Einsatz beim Fußball überfordert die NRW-Polizei
31.08.2012 | 16:58 Uhr 2012-08-31T16:58:00+0200
Düsseldorf. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnt vor einer Überforderung der Polizei bei Einsätzen in Fußballstadien. "Wir sind am Limit angekommen", sagte Jäger. So entfalle bereits beinahe ein Drittel der Dienststunden der 18 Einsatz-Hundertschaften auf den Bereich Fußball.
Der Einsatz bei Fußballspielen und der Schutz vor gewalttätigen Fans droht die Polizei personell zu überfordern. „Wir sind am Limit angekommen“, sagt NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Fast jede dritte Dienststunde der 18 Einsatz-Hundertschaften entfalle auf den Bereich Fußball. Eine weitere Steigerung, so Jäger, könne zu Lasten der Sicherheit der „normalen Bürger“ gehen.
Seit Beginn der neuen Saison kam es bereits bei 42 Spielen zu Schlägereien sowie Angriffen auf Polizeibeamte und Ordner. Allein am vergangenen Wochenende mussten über 1000 Polizisten aus NRW Spiele der ersten drei Ligen schützen. „Das sind keine Fans“, sagt Helmut Sandrock, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), „die Plattform Fußball wird missbraucht.“ Um die hohe Belastung der Polizei zu begrenzen, müsse sie bei der Spielplan-Gestaltung mehr mitreden können, fordert Jäger.
Kostenbeteiligung der Clubs als letztes Mittel
Allein an diesem Wochenende muss die Polizei beim „Risikospiel“ Düsseldorf - Mönchengladbach (18.30 Uhr/Im Live-Ticker bei DerWesten) sowie mehreren Spielen der zweiten und dritten Liga für Ordnung sorgen, ferner – trotz der verbotenen Neonazi-Demo – in Dortmund präsent sein. Eine Kostenbeteiligung der Clubs beim Polizeieinsatz sei aber nur das letzte Mittel, so Jäger. In diesem Fall müsse man auch Veranstalter von Schützenfesten zur Kasse bitten.
Laut Sandrock, der mit Jäger das neue nationale Konzept für Sport und Sicherheit vorstellte, reichen die Sanktionen der Sportgerichte nicht aus. Allein mit Geldstrafen und „Geisterspielen“ ohne Zuschauer sei die wachsende Gewalt nicht in den Griff zu bekommen. Deshalb wollen Ministerien, Verbände, Fanprojekte und Verkehrsunternehmen ihre Kooperation verbessern. Friedliche Fans sollen dabei eingebunden werden.
Ziel: "Verantwortungsbewusste Fankultur"
Ziel sei eine „verantwortungsbewusste Fankultur“. Das gelte schon für die Anreise zu Auswärtsspielen, die besser organisiert und begleitet werden müssten, um Hooligans frühzeitig „aussortieren“ zu können. Die Polizei soll mehr befristete Alkoholverbote verhängen. Um Konflikte auf Fanreisen zu vermeiden, seien die Vereine in der Pflicht.
Ralf Jäger hat ein Konzept gegen Gewalt im Stadion vorgestellt. Dennoch wird der Traum vom randalefreien Stadionbesuch ein solcher bleiben. Und doch wäre viel erreicht, wenn die Gewalt rund um die Stadien nur eingedämmt wird.
Neben Stadionverboten und einem Ausbau der Videoüberwachung will das Netzwerk einen vollständigen Verzicht auf Pyrotechnik . „Gewalt und der Einsatz von Pyrotechnik gehen vor allem von den Stehplätzen aus“, so Sandrock. Eine Abschaffung der Stehplätze sei aber kein Thema.

10:36
Achso: Weil die Vereine Steuern zahlen, dürfen sie permanent Polizei-Hundertschaften zur Erlangung weiterer Milliarden beanspruchen?
Was ist denn das für ein Quatsch?
falsch plaziert - als Antwort auf 4-1
01:26
Wer Geld hat für Spieler Mill.€ Transfergelder auszugeben, Werbeeinahmen in Mrd. Höhe kassiert kann auch für die Sicherheit zahlen !
Warum sollen alle dafür blechen das sich einige wenige nicht benehmen können ? Auch diese Vandalismus in Zügen und Straßenbahnen sollte man den Fußballclubs in Rechnung stellen.
Mir ist nicht bekannt das bei den ganzen Schützenfesten bei dene Alkohol in Strömen fließt Polizei Hundertschaften auftauchen. Auch sind mir keine verwüsteten Innenstädte oder Festzelte bekannt.
die vereine zahlen millionen an steuern, das zahlt kein grossuntenehmen in deutschland
erst schlau machen und dann schreiben
19:10
In der Tat ist der Vergleich mit Schützenfesten und dergl. lächerlich. Wie oft finden Schützenfeste statt, und wie oft Fussballspiele? Wieviele Randalierer finden sich dort und wieviele beim Fussball? Wieviele Polizisten müssen eingesetzt werden a) für ein Schützenfest oder b) für ein Spiel z.B. zwischen Schalke und Dortmund?
Ich hab mit Schützenfesten und ähnlichem nix am Hut, aber da wird zuviel in einen Topf geschmissen, Herr Jäger. Schützenfeste sind Brauchtumsveranstaltungen ohne kommerziellen HIntergrund. (Bundesliga-)Fussball ist eine reine Geldmaschine. Und von daher soll die DFL ihre aus dem Ruder laufende Anhängerschaft auch selber beaufsichtigen.
08:01
Die Logik des Innenministers erschliesst sich mir nicht. Fussballveranstaltungen sind leider degeneriert zu Anlässen für Randale und Gewalt. Angesichts der horrenden Summen, die im Fussball bewegt werden, ist die Forderung nach Kostenübernahme für Polizeieinsätze legitim. Dies mit Schützenfesten zu vergleichen, ist ein schlechter Witz. Dort sichert die Polizei während der Umzüge den Verkehr, mit einigen wenigen Leuten und nicht mit Hundertschaften. Noch finden Schützenfeste in aller Regel gewaltfrei statt.
Angesichts des Ausmasses von Fussballkrawallen dürfte noch viel konsequenter vorgegangen werden, nämlich Spiele ohne Zuschauer. Wahrscheinlich würden sich die Vereine sehr bald regen und über Eigenmassnahmen nachdenken.
18:05
dann sollen die KJlubs doch selber Ordner und Sicherheitskräfte bezahlen, für Spielereinkäufe sind immer 20 Milionen Euro in der Portokasse.
Der einzelne Bürger wird beraubt und überfallen und die Polizei schaut Fussball!!
Unmöglich und diskriminierend!