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Göring-Eckardt setzt auf Koalition mit der SPD

16.09.2012 | 05:47 Uhr
Foto: /dapd/Paul Zinken

Für Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) kommt nur die SPD als Koalitionspartner nach der Bundestagswahl 2013 in Betracht.

Berlin (dapd). Für Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) kommt nur die SPD als Koalitionspartner nach der Bundestagswahl 2013 in Betracht. "Nach dem, was die Regierung Merkel in den vergangenen Jahren angestellt hat, steht für mich fest: Unsere Politik können wir nur mit der SPD umsetzen", sagte Göring-Eckardt, die sich für die Spitzenkandidatur ihrer Partei bei der Bundestagswahl bewirbt, der Zeitung "Bild am Sonntag".

Eine Koalition mit der Union lehnte Göring-Eckardt ab. "Eine Partei, die wider besserer Einsicht am Betreuungsgeld festhält, die soziale Fragen vor sich herschiebt und gegen die erneuerbaren Energien agitiert, kann für uns kein Partner sein", sagte sie. "Ich will keine Verlängerung dessen, was wir die letzten Jahre erlebt haben."

Zu möglichen weiteren Regierungspartnern sagte Göring-Eckardt, die Linke wolle gar nicht regieren, und die Frage einer Koalition mit der FDP stelle sich für die Grünen nicht. "Ich gehe davon aus, dass die FDP gar nicht in den Bundestag kommt", sagte sie. Die Partei betreibe keine liberale Politik, sondern Wirtschaftslobbyismus.

Göring-Eckardt sagte, sie sei einen anderen Lebensweg gegangen als die Mitbewerber um die Grünen-Spitzenkandidatur, die Fraktionschefs Jürgen Trittin, Renate Künast und die Parteivorsitzende Claudia Roth. "Ich gehöre einer anderen Generation der Grünen, den 1989ern an, und komme aus Ostdeutschland", sagte die 46-Jährige. Außerdem besetze sie die soziale Frage als Thema, das immer wichtiger werde. Zum "Markenkern" der Grünen würden aber auch künftig Umwelt und Nachhaltigkeit gehören. Zum Wahlziel sagte sie: "Wir Grünen haben mehr Potenzial als die derzeitigen Umfragewerte, das motiviert."

Göring-Eckardt, die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, sagte: "Als gläubiger Mensch frage ich mich, ob das, was ich politisch will, eine Begründung hat in dem, was ich als Christin vertrete." Bei einigen Themen könne sie das bejahen. Ein Christ in einer anderen Partei könne aber zu anderen Antworten kommen. "In der Bibel steht nicht, wie ich über den Bundesverkehrswegeplan abzustimmen habe", sagte Göring Eckardt.

(Göring-Eckardt-Interview: http://url.dapd.de/cs2SaZ )

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