

Rund um Damaskus und im Norden Syriens tobten die Gefechte derweil weiter. Assad-Truppen hätten von den Kasiun-Bergen aus Raketen und Granaten auf Gebiete in der Nähe der Ortschaften Daraja und Kfar Susseh abgefeuert, sagte der in Damaskus ansässige Aktivist Maath al-Schami. Vor allem eine Wiedereroberung Darajas würde dem Regime im Kampf um Damaskus einen bedeutenden Bodengewinn verschaffen. So liegt der Vorort in der Nähe einer Militärbasis, des Regierungssitzes und eines der Paläste Assads.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle kam es auch in den südlich der Hauptstadt gelegenen Vororten Akraba und Beit Saham zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen.

Im Norden lieferten sich Regierungstruppen derweil erneut heftige Gefechte mit Aufständischen um den Militärflughafen Taftanas. Dabei sei der Kommandeur des Luftwaffenstützpunkts getötet, sagte der Aktivist Fadi al-Yassin.

Bei den Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts könnte es nach Angaben aus UN-Kreisen bald erneute Gespräche zwischen den USA, Russland und dem Sondergesandten Brahimi geben. Brahimi wolle mit dem Treffen an seine Unterredung mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am vergangenen Samstag anknüpfen und den Weg für einen diplomatischen Durchbruch ebnen, sagte der amtierende Sicherheitsratspräsident, Pakistans Botschafter Masood Khan.

Es gebe derzeit außerhalb des Sicherheitsrats "wichtige Entwicklungen" bei den Bemühungen um eine Beilegung des Konflikts, sagte Khan. Nähere Angaben dazu machte er nicht, äußerte aber die Hoffnung, dass es in der kommenden Woche zu dem Dreiergespräch komme. Brahimi hatte am 9. Dezember schon einmal mit Vertretern Russlands und der USA beraten.

Seit Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime im März 2011 sind nach UN-Angaben bereits mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

© 2013 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

 
Aus dem Ressort
Rats-Bewerber will von Kandidatur zurücktreten - zu spät!
Kommunalwahl
Aus der Partei ist Ralf Welters, der für Bündnis 90/Grüne bei der Kommunalwahl antritt, schon ausgetreten. Nun will er auch seine Kandidatur für den Rat zurück ziehen - geht aber nicht, sagt die Duisburger Stadtverwaltung.
Hannelore Kraft prophezeit Groko Konflikte mit Bundesrat
Energiewende
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat ihren Gestaltungsanspruch im Bundesrat bekräftigt. Die Große Koalition habe im Bundesrat keine Mehrheit. Im Interview spricht sie über ihr Bekenntnis zu Bildung und Infrastruktur, das Verhältnis von rot-grün in NRW und das Gelingen der Energiewende.
Amtsinhaber Bouteflika gewinnt Präsidentenwahl in Algerien
Algerien
Abdelaziz Bouteflika bleibt wie erwartet Präsident in Algerien. Die Opposition in dem öl- und gasreichen Land spricht von dreistem Wahlbetrug. Echte Beweise dafür gibt es jedoch bislang nicht.
Rüstungsfirmen wollen schneller über Exporte informieren
Waffenexporte
Die Rüstungs-Unternehmen wollen die Öffentlichkeit schneller über Waffenlieferungen ins Ausland informieren. Damit kommt die Industrie einer Forderung der Bundesregierung nach. Bislang werden Rüstungsgeschäfte manchmal erst nach zwei Jahren gemeldet.
Ukraine sagt "Sonderstatus" für russische Sprache zu
Ukraine
Auch nach der Unterzeichnung des Friedensplans bleibt die Lage in der Ost-Ukraine gespannt. Die pro-russischen Kämpfer weigern sich, die besetzten Gebäude zu freizugeben. Der Friedensplan sieht Gewaltverzicht beider Seiten vor — und die Entwaffnung der Separatisten.