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Drei Tote bei Sturm auf US-Botschaft in Tunesien

14.09.2012 | 14:04 Uhr
Drei Tote bei Sturm auf US-Botschaft in Tunesien
Ein Demonstrant zündet eine deutsche Fahne an. Foto: AFP Photo / Ashraf Shazly

Khartum.  Aus Protest gegen einen islamfeindlichen US-Film ist die deutsche Botschaft im Sudan von Demonstranten in Brand gesteckt worden. Zuvor hatten Demonstranten die deutsche Flagge entfernt und eine islamistische Fahne gehisst. In Tunesien wurde die US-Botschaft angegriffen, dabei starben drei Menschen.

Vor dem Hintergrund der Proteste in der muslimischen Welt gegen einen islamfeindlichen US-Film ist die deutsche Botschaft im Sudan in Brand gesteckt worden. Einige von rund 5000 Demonstranten rissen auf dem Gebäude in Khartum am Freitag zudem die deutsche Flagge herunter und hissten eine islamistische Fahne, wie ein AFP-Reporter berichtete. Laut Bundesregierung wurden keine Mitarbeiter der Vertretung verletzt.

Bei dem Sturm der US-Botschaft in der tunesischen Hauptstadt sind mindestens drei Menschen getötet worden. Mindestens 28 Menschen seien zudem verletzt worden, als Demonstranten aus Wut über einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film die Vertretung in Tunis angriffen, meldete die Nachrichtenagentur TAP unter Berufung auf vorläufige Angaben des Gesundheitsministeriums. Die gewaltsamen Proteste gegen den Film "Die Unschuld der Muslime" hatten am Dienstag begonnen.

Hetzfilm
„Unschuld der Muslime“ als Steilvorlage für El Kaida

Amerikanische Sicherheitsexperten vermuten das Terrornetzwerk hinter dem Anschlag auf den US-Botschafter in Libyen. Der Hetz-Film ist nun auch Thema im Präsidentschaftswahlkampf. Mitt Romney macht dabei allerdings keine gute Figur.

Um die Feuerwehr von dem brennenden Botschaftsgelände fernzuhalten, blockierten die Demonstranten die Zufahrtsstraßen. Die sudanesische Polizei setzte Tränengas gegen die aufgebrachte Menge ein. Auch die nahe gelegene britische Botschaft in Khartum wurde am Freitag angegriffen. Danach versuchten etwa 10.000 Demonstranten, zur US-Botschaft vorzudringen. Die Sicherheitskräfte setzten erneut Tränengas ein, wie ein AFP-Reporter berichtete. Ein massives Sicherheitsaufgebot riegelte die Zufahrtsstraße zu der Botschaft ab.  Ein Demonstrant starb, als ein Polizeifahrzeug ihn überfuhr.

USA entsenden Spezialeinheit der Marineinfanterie in den Jemen

Die USA haben angesichts antiwestlicher Proteste im Nahen Osten eine Spezialeinheit der US-Marineinfanterie in den Jemen entsandt. Die 50 Soldaten des Antiterrorkommandos kam laut Pentagon am Freitag in der Hauptstadt Sanaa an, wo sie die Sicherheit der dortigen US-Botschaft gewährleisten sollten.

Westerwelle: Botschaft "teilweise in Flammen"

Die deutsche Botschaft sei gestürmt und "teilweise in Flammen gesetzt worden", sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) am Nachmittag in Berlin. "Aber es ist glücklicherweise kein Personenschaden entstanden." Die Mitarbeiter seien in Sicherheit. Er habe am Nachmittag mit dem deutschen Botschafter im Sudan telefoniert.

Sudan: Deutsche Botschaft gestürmtStepMap


Westerwelle verurteilte den Angriff "auf das Schärfste". Er verstehe "die Empörung in der islamischen Welt über dieses anti-islamische Hassvideo" und verurteile es "mit allem Nachdruck", sagte der Minister. Es sei aber "keine Rechtfertigung für Gewalt", "für die Erstürmung von Botschaften", "für die Gefährdung von Leib und Leben, für die Tötung von Menschen".

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    Seite 2: Sudanesischer Botschafter in Sicherheit

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