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Schuldenkrise

Griechenland hat sich mit dem Hilfspaket Zeit gekauft

21.02.2012 | 16:52 Uhr
Griechenland hat sich mit dem Hilfspaket Zeit gekauft
Das Geld fließt wieder, die EU-Flagge weht noch in Athen – also alles in Ordnung?

Brüssel.   Das neue Hilfspaket für Griechenland umfasst Notkredite und einen Schuldenschnitt – gegen Sparversprechen und strengere Kontrollen. Ein Überblick über die Details des Pakets, mit dem Griechenland Zeit kauft.

Das Paket: Es ist 130 Milliarden Euro schwer. Athen wird daraus Notkredite erhalten, um Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können – vor allem das Begleichen von Schulden. Die nationalen Parlamente müssen dem Paket noch zustimmen. Im Bundestag soll das am Montag geschehen.

Die Perspektive: Die neuen Hilfen verschaffen Griechenland Zeit, die Finanzmisere mit schmerzhaften Sparplänen, Verwaltungs- und Wirtschaftsreformen zu beenden. Daher ist der Rettungsweg riskant. Das zeigt eine Analyse der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds IWF.

Sorge um die Konjunktur

Das Ziel: Griechenland soll mittelfristig wieder regulär Geld zu tragbaren Bedingungen an den Finanzmärkten borgen können. Dazu soll die Schuldenlast bis 2020 auf 120,5 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung sinken. Derzeit beträgt der Schuldenstand mehr als 160 Prozent. Sorgenvoll blicken Experten auf Griechenlands Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2012 das fünfte Jahr in Folge schrumpfen.

Die Geldgeber: Dies sind die Europäer und der IWF. Die neuen Finanzhilfen der Europäer sollen jetzt erstmals aus dem Rettungsfonds für klamme Euro-Staaten kommen. Dieser Fonds leiht sich das nötige Geld an den Finanzmärkten. Deutschland und die anderen Staaten bürgen dafür.

Strengere Kontrolle

Die Gegenleistung: Griechenland, das jahrzehntelang über seine Verhältnisse lebte, muss weiter Ausgaben kappen, seinen Staatsapparat und den Arbeitsmarkt reformieren sowie die Wirtschaft auf Vordermann bringen. Die Europäer wollen die griechische Regierung dabei strenger kontrollieren und überwachen.

Die Sicherheit: Die Euro-Finanzminister vereinbarten zudem wie von Deutschland gefordert, eine Art Sperrkonto einzurichten. Das soll gewährleisten, dass Griechenland vorrangig Schulden begleicht.

Unterm strich sind 74 Prozent der Schulden erlassen

Der Schuldenschnitt: Private Gläubiger – Banken, Versicherer, Investmentfonds – sollen dem Staat 53,5 Prozent der Schulden erlassen, das sind 107 Milliarden Euro. Da die Gläubiger auch niedrigere Zinsen in Kauf nehmen, erlassen sie Athen unterm Strich 74 Prozent der Schulden.

Sabine Brendel



Kommentare
22.02.2012
12:52
Nepper, Schlepper, Bauernfänger
von wohlzufrieden | #3

Griechenland hat sich mit dem Hilfspaket Zeit geklauft...

22.02.2012
00:04
Griechenland hat sich mit dem Hilfspaket Zeit gekauft
von dummmberger | #2

Womit hat sich denn Griechenland Zeit "gekauft"?
Ich denke, die sind pleite.

Man sollte vor allem über den letzten Abschnitt einmal intensiv nachdenken. Warum sind Banken, Versicherer und Investmentfonds beriet, auf über 70 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten?
Weil es ************ sind?
Wohl kaum.
Wen retten wir mit dem Rettungsschirm wirklich?

21.02.2012
22:29
Griechenland hat sich mit dem Hilfspaket Zeit gekauft
von Funakoshi | #1

Dafür wird der "Backlash" später um so schlimmer!!!

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