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Hähnchenmast

Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW

21.02.2013 | 18:37 Uhr
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
Hühner-Industrie: 40.000 Vögel werden in einem Stall in Westfalen aufgezogen.Foto: Matthias Graben

Essen.   In NRW werden Dutzende neuer Riesen-Mastställe für Hähnchen gebaut. Meist liegen zwei, mancherorts gar drei der gewaltigen Anlagen mit 40.000 Tieren und mehr nebeneinander. NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) will gegen die Ställe vorgehen - die Produzenten wehren sich.

In NRW werden Dutzende neue Riesen-Mastställe für Hähnchen geplant und gebaut. Sie fassen in der Regel 40.000 Tiere. Fast immer liegen zwei, mancherorts sogar drei dieser gewaltigen Mastanlagen nebeneinander. Der Trend zum Mega-Stall ist auch deshalb so groß, weil die Bauern strengere Regeln für die Geflügelmast fürchten. Sie wollen Tatsachen schaffen, bevor die Politik den Bau dieser Anlagen erschwert. Das NRW-Umweltministerium sieht tatsächlich dringenden Handlungsbedarf, Anwohner setzen sich gegen diese Art der Landwirtschaft zur Wehr.

Eine Millionen neue Mastplätze in zwei Jahren

Ein paar Beispiele für die neuen Dimensionen der Geflügelproduktion im Land: Im Kreis Steinfurt hat sich die Zahl der Masthähnchen zwischen 2010 und 2012 um eine Million Tiere erhöht. Im Kreis Borken wurden seit 2010 acht Mega-Ställe genehmigt, zwei Anträge laufen. Im Kreis Soest waren es sieben neue Anlagen. Vor wenigen Tagen erst wurde in Welver ein Tiermastbetrieb beantragt: zwei Ställe, 84 000 Hühner.

„Ohne Medikamente können viele Tiere nicht zur Schlachtreife gebracht werden“

NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) will gegen die Riesenställe vorgehen. Er fordert moderne Filter für die Anlagen, um Keime und Gestank nicht in die Umwelt entweichen zu lassen. Er regt an, bundesweit den Tierschutz zu verbessern und „durch die Änderung des Baurechts die Entstehung weiterer Groß- und Megaställe zu verhindern“. Laut Remmel kommen neun von zehn Masthühnern in Kontakt mit Antibiotika. „Ohne massiven Medikamenteneinsatz können viele Tiere überhaupt nicht mehr zur Schlachtreife gebracht werden“, so der Politiker.

Lebensmittel-Kennzeichnung
Verbraucherschützer - Hühnerfleisch besser kennzeichnen

Was für das Ei gilt, gilt noch lange nicht für’s Huhn: Die Rückverfolgbarkeit von Hühnerfleisch ist für den Verbraucher schwierig bis unmöglich. Nur die Lebensüberwachung kann Schritt für Schritt Produktionswege nachvollziehen.

Die Produzenten wehren sich gegen Vorwürfe. Nur mit Ställen dieser Größenordnung könne heute noch Geld mit der Hähnchenfleischproduktion verdient werden. „Der Bauer bekommt pro Kilo Lebendgewicht 99 Cent“, sagte Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW dieser Zeitung. Nirgendwo in Europa würden Verbraucher so sehr auf niedrige Preise achten wie in Deutschland. Die Bauern produzierten genau das, was nachgefragt werde.

Matthias Korfmann und Peter Sieben



Kommentare
25.02.2013
10:07
MASSENTIERHALTUNG/MODERNE TIERHALTUNG = TIERQUÄLEREI
von www.schnitzel-ist-out.de | #35

Die Folgen haben unsere Nachkommen zu tragen, Umweltverschmutzung, Regenwaldabholzung, Welthunger, Gesundheitsgefahren. Fleischessen ist keine Privatsache mehr! Eine fleischlose, abwechslungsreiche Kost ist gesund und lecker. Denn Fleisch ist kein Stück Lebenskraft, wie es die Industrie immer darstellt. Fleisch ist ein Stück verwesende Leiche, verseucht mit Hormonen, Antibiotika, Dioxinen und anderen Giften. Tierische Fette, vor allem in Wurst und Milchprodukten enthalten, sind krebserregend. Auch fördert der Verzehr Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen und Fettleibigkeit. Es gibt leckere Alternativen, Schnitzel und Co. z.B. aus Weizeneiweiß. Eisen findet man u.a. in Hülsenfrüchten, Ölsamen, Nüssen, Vollgetreide sowie verschiedene Gemüsearten (z.B. Fenchel, Feldsalat, Rucola, Zucchini, grüne Erbsen, Spinat) und Trockenfrüchte (z.B. Pfirsich, Aprikose, Dattel). Zahlreiche Infos gibt es beim VEBU

25.02.2013
10:05
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #34

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

25.02.2013
10:03
GEGEN TIERINDUSTRIE
von www.schnitzel-ist-out.de | #33

Das selbstzerstörerische System Massentierhaltung gehört abgeschafft. Es werden in Deutschland mehr Tiere geschlachtet als gegessen, also wofür brauchen wir immer mehr tierquälerische Tierfabriken? Produziert wird für den Weltmarkt, aber die antibiotikaverseuchte Gülle bleibt hier. Hört auf Tiere zu quälen und für den Genuss zu töten. Esst Pflanzenfleisch, das ist zudem gesünder! http://www.veggielife.de/schnell_und_koestlich/fun_frikasse.html
Es ist heuchlerisch zu schreien man will keine Mastställe vor der eigenen Haustüre und dann das Fleisch der Tiere zu essen! Wacht auf!

24.02.2013
22:42
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von Juelicher | #32

In einer Markwirtschaft verhalten sich alle Marktteilnehmer im möglichst marktwirtschaftlichen Sinne. Sie streben also - gesamtgesellschaftlich gewollt - für sich den optimalen Nutzen an: Möglichst viele Waren mit akzeptabler Qualität zum möglichst günstigsten Preis produzieren bzw. erwerben.
Es ist Aufgabe des Gesetzgebers, die genutzten Tiere im Sinne des Grundgesetzes soweit möglich zu schützen u. die dazu notwendigen Gesetze u. Verordnungen zu erlassen u. nötigenfalls deren Einhaltung zu kontrollieren. Der Gesetzgeber ist der Regulierer, welcher dafür zu sorgen hat, dass marktwirtschaftliches Handeln in ethisch vertretbaren Grenzen erfolgt. Anders kann u. wird es in einer modernen, großen Konsumgesellschaft niemals funktionieren.

24.02.2013
18:55
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von BauerKleppe | #31

Ich kann #29 nur zustimmen.
Der Verbraucher fordert die niedrigen Preise nicht. Er bekommt sie frei Haus geliefert, haufenweise in bunten Prospekten. Die Preise resultieren aus dem Wunsch des größten Marktanteils, nicht der absoluten Nachfrage.
Wäre die Milch auf breiter Front 20ct teurer, sie würde auch gekauft, kaum ein Liter weniger; wenn ich Milch brauche kaufe ich sie, auch wenn sie teurer ist.
Und wenn ich grillen will, grille ich, auch wenn das Fleisch 2€ pro Kilgramm teurer ist.

24.02.2013
17:55
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von Untertan43 | #30

Wie wäre es mit dem Satz immer GRÖßERE Hahnchenställe?
Ich freue mich wenn der Preis günstig ist. Kaufe nur die sogenannten Freilandeier und Biohühnerfleisch.
Natürlich weiß ich dass die Hühner leiden. Aber gibt es denn eine Möglichkeit die Produkte von glücklichen Hühnern zu kaufen?
Ich würde sie kaufen, wenn ich ehrliche Verkäufer finden würde. Geh mir weg mit den sogenannten Bioläden.
Man kann auf der ganzen Welt nicht soviel BIO erzeugen wie es uns angeboten wird
Es gibt überhaupt keine Gründe, dass viele Landwirte kriminell werden.
Ich habe ihnen nicht gesagt sie müssen so produzieren. Ich bezahle den vernünftig geforderten Preis. Die Gier?
Und einmal mehr kennt der Staat seine Pflichten nicht. Der ist genauso gierig wie die meisten von uns Verbrauchern.Muss man denn solche Herstellungsmethoden genehmigen?
Wo sind die Tierschützer? Scheinbar essen wir alles, wenn es nur bllig ist. Wie es hergestellt wird und wer darunter leiden muss ist vollkommen egal.
Armes Deutschland

24.02.2013
17:23
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von guentherschmalza | #29

Die Presse erklärt ständig, der Verbraucher würde dies oder das fordern, Der Verbraucher fordert Ladenöffnung rund um die Uhr oder Grillfleischj für € 3,90 das Kilo. Oder Hähnchen zum Superpreis. Das stimmt doch alles garnicht. Der Handel schmeist am Wochenende mit Sonderangeboten um sich, als würden die Produkte nichts wert sein. Will man tatsächlich im Supermarkt für mehr Geld bessere Ware kaufen, gibt es garnichts, was in der Qualität besser wäre. Also gehe ich zum Direktvermarkter, dem Bauernladen. Das Fleisch ist hervorragend und auch nicht viel teurer als beim Supermarkt. Also liebe Medien, schreibt nicht immer solchen Unsinn. Die Prospekte die in Euren Zeitungen liegen, werden nicht von Verbrauchern gedruckt.

2 Antworten
Genau so ist es
von RainerN | #29-1

IEinmal platt ausgedrückt, ich z.B. habe bisher noch in keinem Supermarkt gesagt:"gebt das mir das kg Wiesenhoffleisch für 2,49 Euro oder ich gehe ich woanders hin".
Der Händler ist es, der mich mit seiner Werbung anspricht und mir bestimmte Waren z.T. unter dem Einkaufspreis anpreist. Die Hoffnung dabei, der Kunde erledigt den kompletten Wochenendeinkauf in seinem Laden. Mit Speck fängt man Mäuse. Ist das Sonderangebot dann innerhalb kürzester Zeit vergriffen, dann heißt es:" seht ihr, der Kunde verlangt danach".
Man könnte auch vereinfacht sagen, dass Verlangen nach etwas, wird erst durch ein attraktives Angebot geweckt und nicht der Kunde verlangt ganz gezielt danach.

Sorry,
von RainerN | #29-2

im ersten Absatz ist durch Umschreiben ein kleines Durcheinander entstanden.

24.02.2013
15:58
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von akaz | #28

Und wieder kommt ein Dummschwätzer von irgendeiner Kammer oder einem Verband zu Wort und behauptet, dass der Kunde preiswerte Ware haben will.
Damit werden alle Übertretungen legalisiert. Hier zu kleine Ställe oder zu viele Viecher, und damit die Verlustrate nicht zu hoch wird, werden kräftig Medikamente ins Futter gemischt. Das wird noch mit Tierschutz entschuldigt, damit die armen Tiere nicht leiden.
Wenn ich die dusseligen Begründungen und die beliebte Entschuldigungen, es dem Verbraucher Recht zu tun, stelle ich mir immer vor, wie der Verbraucher die Bauern zwingt? Geht er mit geladenem Sturmgewehr in den Stall.

Die Strafen sind viel zu niedrig. Was nutzen mögliche idiotisch hohe Strafen, wenn es mit einer Verwarnung beginnt. Mindeststrafen sind notwendig. Außerdem würde ich ausschließlich den letzten Verkäufer haftbar machen, dabei aber nicht die Filiale, die oft eine GmbH ist, sondern die Kette.

24.02.2013
14:53
Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von compumann | #27

Wer gibt das denn vor? Bedenkt bitte die Preisentwicklung im handel. Edeka Rhein-Ruhr bietet zum Bespiel Hähnchenschenkel für das Kg 1,99€ an. Bei ca. 600 Edekageschäfte alleine in NRW sind das Tonnen. Und das ist nur eine Handelskette. Wenn Real, Rewe usw. ebenfalls bewerben, kommen schon etliche Mengen zusammen. Auf natürlichem Wege unter Einhaltung des Tierschutzes ist eine solche Produktion niemals möglich. Guten Appetit

2 Antworten
Treffend!
von sellerieschubser | #27-1

"Auf natürlichem Wege unter Einhaltung des Tierschutzes ist eine solche Produktion niemals möglich."

Ich weise hierbei nur auf die Geschwindigkeit der Geflügel-Tötungsstraßen in den Schlachthöfen hin. Auf Grund der benötigten Tonnagen bei diesen "Werbungen" kann(!) nicht wirklich mehr gewährleistet werden, das die Tiere "vernünftig" zu Tode kommen, bevor diese zerteilt werden...

Ich möchte da nicht bei sein...

Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von Juelicher | #27-2

Die 1,99 zahlen Sie für Tiefkühlware. Frische Hähnchenbrust liegt zwischen 5 u. 6,50 Euro. So billig ist das dann nicht mehr. Würde der Gesetzgeber schärfer Richtung Tierschutz reglementieren, würden die Verbraucher aber sicherlich nicht wegen höhere Preise demonstrieren gehen, sondern akzepieren u. gegebenenfalls die Verzehrmenge reduzieren.

24.02.2013
14:50
sellerieschubser | #25
von schRuessler | #26

Das Argument ist so alt wie falsch.

Wenn es gesetzliche Vorgaben gibt, die solche XXL-Hähnchenställe verhindert, wird das Fleisch vielleicht ein paar Cent teurer, aber die Leute werden es trotzdem kaufen.

Das ist die einzig wirksame Lösung.

2 Antworten
Tja... Dann fragen Sie...
von sellerieschubser | #26-1

...mal "den Kunden"...

Aus eigener Berufspraxis, Lebensmitteleinzelhandel, kann ich Ihnen versichern, das ALLES(!) nur über den Preis geht!

Ist ein Produkt bei dem Händler A auch nur einen oder zwei Cent teurer, so geht er zum Händler B. Ob dann drauf gezahlt wird, z.B. Benzin, ist in dem Augenblick egal, denn man hat ja "gespart"...

Daher ist Ihr Argument von "...ein paar Cent..." nicht wirklich greifend.

Als Beispiel sei hier die Milch angeführt. Hebt einer an, ziehen alle nach... Bei Senkungen ebenso. Der Handel kann sich solche Preis-Schlachten einfach nicht mehr leisten. Dafür sind die Margen einfach zu gering...

Landwirte bauen immer mehr riesige Hähnchenställe in NRW
von schRuessler | #26-2

Wenn gesetzliche Vorgaben solche Mastfabriken verhindern, wird es für alle teurer.

Und wenn es kein Hähnchenfleisch für 1,11/kg mehr gibt, wird der Kunde eben mehr zahlen.

Dazu muss es aber zum einen genaue gesetzliche Vorgaben geben, aber vor allem viel mehr Kontrollen.

Das Abschieben der Verantwortung auf den Verbraucher verhindert doch nur, dass die Poltik endlich tätig wird.

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