Fast jeder dritte Schulanfänger in NRW hat eine Sprachstörung
09.10.2012 | 18:51 Uhr 2012-10-09T18:51:00+0200
Düsseldorf. Jedes Jahr im Herbst werden Zehntausende Kinder in NRW eingeschult. Davor steht allerdings für alle i-Dötzchen die Eingangsuntersuchung, bei dem sie auf ihre Schultauglichkeit untersucht wurden – und hier schneiden viele Schulanfänger gerade im sprachlichen Bereich schlecht ab.
Jedes Jahr im Herbst werden Zehntausende Kinder in NRW eingeschult. Davor steht
allerdings für alle i-Dötzchen die Eingangsuntersuchung, bei dem sie auf ihre
Schultauglichkeit untersucht werden – und hier schneiden viele Schulanfänger
gerade im sprachlichen Bereich schlecht ab.
Im Report 2010 des Landeszentrums Gesundheit NRW, der aktuellsten Erhebung zu
dem Thema, wird deutlich, dass 29,1 Prozent der Kinder Sprachstörungen
aufweisen. Das ist ein Zuwachs von 5,2 Prozentpunkten im Vergleich zu 2005.
„Die Zahlen sind besorgniserregend“, urteilt Dietlinde Schrey-Dern vom
Deutschen Bundesverband für Logopädie, „und dies, obwohl seit Jahren in NRW
Maßnahmen dagegen ergriffen werden."
Unterschiedliche Schwere der Störungen
Die Experten unterscheiden zwischen Sprachauffälligkeiten und Sprachstörungen.
Auffälligkeiten sind etwa nuscheliges Sprechen, ein geringer Wortschatz oder
das ständige Verwenden derselben Satzbausteine. Bei einer Sprachstörung dagegen
sind die Kinder im Vergleich zur
Altersgruppe sprachlich stark verzögert, zum Beispiel wenn Zweijährige nur
wenige Wörter sprechen oder Dreijährige für Fremde unverständlich sind.
Zudem sind Sprachentwicklungsstörungen genetisch bedingt – Jungen leiden
stärker darunter als Mädchen. Dazu kommt, dass auch Hörstörungen zu
sprachlichen Defiziten führen können.
Logopädin Schrey-Dern kritisiert den Sprachtest „Delfin 4“, der seit 2007 in
den Kitas in NRW verpflichtend ist. Getestet werden dabei die Sprachkenntnisse
aller Vierjährigen, um Defizite zu erkennen und zu beheben. Stellt man bei
einem Kind Förderbedarf fest, zahlt das Land 340 Euro pro Jahr an die Kita, um
die Sprachentwicklung zu fördern.
Der Test an sich wäre durchaus sinnvoll, wenn er sprachauffällige von
sprachgestörten Kindern unterscheiden würde, damit sprachgestörte Kinder
Sprachtherapie erhalten und keine Förderung, die ihnen nicht hilft.
„Erschwerend kommt hinzu, dass gegenwärtig eine Leitlinie fehlt, nach der
Förderung zu erfolgen hat. Das Land zahlt dafür, gibt aber keine verbindlichen
Kriterien vor, nach denen eine sinnvolle Sprachförderung stattfinden kann. Zudem werden Erzieher nicht
einheitlich im Bereich Sprachförderung ausgebildet“, bemängelt Schrey-Dern.
Sprachauffälligkeiten haben viele
Gründe
Die Ursachen für Sprachentwicklungsauffälligkeiten sind laut der Expertin
vielfältig und lassen sich nicht auf Klischees reduzieren: „Familien, die nicht
in der Lage sind, die sprachliche Entwicklung ihres Kindes zu fördern, verspäteter
Kita-Eintritt – aber auch unkontrollierter Medienkonsum, das alles gibt
es. Dennoch darf nicht vergessen
werden: Viele unterschiedliche Gründe können Sprachprobleme im
Grundschulalter begünstigen. Wichtig
ist, dass Eltern so früh es geht, beraten und unterstützt werden, um ihre
Kinder im Alltag sprachlich fördern zu können. Wenn ein Kind jedoch tatsächlich
eine Sprachstörung hat, reicht weder die Förderung durch die Eltern noch
durch die Kita aus, dann ist eine Sprachtherapie notwendig."
Das Schulministerium verteidigt den „Delfin“-Test. „Sprachförderung in der Kita
ist eine Kernaufgabe der Kindererziehung. Jedes Kind, das sprachliche Defizite
aufweist, bekommt eine Sprachförderung durch die Kita“, sagte ein Sprecher.
Falls das nicht reiche, weise man die betroffenen Eltern darauf hin, dass ihre
Kinder eine medizinische Therapie brauchen.

15:11
Fahren Sie mal morgens vor acht Uhr mit der Kölner U-Bahn, wenn die Kids auf dem Schulweg sind!! Herrlich!!!
der eine 14-jährige zum anderen: "Alter, die Alte will Disch nisch fi...en. Isch schwöre Alter, die fi..kt den Ahmed, Alter. Alter komm klar auf Dein Leben und fi...k doch die Jenny, Alter"
15:06
Das liegt doch wohl an den Eltern. Wenn Eltern schon mir und mich oder der die das verwechseln braucht sich keiner zu wundern, dass die Kinder genauso reden.Und wenn dann noch Eltern der deutschen Sprache überhaupt nicht mächtig sind, ist das auch kein Wunder, dass diese Kinder Sprachstörungen haben.
14:02
Das hat es immer gegeben. Und im Muster-Bildungsland Bayern hätten Sie die entsprechende Mutter nicht einmal verstanden.
13:34
Im Park hörte ich, wie eine Mutter zu Ihren Kindern sagte: "Kommt, wir gehen zu die Weide, Pferde gucken." Kein schlechter Scherz, bittere Wahrheit.
12:07
Ich denke mal, unter den Eltern gibt es den gleichen Anteil von Vollpfosten wie bei den Kinderlosen.
Warum sollte das anders sein?
Aber die große Mehrheit der Eltern gibt sich alle erdenkliche Mühe bei der Erziehung ihrer Kinder. Und heute sind die Ansprüche der Gesellschaft ja auch noch gestiegen. Früher war es in Ordnung, wenn die Kinder ausreichend zu essen hatten und die Eltern (meistens die Mütter) ihren Kindern reglemäßig etwas vorgelesen haben.
heute wird man schon schief angesehen, wenn Kinder beim Schuleintritt noch kein Schwimmabzeichen und keine musikalische Früherziehung absolviert haben.
Über 70 % der Kinder kommen sprachlich gut vorbereitet in die Schule. Bei den Kindern mit Sprachschwächen liegt es bei einem großen Teil einfach daran, dass auch die Eltern mit der deutschen Sprache Probleme haben. Da muss man nicht drum herum reden.
Davon kann man nicht ein kollektives Versagen aller Eltern ableiten.
Eine Kleinigkeit ist da aber nicht stimmig.
Kinder mit Migrationshintergrund:
2005: 32,5 %
2010: 34,8 % (+2,3 %)
Also sind grob die Hälfte der Kinder, die laut Artikel im Jahr 2010 im Vergleich zu 2005 einen Mehrwert bei den Fällen von Sprachstörungen ausmachten, solche mit Migrationshintergrund. Was ist mit dem Rest?
11:58
nein, die Eltern sind nicht schuld, nie im Leben. - ich frage mich nur wie haben das die Generationen früher alles geschafft. Ach ich vergaß, da hat sich Mutti um die Kinder gekümmert, da gab es kein Blöd-TV 24 Stunden rund um die Uhr, da wurde sich noch mit den Kindern beschäftigt und da gab es auch nicht über 50 % Mitschüler in den Schulen, die von Haus aus schon nicht die deutsche Sprache beherrschen. Ja, man kann sich auch Probleme schaffen, wo nie welche waren.
10:00
Eltern verfügen heute auch wegen ihres Zuwanderungshintergrundes bald bis zur Hälfte eines Kleinkinderjahrgangs selten über die Kompetenz , ihrem Nachwuchs "richtiges" Deutsch beizubringen. Sie sind auch damit völlig überfordert. Im Ruhrgebiet lernten die Kinder in der Vergangenheit vor allem in den Schulen Hochdeutsch, von Lehrern/innen, die darin ihre Aufgabe sahen. Zu Hause wurde die örtliche Sprache gespochen. Wer kennt bei uns keine Anekdote darüber?
Heute ist es nicht viel anders. Lehrer/innen sind darin nur besser darauf vorbereitet als Erzieherinnen in den Kitas. Diese Ressourcen sollten intelligent genutzt werden. Z. B. durch enge Kooperationen von Kitas und Grundschulen. Das geht am besten, wenn sie möglichst nahe zusammenliegen z. B. auf einem Schulgelände. Dann könnten auch die Grundschulen ihrerseits von den Kitas profitieren, die besonders hohe Kompetenzen im Spielbereich haben. Das würde den Schulen wiederum helfen ihren Ganztagsbereich sehr kindnah zu gestalten.
09:58
Aber nicht doch - ich hasse doch keine Eltern :-)
Im Gegenteil - ich finde sie an sich ganz lustig. Niemand sonst ist auf das Erreichte so stolz bei gleichzeitig offensichtlichem Versagen.
Ich kenne diverse Eltern, die um den Termin der Eingangsuntersuchung richtig nervös wurden. Da wurde sich gegenseitig mit den tollen Fähigkeiten der jeweiligen Kinder hoch geputscht. Dummerweise eher auf dem Gebiet der Bedieung moderner Medien.
Über die Begeisterung, dass der Nachwuchs in der Lage ist, besagtes iPhone zu bedienen, also irgendein Daddelspiel darauf aufzurufen, wird dann regelmäßig übersehen, dass es mit der Sprachfähigkeit nicht besonders weit her ist.
In sofern überrascht das schlechte Abschneiden der Kinder in diesem Bereich nicht. Allerdings auch nicht der Beißreflex hier anwesender Eltern, die meinen, mit der körperlichen Produktion des zukünftigen Rentenzahlers ihre gesellschaftliche Pflicht erfüllt zu haben ...
...hahaha offensichtlich weiß hier jemand genau bescheid wie es um die zukünftigen Steuerzahler steht ! Diese Versager sind Ihre Zukunft ! Ich wünsche viel Vergnügen im Altenheim und hoffe natürlich auch das genug Applaus von anderen anwesenden Scheuklappenopis gespendet wird, wärend Generation Iphone zwischen daddeln und stottern die Bettpfanne leert und den Löffel zum füttern reicht :) ...
In seiner, wie ich finde ziemlich unterhaltsamen, Argumentation hat Partik zugleich nicht ganz unrecht.
Diese Entwicklung gibt es, daran ist nichts abzustreiten - nur wie stark diese ist, ist fragwürdig - aber schauen Sie sich doch nur mal auf der Straße um... da sieht man ziemlich gut, wo wir (das Volk) her kommen und wo wir hin gehen.
Ich frage mich, wer hier wirklich die Scheuklappen auf hat.
09:50
Unser Sohn hatte auch eine Sprachstörung. Dann hat er die Klasse 11 übersprungen und anschließend das beste Abitur an seiner Schule in seinem Jahrgang abgeliefert.
Seine Sprachstörung haben wir damals so gelassen wie sie war. Heute machen wir uns Vorwürfe...
Die Geschichte ist wahr uns sagt mir: Vielleicht wird einfach ein bisschen zu viel nach irgendeiner Sprachstörung gesucht nach dem Motto: Da muss doch was zu finden sie, wo wir so viele Therapeuten haben...
Nicht schlecht...Den Kommentar unten finde ich sehr gut,an den Kindern gibt es laut Studie immer was aus zusetzen.Wobei ich mich frage ob es immer an den Eltern liegt,wenn ich meine kleine Morgens in den Kindergarten bringe und höre das 85% der Sprache nicht deutsch ist die da gesprochen wird.Unser Kinderarzt findet die leichte Sprachstörung unserer kleinen nicht allzu schlimm da diese sich im laufe der Zeit legen wird.Nun ist es aber so,wenn meine kleine einen Fehler macht in Aussprache verbessern wir sie sofort,was aber so glaube ich im Kindergarten nicht gemacht wird.Ich finde das wegen den ganzen Studien die wir betreiben,zu viel Kritisiert wird an den Zwergen und an dessen Eltern.Sicherlich gibt es auch Eltern den die Bildung der kleinen nichts wert ist Zitat "Ich bin Hartz IV Empfänger und mein Kind wird es auch".Wenn sie schreiben das Ihr Sohn so gut ist,dann haben sie meiner Meinung nach alles Richtig gemacht.
Sicherlich sollte man bei dem Thema nicht all zu hypochondrisch heran gehen, nur gibt es eine Sache, die einem zu denken geben sollte:
Die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder im Alter von 5-7 Jahren werden schlechter. Diese Aussage wurde auf Grundlage der Eingangsuntersuchungen getroffen, die irgendwie jeder 1.-Klässler in Spe über sich ergehen lassen muss. Entsprechend signifikant ist das Ganze.
Nun kann man dort einen gewissen "Trend" erkennen. Migrationshintergrund ist eine gerne genommene "Ausrede" aber ich bin mir sicher, dass keiner sonderlich Alarm schlagen würde, wenn wir über einen Zeitraum 30% mehr Migrationskinder haben und die Entwicklung der Sprachstörungen um z.B. 20% steigen würde - das könnte man dann ja nachvollziehen.
Problematisch sind aber die Zahlen, die man irgendwann nicht mehr nachvollziehen kann und dann muss man sich überlegen: Wo kommt das her und was kann man dagegen tun?
06:10
klar wenn man morgens schon vor die tv gestzt wird