Bundeswehr lockt Minderjährige mit kostenlosen Abenteuercamps
17.09.2012 | 19:17 Uhr 2012-09-17T19:17:00+0200
Berlin. Mit kostenlosen Abenteuerreisen für Jugendliche ab 16 Jahren wirbt die Bundeswehr um Soldaten-Nachwuchs. Die Opposition im Bundestag will die umstrittene Nachwuchswerbung nun zum Thema im Bundestag machen. Das Kinderhilfswerk „terre des hommes“ fordert den Stopp der Kampagne.
Die Nachwuchswerbung der Bundeswehr ruft zunehmend Empörung hervor. Mit den kostenlosen Abenteuerreisen für Jugendliche ab 16 Jahren will die Opposition nun den Bundestag befassen. Das Kinderhilfswerk „terre des hommes“ fordert den Stopp der Kampagne.
„Der Soldatenberuf muss realistisch und ehrlich dargestellt werden“, sagt der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, auf Anfrage der Westfälischen Rundschau. Er werde das in der nächsten Sitzung des Verteidigungsausschusses zum Thema machen. Er verurteilt die „falschen Auswüchse“ in der Nachwuchsgewinnung, „unsägliche Videoclips“ und das „krampfhafte Bemühen“, die jungen Leute in ihrer Sprache anzusprechen und für die Bundeswehr zu gewinnen.
"Völlig unangebracht"
Als „nicht akzeptabel“ kritisieren auch die Grünen die Kampagne. „Eine Tätigkeit bei der Bundeswehr ist im Extremfall lebensgefährlich und kein Abenteuer“, empört sich die Abgeordnete Agnieszka Brugger, die dem Verteidigungsausschuss angehört. „Völlig unangebracht“ sei zudem, dass Minderjährige eine Zielgruppe seien. „Dies steht im großen Widerspruch zu internationalen Bestrebungen, Kinder vor Rekrutierung von Militär zu schützen“, sagt Brugger auf Anfrage der WAZ Mediengruppe.
Die Abenteuercamps seien „beim besten Willen nicht mehr als Informationsveranstaltungen zu verkaufen“, sagt auch der Linken-Abgeordnete Paul Schäfer. „Sie zielen klar und unverhohlen auf Personalwerbung unter Minderjährigen. Das ist rechtlich problematisch und moralisch unvertretbar.“
Das Kinderhilfswerk „terre des hommes“ fordert Verteidigungsminister Thomas de Maizière auf, die „fragwürdige Kampagne“ zu stoppen. Die Werbung für „crazy Strandspiele“ suggeriere, „dass es sich bei der Bundeswehr um einen Abenteuerausflug handelt“, sagt Ralf Willinger. Der Kinderrechtsexperte sieht die Prinzipien der UN-Kinderrechtskonvention und die besonderen Schutzpflichten des Staates gegenüber Kindern verletzt. „Nach Artikel 3 des Zusatzprotokolls der Kinderrechtskonvention dürfen Minderjährige grundsätzlich nicht für den Militärdienst angeworben werden“, sagt Willinger. „Nach Artikel 29 müssen Kinder zu Frieden, Toleranz und Völkerverständigung erzogen werden.“ Die Bundeswehr solle sich bei ihrer Nachwuchswerbung auf Erwachsene beschränken.

07:24
Wo ist das Problem? Firmen der privaten Wirtschaft gehen doch auch schon früh an die Schulen, um nach Azubis zu suchen. Wir hatten damals eine Berufsveranstaltung nach der Anderen. Sogar die Polizei war mit ihrem Truck da - da wurde einem auch nur dynamische Menschen in schicken Dienstwagen gezeigt - aber sicherlich nie hat man gesehen, dass man auch mit besoffenen, aggressiven oder ekligen Menschen zu tun haben wird...
Wir haben alle die BW zu einer reinen Berufsarmee gemacht. Wir haben die Wehrpflicht abgeschafft. Nun müssen auch unsere Verteidigungskräfte schauen, wo sie ihre Leute her kriegen.
Wir haben die BW zur Berufsarmee gemacht?!? Das waren doch Guttenberg + Merkel! Naja, gut, die haben wir gewählt, also tragen wir auch die Mitverantwortung. Stimmt leider. Von daher gebe ich hier Codemancer zähneknirschend Recht.
Tja und solange wir weiter unser Kreuz bestenfalls einfach irgendwo hin machen, wird sich an dem Zähneknirschen auch nichts ändern.
20:31
Nein, meine Söhne kreigt ihr nicht (Reinhart Mey) Und wenns die WAZ noch so oft löscht.
11:31
Mensch Leute was soll der Quatsch mit den Vorurteilen gegenüber der BW?
1. Wird die BW den 16-Jährigen wohl kaum eine G36 in die Hand drücken.
2. Wird die BW den Jugendlichen auch nichts von deutschen "Übermenschen" erzählen.
3. Wird die BW wohl von sich aus darauf achten das die Jugendlichen auch dafür geeignet sind und vorhandene "Brutalos" mit persönlichen Vorstellungen aus diesen Baller-PC-Spielen, RuckZuck nach Hause schicken.
Vielmehr wird wohl das Soldatenleben als solches Vorgestellt und da gehört mehr zu als Ballern. Wer von den ganzen Anti-BW-Kommentatoren, könnte denn mit einem Kompass und Karte wandern? Wer könnte sich draußen zurechtfinden? Wer würde ohne BigMac und Co. in der freien Natur überleben können? Wer könnte Zelte aufbauen? Die Liste würde wohl unendlich sein, gelernt habe ich bei der BW sehr, sehr viel. Viele Kameraden treffe ich heute noch. Und Kindersoldaten wird es in D nie geben!
Ist ja schon gut! Es ist eben ein richtiges Abenteuer mit diesem Heer, der Marine, der Luftwaffe. Den Leitzentralen wie die in Kalkar, die aktuell dafür ausgerüstet wurde um die 300 Kampfeinsätze pro Tag steuern zu können. Ist ja auch weiterhin wegen andauernder Feindberührung weltwelt notwendig! Bundeswehr und NATO: interessante Menschen in exotischen Ländern treffen. Möglichst genau zwischen die Augen! Wenn das mit dem G3 nicht immer gelingt. Mein Gott, dafür gibt es jetzt ja die Drohnenproduktion aus deutschen Landen, die weltweit zum Einsatz kommen sollen. Dafür sorgt schon allein der Rüstungsexport. Da ist echte Kammeradschaft gefragt, war auch 1933 bis 1945 so!
Wehret den Anfängen. Das gilt auch heute noch. Man darf den wirklichen Grund des Militärs nie aus den Augen verlieren: "Das Töten"! Schönfärberei ist da fehl am Platze. Besser ist, der Nachwuchs fehlt. Und meine Kinder bekommen die nicht! Ende.
Soviel zum Thema "grundwissen"....
Man benutzt heute übrigens nicht mehr das G3 sondern das G36... ähnlich verhält es sich auch mit Ihren anderen Aussagen: Viel Geschrei um Nichts.
10:50
Kommt zur Bundeswehr: Interessante Menschen in exotischen Ländern treffen. Und zwar mit einem Sturmgewehr...
10:11
Er zeigt, wie freundlich junge Menschen auf das lustige Militär vorbereitet werden.
Hier, bei uns, hat man nicht dazugelernt, obwohl man alle Möglichkeit dazu hätte, zu fragen, wem Kriege dienen. Gut fürs Geschäft sind sie allemal.
09:53
Zeltlager, Lagerfeuer, Fackelzügen, Soldaten- und Geländespiele - erinnert mich an die kürzesten 1000 Jahre der deutschen Geschichte. Ist es schon wieder soweit?
09:31
Kommt als nächstes die MJ?
07:21
Oh Gott, die Berufshysteriker sind ja wieder so was von empört ....
Wir haben Mitte der 70-er mit 16 Jahren ganz offiziell Einladungen von
Bundeswehrkasernen für ganztägige Besuche angenommen - und die
Welt dreht sich immer noch...
Was allerdings die Bezeichnung Bendler-Block soll, erschließt sich mir nicht.
Aber liegt ja mit den kruden volkswirtschaftlichen Thesen des Autors auf einer
Wellenlänge ...
Ja, was nur in der Zwischenzeit anders geworden ist, das ist die Tatsache das hierzulande in Deutschland eine Unterschicht herangezüchtet wird, die dann auch noch dankbar die Knochen dafür hinhalten darf, das man sie von vorn herein zu Verlierern gestempelt hat.
Und da es vor allem in den radikalliberal regierten Ländern wie der USA und GB vor allem die Unterschicht ist, aus denen sich das Gros der Rekruten anwwerben lässt und weil die sozialen Kontraste mittlerweile so deutlich geworden sind, will keiner mehr die Knochen hinhalten. Stellen Sie doch einfach mal einen Vergleich an: Zwischen der Situation heute und in den 1970ern. Dann können Sie möglicherweise verstehen warum sich soviele aufregen. :)
Cheerio. :D
21:39
Und diese Regierung empört sich über Kindersoldaten in Afrika?
Die Vergleiche sind schon ziemlich flach, gell?!
20:54
Ich lach mich schlapp .
Nach der Besetzung des Kanzlerstuhls mit einer ehemaligen FDJ -Funktionärin greift nun -nach Meinung einiger Mit -Kommentatoren hier - der Bendler -Block sogar auf Wehr -Ertüchtigungsmethoden der ehemaligen Nationalen Volksarmee zurück .
Da dies aber die sog. Bundeswehr macht ,dann soll dies nicht so schlimm sein!
Man könnte so eine Argumentationsweise auch "kurpfälzisch " ausdrücken:
Bei uns pflegt man in solchen Fällen zu sagen (Hochdeutscher Versuch)
"Wasch mir den Pelz ,aber mach mich bloß nicht nass!" :-)))
Hoffentlich kämpft die Armee in deutscher Uniform an den verschiedenen Kriegsschauplätzen nicht so wie argumentiert wird.
Ansonsten wird der Blutzoll im Interesse der Konzerne und der USA ziemlich hoch sein.