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Politik

FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt

19.10.2012 | 11:18 Uhr
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
Der Fraktionschef der FDP im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, attackiert den Generalsekretär seiner Partei, Patrick Döring.

Berlin.  FDP-Generalsekretär Patrick Döring hatte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wegen dessen Nebenverdienst harsch kritisiert und ihm eine "knallharte Gewinnermentalität" attestiert. Nun attestierte ihm sein eigener Parteikollege Kubicki, dass er offenbar Drogen nehme. Ein Liberaler könne niemandem vorwerfen mit seiner Arbeit Geld zu verdienen.

FDP-Generalsekretär Patrick Döring gerät wegen seiner Äußerungen über die Nebenverdienste von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in den eigenen Reihen in die Kritik. Er habe das Statement Dörings "ziemlich peinlich" gefunden, sagte der Fraktionschef der FDP im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Döring hatte Steinbrück vor zwei Wochen in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung unter anderem eine "knallharte Gewinnermentalität" attestiert.

"Ich weiß nicht, was er geraucht hat"

"Ich weiß nicht, was er geraucht hat, aber für die Vertreter einer liberalen Partei ist es geradezu unerhört, sich darüber zu äußern, dass jemand für seine Tätigkeiten, in die er ja auch seine Persönlichkeit einbringt, Geld bekommt", sagte Kubicki in der Talkshow. "Das ist wirklich unglaublich".

FDP-Generalsekretär Patrick Döring (dapd)

Er fände es schön, wenn Döring sich bei Steinbrück "öffentlich entschuldigen" würde. Die harsche Reaktion Kubickis muss auch vor dem Hintergrund der partei-internen Auseinandersetzungen bei der FDP gesehen werden. Kubicki hat bereits mehrfach öffentlich darüber sinniert, dass der jetzige Parteichef Philipp Rösler abgelöst werden müsse. Döring wiederum wurde von Rösler berufen.

Einigung über verschärfte Regeln steht noch aus

Kubicki befand es zudem als "Unverschämtheit", wenn Unions- und FDP-Abgeordnete Steinbrück unterstellten, er sei ein Produkt der Finanzindustrie. Es sei "albern" anzunehmen, dass, wer einen bezahlten Vortrag halte, sich nach der Meinung der Zuhörenden richte. Im Übrigen habe Steinbrück die Vorträge in einer Zeit gehalten, in der er nicht Kanzlerkandidat gewesen sei.

Die Kritik der Koalition an Steinbrücks lukrativen Vortragshonoraren hatte im Bundestag die Debatte um mehr Transparenz bei Abgeordneten-Nebeneinkünften neu entfacht. Eine Einigung über verschärfte Regeln steht jedoch noch aus, da die Fraktionen unterschiedliche Modelle bevorzugen. (afp)



Kommentare
20.10.2012
13:18
Wenn Blinde von der Farbe reden...
von creck | #20

Bezeichnend für Kubicki ist, dass er seine Kohle nach eigenen Angaben auch in Liechtenstein (natürlich ordentlich versteuert) anlegt.
Diese Partei propagiert seit jeher den kurzen Dienstweg zur kreativen Steuervermeidung.

20.10.2012
12:20
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von machtnix | #19

So lange ein Bundeskanzler/in weniger verdient als ein Sparkassendirektor und/oder ein mittelmäßiger Fußballer, so lange darf man sich nicht wundern.

Aber in Neid Deutschland ist das nicht möglich.

19.10.2012
17:31
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von janka.nbmv | #18

Kubicki sagt, er brauche seine Salärs um seine Kanzlei am Laufen zu halten, um nach der Zeit als Abgeordneter nicht ins Bodenlose zu fallen. Dabei kann er wohl kaum für die Kanzlei arbeiten bei der Abgeordnetentätigkeit und den unendlich vielen Auftritten in Talkshows. Er betreibt nur Lobbyismus, Geldscheffelei mit seinem ,,guten Namen". Hat er keine Anwälte, die für seine Kanzlei wirtschaften? Kein Wunder, dass ihm die neuen (aber auch scheinheiligen) Transparenz-Initiativen ein Dorn im Auge sind. Außerdem sollten unsere Abgeordneten nicht nur ihre Nebeneinkünfte offenlegen sondern auch einen Leistungsnachweis offenlegen. Ich würde auch gerne kluge Reden schwingen über Gott und Politik und nebenbei die große Kohle machen, aber mir hört keiner zu.

19.10.2012
16:07
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von Yamato-Germany | #17

Kubicki hat den Bundesvorsitzenden vergessen.

19.10.2012
15:13
Libertär gegen rot
von RANRW | #16

Weg mit Döring und Rösler und dafür mehr Einfluss für Frank Schäffler.

19.10.2012
14:57
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von michalek | #15


Döring passt zu seinen Vorsitzenden Rösler. Er hat bis jetzt als Generalsekretär auf gezeigt warum die FDP nicht wählbar ist. Kubicki hat mit seiner Kritik, auch in der angewendeten Form, an diesem Generalsekretär recht.
Wenn die FDP überleben will sollte sie dem Ratschlägen von Kubicki folgen. Das er den den jüngeren Lindner unterstützt und mit ins Boot nimmt ist der richtige und einzige Weg für diese Partei.

19.10.2012
14:37
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von machmal | #14

Her Kubicki hat sich in der Sendung selber disqualifiziert.
Abgeordneter ist ein Hauptberuf und lässt keine Zeit
für Nebentätigkeiten zu. Zu dem Thema Berufsvielfalt im Bundestag,
wäre dann nicht mehr gegeben. Welche Berufserfahrungen
haben denn Frau Nahles und Herr Mießfelder?
Beklatschen möchte ich den Auftritt von Herrn Hackmack.
Er hat mir aus der Seele gesprochen.

19.10.2012
14:14
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von worldsaway | #13

Natürlich ist der verwirrt. Niemand der halbwegs bei Verstand ist wird FDP-Mitglied.

4 Antworten
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von meinemeinungdazu | #13-1

Die FDP ist die Partei ohne Gewissen!

FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von Broncezeit | #13-2

#13-1

Deshalb hat sie auch Willy Brandt in den Sattel gehoben.

Was fütr ein Geschwurbel
von cui.bono | #13-3

Natürlich hat die FDP genau so ein Gewissen wie andere Parteien auch. Aber die FDP biedert sich nicht bei Hartz IV-Beziehern mit Wahlgeschenken an. Dafür wird die FDP natürlich auch von dieser Klientel gehasst.

FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von wkah | #13-4

1. bei Hartz 4 Beziehern kann man sich nicht anbiedern - da man Hartz 4 gar nicht beziehen kann.
2. Ich bin von Arbeitslosigkeit verschont - kann sich natürlich morgen ändern.
Aber die FDP ist auch für mich die überflüssigste Partei Deutschlands.

19.10.2012
14:03
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von berni44 | #12

Hallo,
der Abgeordnete ist nur seinem Gewissen verantwortlich, so steht`s im Grundgesetz.
Meinen sie nicht, dass auch ein Verbrecher nicht ein Gewissen hat? Er hat eben vom Normalen ein abweichendes Gewissen. Wie soll der Wähler bei Abgeordneten eben prüfen, ob solch ein abweichendes Gewissen vor liegt. Öffentlich gibt es direkt keine Hinweise, da alle eine geschützte Würde haben. Übrigens keiner weiss was diese Würde ausmacht.
Herr Kubicki ich habe sie bei Mybritt Illner gehört. Sie sitzen haben ein Landtags- und ein Bundestagsmandat sowie selbständig als Strafverteidiger. Jede einzelne Tätigkeit
für sich würde einen Mann ernären, wenn sie ordentlich ausgeführt wird. Sie nehmen also 2 Personen eine einkömmliche Tätigkeit weg. Meldet sich hier, Herr Kubicki, nicht ihr Gewissen?
Nein, sie behaupten, dass der Wähler es so gewollt habe. Sie sind nicht gewählt worden. Die Partei hat sie aufgestellt.
Bei Kandidatenaufstellungen kenne ich mich aus. Hier wird kein Gewissen geprüft.

1 Antwort
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von Captain_Kirk | #12-1

Herr Kubicki kann keine zwei Parlamentsmandate haben. Das ist Quatsch. Herr Kubicki sitzt "nur" im Landesparlament Schleswig-Holsteins. Abgesehen davon hat er gestern in der Sendung stichhaltige Argumente geliefert, warum ein Nebenverdienst für Abgeordnete möglich sein soll. Politik ist ein schnelllebiges Geschäft, in dem worst-case ein Abgeordneter bereits nach einer Legislaturperdiode wieder vor den Toren des Bundes- oder Landesparlaments stehen kann. Es kann also nur sinnvoll für Berufspolitiker sein, den vorherigen Job als Nebentätigkeit weiterzuführen, um nicht nach der Abwahl vor der Arbeitslosigkeit zu stehen. Man betrachtet i.d.R. nur die Speerspitze der Politik. Von den über 600 Abgeordneten allein im Bundestag sind viele von diesem Problem betroffen. Bei denen stehen nicht die Spitzenmanager großer Unternehmen mit Aufsichtsrats-Pöstchen Schlange. Her mit den neuen Transparenzrichtlinien, aber Nebenverdienst verbieten ist genauso bescheuert, wie Dörings Kritik an Steinbrück.

19.10.2012
13:59
FDP-Rebell Kubicki hält FDP-Generalsekretär mindestens für verwirrt
von MichaP | #11

Ich finde es schon Bedenklich wenn Politiker den Job auf Zeit als reinen Nebenjob sehen.
Aber so sieht unsere Politik ja auch aus. Von jedem Hartz VI Empänger wird verlangt alles offen zu legen und jeder normale Arbeitnehmer hätte auch keine Sichereit im Job wenn er in die Politik wechselt. Beamten wird es da ja leicht gemacht. Jeder Politiker weiss von Anfang an das es ein befrissteter Job ist, halt wie ein Zeitarbeiter nur dem werden solche Privilegien nicht zu gebilligt.

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