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Fast die Hälfte der Deutschen blickt optimistisch auf 2013

30.12.2012 | 14:09 Uhr
Fast die Hälfte der Deutschen blickt optimistisch auf 2013
Die Deutschen blicken optimistischer in die Zukunft als in den meisten Jahren.Foto: Ulrich von Born/ WAZ FotoPool

Essen.  Positiv und hoffnungsvoll - so blickt Deutschland auf 2013. 49 Prozent der Deutschen geht mit optimistischen Werten ins neue Jahr, eine "verhältnismäßig hohe Zahl", wie es bei den Statistikern von Allensbach heißt. Sie müssen es wissen: Seit 1949 erstellt das Institut Stimmungsbilder der Deutschen.

Die Jets sind voll. Nie sind so viele Deutsche „zwischen den Jahren“ ins Ausland geflogen. Sie fliehen nicht. Nicht Panik treibt sie nach Thailand und auf die Kanaren. Es ist die „gute Komsumlaune“, sagt Reiseriese TUI.

Denn Deutschland guckt – wie der Euro- und Schulden-Krise zum Trotz - positiv und hoffnungsvoll auf 2013. Allensbach spürt seit 1949 den Gefühlen der Nation am Jahresende nach. Jedes Jahr befragt das Institut vom Bodensee repräsentativ zwischen 1600 und 2000 Bundesbürger: „Sehen Sie dem neuen Jahr mit Hoffnungen oder Befürchtungen entgegen?“.

Knapp die Hälfte der Deutschen blickt optimistisch ins neue Jahr

Die heutige Analyse ist eindeutig: 49 Prozent verbinden mit 2013 Hoffnungen. Grob jeder vierte (24 Prozent) ist skeptisch. 16 Prozent hegen Befürchtungen. 11 Prozent sind unentschieden. „Verhältnismäßig hoch“ finden die Allensbacher die erfragte  Zuversichts-Zahl. Ihre Kernaussage: Die Deutschen sehen sich eher als Wohlstandgewinner in dieser Zeit, nicht als Wohlstandsverlierer.

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„Die Schuldenkrise in Europa hat die Deutschen bisher kaum erreicht. Sie ist für sie ein virtuelles Ereignis“, stellen sie fest. Auch: „Durch die robuste deutsche Konjunktur und die niedrige Arbeitslosigkeit ist die Mehrheit davon überzeugt, von der Krise in absehbarer Zeit nicht betroffen zu sein“.

Besonders die jungen Menschen sind zuversichtlich

Allensbach steht nicht allein. Die renommierte BAT-Stiftung hat ebenfalls 2000 Menschen nach Erwartungen für 2013 gefragt. Vor allem die Jugend, stellen die Sozialforscher fest, ist voller Optimismus: 79 Prozent der 14 bis 24-jährigen sind zuversichtlich. Erfahrung und Vorsicht der Älteren scheint dagegen die Euphorien zu dämpfen. Bei den über 65-jährigen sind nur noch 47 Prozent optimistisch. Immerhin.

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Was hat die Laune der Nation mit der Realität zu tun? Wer die gesammelten Allensbach-Daten bis zur Gründung der Bundesrepublik 1949 zurück verfolgt, stellt fest: Viel. Zum einen folgte einer zuversichtlichen Einstellung der Bevölkerung meist eine robuste Konjunkturentwicklung. Und hohe Hoffnungswerte – zwischen 50 und 65 Prozent - sind vor allem in den ersten drei Nachkriegs-Jahrzehnten gemessen worden, als Deutschland reich wurde.

Kurz nach dem Mauerfall kehrte der Gründungs-Optimismus zurück

Es ist die Zeit, in denen alle unter dem Eindruck des Wirtschaftswunders standen. Binnen zehn Jahren (1950 bis 1960)  gab es damals eine Verdoppelung der Löhne, der Renten und des Urlaubs von 15 auf 30 Tage jährlich. Die Zahl der Autos stieg sprunghaft von zwei auf acht Millionen, die Spareinlagen explodierten von vier auf 50 Milliarden D-Mark.

Nur noch einmal, 1989 bei der immer Anfang Dezember fälligen Umfrage, die vier Wochen nach dem Mauerfall stattfand, kehrte dieser Gründungs-Optimismus zurück. Damals erreicht er den Spitzenwert von 68 Prozent – um sich dann im vereinten Deutschland dauerhaft tiefer einzupendeln.

Niedrige Zufriedenheitswerte sind für Regierungschefs gefährlich

Umgekehrt: Die bedrohlichen Höhepunkte des Kalten Krieges (Korea, Mauerbau), die ersten Konjunkturprobleme (Kohlekrise, erste und zweite Ölkrise, als es die Fahrverbote an Sonntagen gab) ließen die Zuversicht der Deutschen immer kurzfristig abstürzen - und führten einmal sogar zu einem spektakulären Regierungswechsel.

 Im Dezember 1981 blickten je 32 Prozent der Bevölkerung „mit Zuversicht“ und „mit Befürchtungen“ ins neue Jahr. Keine zehn Monate später, mitten in der Wahlperiode, kippte Oppositionschef  Helmut Kohl (CDU) den sozialdemokratischen Kanzler Helmut Schmidt in einem Misstrauensvotum.

Dietmar Seher

Kommentare
01.01.2013
17:59
Scheibenwischer
von wohlzufrieden | #26

Zumindest waren ein paar naive solange optimistisch, bis sie die Ansprache von Mutti gehört haben, auch zwischen den Zeilen....

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http://www.derwesten.de/nrz/politik/fast-die-haelfte-der-deutschen-blickt-optimistisch-auf-2013-id7433227.html
2012-12-30 14:09
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