Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Politik

Libyen meldet Festnahme von ehemaligem Gaddafi-Sprecher

20.10.2012 | 20:51 Uhr
Funktionen
Foto: /AP/Dario Lopez-Mills

Ein Jahr nach dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi ist dessen ehemaliger Sprecher nach Angaben der Regierung gefasst worden. Mussa Ibrahim sei an einem Kontrollposten gefangen genommen worden, als er gerade aus der ehemaligen Gaddafi-Hochburg Bani Walid fliehen wollte, teilte das Büro des libyschen Ministerpräsidenten am Samstag in einer Erklärung mit.

Tripolis (dapd). Ein Jahr nach dem Tod des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi ist dessen ehemaliger Sprecher nach Angaben der Regierung gefasst worden. Mussa Ibrahim sei an einem Kontrollposten gefangen genommen worden, als er gerade aus der ehemaligen Gaddafi-Hochburg Bani Walid fliehen wollte, teilte das Büro des libyschen Ministerpräsidenten am Samstag in einer Erklärung mit. Der Zeitpunkt seiner Gefangennahme wurde nicht genannt. Es blieb unklar, ob er tatsächlich am Samstag, dem ersten Todestag Gaddafis, gefasst wurde.

"Er wird jetzt nach Tripolis transportiert, damit die Untersuchung durch die zuständigen Behörden beginnen kann", hieß es in der Erklärung weiter. Welchen Vorwürfen er sich stellen muss, wurde nicht bekannt. In der Vergangenheit hatten libysche Regierungsvertreter aber angedeutet, dass er wegen Volksverhetzung und Verbreitung falscher Informationen angeklagt werden könnte.

Ibrahim war im letzten Jahr vor dem Sturz Gaddafis zur Stimme des Regimes geworden und hatte es bei Fernsehauftritten immer wieder verteidigt. Auf einer Facebook-Seite, die angeblich von Ibrahim betrieben wird, wurde die Gefangennahme abgestritten. Die Meldung sei nur ein Versuch von den "Grausamkeiten" der libyschen Regierung bei der Belagerung von Bani Walid abzulenken.

Seit mehreren Tagen liefern sich Truppen einer regierungsnahen Miliz wieder Kämpfe mit ehemals Gaddafi-treuen Aufständischen um die Stadt, 140 Kilometer südöstlich von Tripolis. Bereits seit Wochen wird Bani Walid, das sich nur teilweise unter Kontrolle der Regierung befindet, von Kämpfern der Miliz Libyscher Schild belagert. Sie werfen den Bewohnern vor, für den Tod eines bekannten Anti-Gaddafi-Kämpfers verantwortlich zu sein. Allein am Samstag wurden nach Angaben eines Krankenhaussprechers in Misrata sieben Kämpfer der Miliz getötet und 120 weitere verwundet. Bewohner der Stadt werfen den regierungsnahen Truppen vor, wahllos auf Ziele in der Stadt zu feuern.

© 2012 AP. All rights reserved

dapd

Kommentare
Aus dem Ressort
Verwirrung um muslimische Lieder im Weihnachtsgottesdienst
Integration
Ein angeblicher Vorschlag des Grünen Omid Nouripour stößt auf Widerspruch. Der Politiker fühlt sich missverständlich widergegeben.
Papst Franziskus rechnet in Weihnachtsrede mit Kurie ab
Kirche
Die Vatikan-Bürokratie und ihre verkrusteten Strukturen prangert der Papst schon lange an - doch so deutlich war seine Kritik selten.
Sony sucht Wege für Veröffentlichung von "The Interview"
Cyber-Angriff
Sony will die zunächst wegen Terror-Drohungen abgesagte Nordkorea-Satire "The Interview" doch noch auf irgendeine Art und Weise veröffentlichen.
Essebsi gewinnt Präsidentenwahl in Tunesien
Wahlen
Der 88-jährige Essebsi ist erster frei gewählter Präsident Tunesiens. Er entschied die Stichwahl gegen den Übergangspräsidenten Marzouki für sich.
Pakistan will nach Schul-Massaker 500 Terroristen hängen
Terrorismus
Die Regierung in Islamabad will die Gewalt im Land mit Massenhinrichtungen von Extremisten bekämpfen. Sie sollen noch binnen Wochen am Strang enden.
Fotos und Videos
Sakurai und Co.
Bildgalerie
Fotostrecke
Familie Al Sari floh in den Libanon
Bildgalerie
Spendenaktion