Bürgerinitiativen fordern mehr Tempo-80-Zonen auf Autobahnen
21.01.2013 | 17:59 Uhr 2013-01-21T17:59:00+0100
Dortmund. Die Landesregierung prüft, ob zusätzliche Tempolimits auf den Autobahnen in NRW nötig sind. Sie will die Bevölkerung stärker vor Lärm schützen, der durch schnell fahrende oder stark beschleunigende Fahrzeuge ausgelöst wird. Bei einem Feldversuch auf der A 45 wird zwei Jahre lang getestet, wie ein reduziertes Tempo sich auswirkt.
Der Mercedes hatte Tempo 246 drauf. 100 km/h waren erlaubt. Erst in der vergangenen Woche hat die Polizei den Fahrer der Nobelmarke auf der A 45 im Dortmunder Süden geblitzt.
Radau wegen zu hoher Geschwindigkeit und zu starker Beschleunigung: Dagegen gehen immer mehr Bürgerinitiativen an Rhein und Ruhr auf die Barrikaden. Sie beklagen sich besonders im Sommer, wenn „Sportwagen und Motorräder unterwegs sind“, sagt der Arnsberger Regierungspräsident Gerd Bollermann (SPD). Sein Vize Volker Milk: „An zehn bis 15 Autobahnabschnitten sind Bürgerinitiativen für Lärmschutz aktiv.“
Zwei von drei Bundesbürgern beschweren sich über Straßenlärm. Aber nur 14 Prozent treten laut Allensbach-Umfrage für ein generelles Tempolimit von 130 auf den deutschen Autobahnen ein.
Das ist kein Widerspruch. Pauschale Lösungen zur Lärmminderung werden abgelehnt. Dort, wo Verkehrslärm nachweislich stört oder sogar krank macht, steht die Eindämmung indes ganz oben auf der Tagesordnung.
Hier setzt der Plan des Arnsberger Regierungspräsidenten an. In Zusammenarbeit mit der Landesregierung erprobt er in einem Großversuch im östlichen Revier neue Bewertungsmaßstäbe, um durch schärfere Tempolimits Autobahn-Anwohner besser zu schützen.
Bevor jedoch gesetzliche Eingriffe in den Straßenverkehr erfolgen, ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob das Ziel nicht durch andere Instrumente erreichbar ist. Lärmschutzwände gehören dazu. Generell aber müssen Fahrzeughersteller an ihren Produkten arbeiten. Manche Motoren und etliche Reifen sind viel zu laut.
Drei Anträge im Revier
Lärm ist also nicht nur an der A 45 ein Thema, sondern auch an der Autobahn 2 im Dortmunder Norden und bei Hamm/Rhynern. Drei Anträge liegen im westlichen Revier vor, so das dort zuständige Düsseldorfer Regierungspräsidium. Initiativen fordern Tempo 80 auf der Mintarder Ruhrbrücke der A 52 und im Bereich der A 44 bei Essen-Heisingen. Sie werden noch geprüft. Positiv entschieden ist über die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Stundenkilometern auf der Fleher Rheinbrücke in der Landeshauptstadt.
Doch die bisherige Rechtsgrundlage, solche Limits anzuordnen, ist dünn. Sie sind in Unfallschwerpunkten problemlos möglich. Mit der Lärmschutz-Begründung sind sie aber oftmals zahlreichen Klage-Drohungen ausgesetzt. Das will der Arnsberger Regierungspräsident im Auftrag der Landesregierung ändern. Es kommt in Zusammenarbeit mit dem Bochumer Ingenieurbüro BBW und der Ruhr-Universität zu einem Großversuch auf der Autobahn 45 zwischen den Kreuzen Dortmund West und Dortmund/Witten. Der Vertrag wurde am Montag unterschrieben.
Raser zu laut
Zwei Jahre werden hier auf zwölf Kilometern Strecke Messungen erfolgen, zeitweise auch Tempo 100 eingeführt und vor allem die Anwohner befragt, wie sie Verkehrslärm empfinden. Der Verdacht: Nicht der ständige Verkehrsstrom ist es, der stört, sondern „Lärmspitzen“ durch Raser und die, die zu kräftig beschleunigen. Am Ende soll es völlig neue Bewertungsmaßstäbe für Tempo-Begrenzungen geben, zu denen auch das subjektive Lärmempfinden der Anwohner zählt. „Wir wollen“, so Bollermann, „im dichtbevölkerten Ruhrgebiet eine Reduzierung der Lärmspitzen“.

13:15
Wenn sich die Bürgerinitiativen besser koordinierten, könnten sie für eine generelle Höchstgeschwindigkeit in Höhe von 80 km/h auf Autobahnen aktiv werden. Dies würde auch eine Menge anderer Lösungen mit sich bringen wie Eindämmung der Raserei, Klimaschutz, Reduktion des Individualverkehrs u.v.a.
09:59
Mercedes eine Nobelmarke?
12:10
Vielleicht sollte man in einer Gesellschaft, in der ein gewisser Anteil an Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzung als Nötigung empfindet, erst einmal versuchen die bestehenden Begrenzungen durchzusetzen. Es ist völlig sinnlos Dinge zu fordern, die nicht durchsetzbar sind.
10:03
Mag sein, dass der Vergleich hinkt. Aber wenn man mal gegenüberstellt, mit welcher Inbrunst man sich hier für Autobahnen ohne Tempolimit einsetzt und an anderer Stelle (sagen wir mal, zum Stichwort Forensikstandort oder Asylantenunterkunft) mit beeindruckender Vehemenz plötzlich ganz viel von Umwelt- und Naturschutz, Kinderwohl und Anwohnersorgen faselt ... na so was.
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Blech...
Naja. Wie soll man denn auch erfolgreich mit seiner teuer eingekauften Nobelkarosse rumstruntzen können, wenn man nicht so? Da gibt es Strategen, die glauben allen ernstes, der Grund für die BIs sei der Neid auf ihre Fahrwerke. ;-D
Die Gründe für die BIs sind in erster Linie Langeweile, der Mangel an wirklichen Aufgaben und Problemen, sowie die späte Reue über die Wohnortwahl nahe einer AB!
Das Neid-Argument bringen Sie ins Spiel, Catman55, und das auffällig oft! ;-)
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08:46
Wer "eine Reduzierung der Lärmspitzen“ will, fordert Temporeduzierung für alle? Das sollen wohl Experten sein, die sich hier von hinten ins Knie schießen.
Ein Autobahnrauschen gleichmäßig zu gestalten (ähnlich wie beim Meeresrauschen), ist da die bessere Lösung.
Einzelne Krachmacher müssen aussortiert werden, um die "Spitzen" zu reduzieren. Dazu gehören in erster Linie laute Fahrzeuge, dann starke Beschleunigungen (außer bei reinen Elektrofahrzeugen), und danach erst die bei höherer Geschwindigkeit lauten Fahrzeuge.
Ändern läßt sich das flächendeckend ganz simpel mit einer gesetzlichen Regulierung von Lärmemissionen bei Fahrzeugen. Sowie dem Aussortieren extremer Krachmacher.
Vielleicht ist dies genau das was man raus finden möchte. Immerhin gibt es genügend Lärmkarten. Um aber eine Aussage über den Einfluss der Geschwindigkeit machen zu können, muss man eben diese Bedingung testweise herstellen.
21:58
Eine Massnahme die schon lange überfällig ist, käme sie nicht nur den lärmgeplagten Menschen zugute, sondern würde außerdem dafür sorgen, dass nicht wenige rasen, statt dessen aber alle fahren können. Eine durchgängig im ganzen Rhein/Ruhr-Raum umgesetzte Tempo 80-Zone auf Autobahnen würde Staus verhindern und würde sowohl die Anzahl, als auch die Auswirkung von Unfällen erheblich reduzieren.
Ich wünsche den Initiativen viel Erfolg. Und meine täglich berufsbedingte Fahrstrecke beträgt 75-110 km einfach. Mein Nutzen von Tempo 80 täglich ist größer als ab und zu mal 140 fahren können, dafür aber häufiger im Stau zubringen.
20:11
Wenn sich 2 von 3 Bundesbürgern über den Lärm der Autobahnen beschweren, müssen wohl 2/3 der Bundesbürger neben eine Autobahn gezogen sein!? Und genau diese Leute sind dann wahrscheinlich mit dem aufgemotzten lauten Opel&Co. als Klein-Schumi auf der Autobahn unterwegs. Die Erwähnung des "Mercedes" ist doch wieder mal Bedienung von Klisches; die hirnlose Tempolimitüberschreitung befürworte ich jedoch ausdrücklich nicht! Wir haben selbst vor gut 18 Jahren in der "Nähe der A42" in einem Neubaugebiet am Waldrand gebaut. Da wir i.d.R. bei offenem Fenster schlafen, ist natürlich auch eine gewisse Geräuschkulisse je nach Tageszeit gegeben; man merkt schon, dass es am Wochenende und erst in den Abendstunden erheblich ruhiger wird. Aber das wussten wir wie viele andere Bauherren auch. Es würde mir ehrlich gesagt nicht im Traum einfallen, mich jetzt über den Autolärm von der Autobahn zu beschweren;das wäre schlichtweg schizophren.Lösung:Umziehen!
Gute Einstellung, leider im Wutbürgerland Deutschland viel zu selten! Ich habe auch 200m von einer Landstraße entfernt gebaut, wo genau an der Stelle für Motorradfahrer aus dem Ruhrgebiet die große Freiheit zu beginnen scheint und sie den Hahn aufdrehen! Und obwohl ich selbst weder ein lautes Motorrad, noch laute Autos fahre stört es mich nicht im geringsten! Sollen die doch Spaß haben! Leben und leben lassen!
18:01
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17:43
Der Mercedes hatte Tempo 246 drauf. 100 km/h waren erlaubt.
Wäre hier Tempo 80 hätte der Fahrer des Mercedes bestimmt nur 80 gefahren.
Überhaupt sollte man hochmotorisierte Autoproduktion verbieten. Weshalb soll denn nur Opel Bochum still gelegt werden.
Wir hätten dann auch neuartige Arbeitsplätze und könnten die Schicki-Micki Grünen in einer Ritschka befördern.
Und die Arbeiterpartei schaut gelassen zu. Na ja, wenn man 150 Jahre auf dem Buckel hat wird man wird man etwas ruhiger und sieht nicht mehr besonders gut.
14:12
Die Bürger sind viel vernünftiger als die Raser- und Dränglerlobby ADAC
Jetzt fehlen eigentlich nur noch AntonC und Georg Washuber, dann hat der gesamte VCD seinen Regulierungsfetisch hier abgesondert!