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Schulnoten

Lehrerin erzählt - "Schlechte Schüler ziehen wir mit durch"

27.12.2012 | 19:19 Uhr
Lehrerin erzählt - "Schlechte Schüler ziehen wir mit durch"
Im Lehrerzimmer hing auch eine Weile die Empfehlung aus, ,den Notenspielraum nach oben auszuschöpfen’.

Essen.  Die Abiturnoten in NRW werden immer besser. Das liegt nicht unbedingt daran, dass die Schüler besser werden. Eine Biologielehrerin erzählt, wie groß der Druck ist, im Zweifel die bessere Note zu geben. Eine solche Empfehlung hing einige Zeit sogar im Lehrerzimmer aus.

"Meine Kollegen sind wie ich der Meinung: Die Noten werden tatsächlich besser . Dafür müssen die Schüler immer noch eine Menge leisten, aber die Anforderungen sind breiter angelegt. Und das geht zu Lasten der Tiefe.

Die Aufgaben sind nicht mehr so komplex, wir haben bei den Anforderungen abgespeckt, sind mit den Ansprüchen herunter gegangen. Es gibt dadurch weniger Schüler, die wirklich spitze sind, aber eben auch weniger Schulversager.

Bei einer Fortbildung wurde uns von einem Dezernenten der Bezirksregierung gesagt: „Gehen Sie auf Schatzsuche.“ Gemeint war damit, den Erwartungshorizont so he­runterzuschrauben, dass man auch bei einer eigentlich schlechten Leistung noch irgendetwas finden kann, das eine bessere Note rechtfertigt.

Im Lehrerzimmer hing auch eine Weile die Empfehlung aus, ,den Notenspielraum nach oben auszuschöpfen’.

„Schüler können heute andere Dinge besser“

Ich glaube, die Leistungskurs-Klausuren, die ich früher gestellt habe, könnten meine Schüler heute nicht mehr lösen. Das meine ich nicht unbedingt negativ, denn sie können heute andere Dinge besser, zum Beispiel gezielt und systematisch arbeiten.

Mein Unterricht ist allgemeiner geworden, denn die Schüler müssen doch alles lernen, um optimal auf das Abitur vorbereitet zu sein.

Die schlechten Schüler ziehen wir inzwischen mit durch, und zwar von der fünften Klasse an bis zum Abitur. Das ist oft eine Qual – aber auch eine große Chance für die Schwächeren. Sie profitieren von den inzwischen guten Förderprogrammen. Eine Folge davon ist, dass es nicht nur mehr gute Noten, sondern auch weniger wirklich schlechte Noten gibt.“

(Name der Redaktion bekannt)


Kommentare
31.12.2012
20:46
Lehrerin erzählt -
von Shy_Eye | #42

Es kommt drauf an Leute!
Eine Freundin von mir war auf der Schule sehr schlecht in Mathe, hat aber das Fachabitur bestanden. In der Fachhochschule haben die wesentlich schwerere Aufgaben und sie meistert es sehr gut. In der Matheklausur hat sie eine 2 geschrieben


NRW SOLL gefällgst mehr FÖRDERN UND FORDERN! man nervt ihr mich ey

31.12.2012
13:30
Lehrerin erzählt -
von Alter-Mann | #41

Schlechte Lehrer/innen produzieren schlechte Schüler/innen.

Wer spricht von diesen Lehrer/innen?

Welche Eignungstest existieren dazu in der BRD - und Vergleich dazu andere Ländern - Skandinavien, usw. ?
Maßlos überversorgt und -bezahlt, jammern auf hohen Niveau - oder so ...

Siehe Anforderungen an Studenten vor 30-40 Jahren - ... und heute?

Wir haben nur andere Zeiten - aber bestimmt nicht besser für Kinder, Schüler/innen, Jugendliche .....

Was können heute viele Kinder - Jugendliche ... und kein Alter versteht das.
Sind überfordert.

Wenn die Kinder - Schüler/innen nicht mehr den Anforderungen nachkommen?

Dann sind es die Alten und die unfähigen, gesponserten,... Politiker/innen und öffentlich rechtlichen Medien Schuld.
Wo ist noch Bildungs-TV - außer auf Bayern-Alpha-TV?

2 Antworten
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Name von Moderation entfernt | #41-1

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Name von Moderation entfernt | #41-2

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29.12.2012
20:32
@ Gregory House: Zu ihrer Provokationsstrategie
von PressefreiheitistVerantwortung | #40

Eigentlich hätte es es #39 nicht bedurft, da in Ihrer Antwort 38-1 klar wurde, dass Sie über sehr wenig Fachwissen verfügen, jedenfalls nicht auf der Metaebene. Seit jahren etablierte Fachtermini werten Sie als Phrasendrescherei ab. Kommen wir zu entscheidenden Punkt unsere "Fachdiskussion": Die Dinge, die Sie über sich selbst verraten haben ...
Die Sache mit dem Dunning-Kruger-Syndrom finde ich sehr interessant, dass solches Verhalten in eine Theorie geflossen ist, hatte ich noch nicht auf dem Schirm. Vielen Dazu ist meine Hochschulzeit zu lange her, und Fortbildungen sind selten. Vielen Dank für diese für meine Arbeit wertvolle Information! Im übrigen sollten Sie unbedingt dazu mal das Bild eines sogenannten negativen Narzissten ansehen. Ich glaube, dass es da signifikante Korrelationen gibt, insbesondere, was das Abwerten von Gesprächspartnern angeht. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

2 Antworten
Lehrerin erzählt -
von GregoryHouse | #40-1

LOL! Gute Nacht. :-)

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Name von Moderation entfernt | #40-2

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29.12.2012
20:04
Machen wir mit der zweiten These weiter: Sie möchten mit mir über das Bildungsystem sachlich diskutieren und schaffen es, das Notwendige in wenigen Worten zu sagen.
von PressefreiheitistVerantwortung | #39

Ganz ohne schnörkel und nicht so inhaltsleer wie bei mir.
Darauf freue ich mich jetzt.

1 Antwort
Schade. Sie hätten zum Beispiel Ihr authentisches Interesse und Ihre Kompetenz zeigen können, in dem Sie den von mir Absichtlich eingebauten fehler gefunden hätten
von PressefreiheitistVerantwortung | #39-1

Ich habe die ganze Zeit inen Begriff leicht abgewandelt verwendet - im Sinne einer "Kontrollfrage". Keiner hat es bemerkt, Sie auch nicht. Zugegeben, letztendlich meint der von mir benutzte Begriff das selbe, er kommt vom selben Wortstamm. Aber so ganz korrekt ist er nicht ...

29.12.2012
19:52
@ 34-1 Wir greifen das jetzt mal auf mit dem "Dunning-Kruger-Syndrom"
von PressefreiheitistVerantwortung | #38

Ich unterstelle jatzt mal, dass Sie kein Psychologe sind. Ein Psychologe würde gegenüber einem Betroffenen niemals abwertend reden (kleine Brötschen backen" "Laber, laber, Rhabarber". Die zweite Möglichkeit wäre, Sie kommen aus dem Bereich Schule oder Schulpolitik und können meine Ausführungen inhaltlich beurteilen. In dem Fall sind Sie jetzt herzlich eingeladen, mit mir ein Fachgespräch zu führen - ich nehme auch Korrekturen an.
Die dritte Möglichkeit ist, sie sind keins von beidem und möchten gerne mal ein wenig provozieren.

2 Antworten
Lehrerin erzählt -
von GregoryHouse | #38-1

Ach Gottchen, sind Sie ein Sensibelchen. Ich besitze eigentlich nur ein Hirn, das ihre Aussage als widersprüchlich ansah. Zudem ist mir viel reden und wenig sagen, immer schön mit Fremdwörtern garniert, ein dicker Dorn im Auge. Und das oberlehrerhafte haben Sie doch auch drauf, oder nicht? Ich bleibe trotzdem bei meiner Diagnose, und nein, ich bin kein Psychologe. Und nun TIEF durchatmen. ;-)

"...und können meine Ausführungen inhaltlich beurteilen..."
von Catman55 | #38-2

selten so gelacht... ;-)

29.12.2012
18:46
Sorry für die vielen Fehler in #36, hatte vergessen, Korrektur zu lesen
von PressefreiheitistVerantwortung | #37

der schlimmste: bitte "prestigeorientierte ELTERN" lesen.

29.12.2012
18:40
Wahr ist, dass man sich morgens in der Schule mit Freunden trifft und das von Menschen wie Ihnen gepflegte Image von Schule zum anlass nimt, "diesen Verein" immer weniger ernst zu nehmen.
von PressefreiheitistVerantwortung | #36

Und wenn man dann immer weniger lernt und dann vielleicht doch die Karriere gefährdet ist, dann muss man eben nachmittags für das bezahlen, was man morgens hätte umsonst haben können. das trifft auf ca. 20 - 30 % der nachhilfeschüler zu. Die anderen ca 70 brauchen nachholfe, weil ihre prstigeorientierten Kinder die falsche Schulwahl getroffen haben.
Das dreigliedrige Schulsystem stellt eine organisierte Form individueller Förderung dar. solange Binnendifferenzierung mangels Personal in der Schule nicht funktioniert, ist es die einzige Lösung, der nicht wegzudikutierenden Heterogenität Genüge zu leisten.
Ihr letzter Satz ist interessant. Können sie den belegen? Die Mehrzahl derer, die viele Lehrer für gymnasial geeignet halten, bekommt keine Nachhilfe.

29.12.2012
16:30
Lehrerin erzählt -
von bloss-keine-Katsche | #35

Ja, wenn der Senator erzählt, ...
Was ist denn das für eine Presse, eine Lehrein erzählt, ein Busfahrer erzählt, ...
Andere erzählen was anderes,
wahr ist, in diesem Land werden Milliarden mit Nachhife gemacht, weil die Schulen nichts mehr leisten!
Die Reichen kommen durch, die Armen bleiben auf der Strecke,
das hat nichts mit gut/schlecht-klug/dumm zu tun
einzig und allein damit, haben meine Eltern die Knete für Nachhilfe oder können sies vielleicht selbst.
Hat sich schon irgendwer mal gefragt, warum überdurschschnittlich viel Lehrerkinder zur Waldorfschule gehen?

29.12.2012
11:33
Forts. Hausaufgaben sind aber wichtig, weil Schüler dort gezwungen sind, eine Aufgabe SELBSTSTÄNDIG zu lösen.
von PressefreiheitistVerantwortung | #34

Vorausgesetzt, Eltern spielen nicht den Hilfslehrer. Wohldosierte Diskrepanzerlegnisse führen dann normalerweise dazu, dass das Kind Strategien entwickelt, um dem Anspruch des selbsständigen Problemlösens gewachsen zu sein. Dazu gehören auch bessere Konzentration auf den Unterricht und ordentliche Notizen, die die Zeit des Lernens außerhalb des Unterrichts erheblich verkürzen helfen. Schüler sind dann auch gezwungen, Dinge zu wiederholen. Repetitia ist mater studiorum - daran beißt die Maus keinen Faden ab und weitere neuere Unterrichtsmethoden auch nicht.
zusammenfassend kann man sagen: Ohne Betriebssysteme und Daten auf der Festplatte kann der gröte Prozessor nichts. Dieses sind Beobachtungen, und die Liste ist nicht vollständig. man könnte solche Dinge ja mal empirisch untersuchen. Schlussendlich: Es geht nicht um "heute dümmer" und "früher schlauer" - es geht darum, ob Schüler Wissen, das irgendwo verfügbar ist, selbst ausreichend schnell zur Verfügung haben. Oft nicht ...

5 Antworten
Lehrerin erzählt -
von GregoryHouse | #34-1

"Ohne Betriebssysteme und Daten auf der Festplatte kann der gröte Prozessor nichts"
"Es geht nicht um "heute dümmer" und "früher schlauer"

Das ist doch ein Widerspruch, oder? Also bitte mal kleinere Brötchen backen, Erklärbär! :-)

@ 34-1
von PressefreiheitistVerantwortung | #34-2

Ich glaube zwar nicht, dass Sie die essentielle aussage verstehen, so wie ich Ihre Antwort an mich einschätzen, aber ich fasse sie mal wiederholend zusammen:
es gibt einen Unterschied zwischen deklarativem Wissen und prozessuralem Wissen.
Früher waren wir deklarativ schlauer und prosserural dümmer, heute sind wir prozessural schlauer und deklarativ oft dümmer (nicht alle).
Um klüger zu werden, müssten wir verstehen, dass es nur vordergründig klug ist, deklaratives Wissen zu Gunsten von prozessuralem zu vernachlässigen. Auch wenn es früher dumm war, in deklarativem Wissen das allein Seligmachende zu sehen.
Weiteres erklärt der Erklärbär Ihnen gerne - für 150,- € die Doppelstunde. Da zeige ich Ihnen dann auch, wie man ganz große Brötchen backt.

@ 34-1
von PressefreiheitistVerantwortung | #34-3

Ich glaube zwar nicht, dass Sie die essentielle aussage verstehen, so wie ich Ihre Antwort an mich einschätzen, aber ich fasse sie mal wiederholend zusammen:
es gibt einen Unterschied zwischen deklarativem Wissen und prozessuralem Wissen.
Früher waren wir deklarativ schlauer und prozessural dümmer, heute sind wir prozessural schlauer und deklarativ oft dümmer (nicht alle).
Um klüger zu werden, müssten wir verstehen, dass es nur vordergründig klug ist, deklaratives Wissen zu Gunsten von prozessuralem zu vernachlässigen. Auch wenn es früher dumm war, in deklarativem Wissen das allein Seligmachende zu sehen.
Weiteres erklärt der Erklärbär Ihnen gerne - für 150,- € die Doppelstunde. Da zeige ich Ihnen dann auch, wie man ganz große Brötchen backt.

P.S. das "es geht nicht um ...." konnte ich aus Platzmangel nicht besser erklären.
von PressefreiheitistVerantwortung | #34-4

Es ist ein Bezug zu den Aussagen mehrerer Forenteilnehmern, die zumindest latent das ganze auf diesen immerwährenden Streitpunkt "früher war alles besser" reduzieren möchten und zu den darauf folgenden kritischen Antworten. Es geht aber um mehr: es geht darum, gute, neue Ansätze in Kombination mit Dingen, die früher besser waren, verantwortungsvoll einzusetzen. Und der Streit, der sich weiter unten zu entwickeln drohte, ist nicht zielführend. Darauf ist der Satz bezogen.

Lehrerin erzählt -
von GregoryHouse | #34-5

Laber, laber, Rhabarber: Ihre Aussage widerspricht sich selbst. Ich vermute das "Dunning-Kruger-Syndrom" aber auf jeden Fall sind Sie unterhaltsam! :-))

29.12.2012
11:12
Fortsetzung #32
von PressefreiheitistVerantwortung | #33

hat, dass man eben jene prozessuralen Fertigkeiten unabhängig von der "Basisintelligenz" fördern kann und weil man heute auf Speicherwissen anderswo zugreifen kann, exorbitant mehr und leichter als früher. Ein laptop oder ein tablet sind sozusagen ein "outgeourctes" Teil der menschlichen Festplatte, des Gehirns.
Ein weiterer Faktor liegt im sinnvoll geänderten Unterrichtsstil. HEUTE bemüht man sich, Denkschritte beim Lernen nicht nur wegen der Schulung der prozessuralen Fertigkeiten transparent zu machen (Methodenbewusstsein), sondern ganz simpel auch deshalb, weil etwas, das verstanden wurde, besser gelernt und behalten werden KANN.
Und an dieser Stelle fallen mir regelmäßig mindestens folgende Fehlerquellen auf:
1. glauben viele Schüler heute, dass es ausreicht, verstanden zu haben und dass Üben überflüssig ist.
2. ist kaum ein Schüler im Unterricht mehr durchgängig aufmerksam
3. wird verstärkt auf Lehrer eingewirkt, keine Hausaufgaben aufzugeben. Forts.

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