Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Politik

Biedenkopf hält Vorgehen im Fall Schavan für inakzeptabel

20.10.2012 | 17:05 Uhr
Foto: /dapd

Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf hält das gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) in Gang gebrachte Plagiatsverfahren wegen ihrer Doktorarbeit für "nicht akzeptabel". Biedenkopf sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Frau Schavan hat nicht geschummelt, sie hat auch Sekundärliteratur verwendet. Das hat ihr Doktorvater gebilligt."

Frankfurt (dapd). Der frühere sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf hält das gegen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (beide CDU) in Gang gebrachte Plagiatsverfahren wegen ihrer Doktorarbeit für "nicht akzeptabel". Biedenkopf sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": "Frau Schavan hat nicht geschummelt, sie hat auch Sekundärliteratur verwendet. Das hat ihr Doktorvater gebilligt. Ihre Arbeit hat er als korrekt und regelgerecht bezeichnet."

Biedenkopf fügte hinzu: "Es ist unzulässig, heute Maßstäbe anzuwenden, die vor 32 Jahren nicht gegolten haben. Frau Schavan wird ein ordnungsgemäßes Verfahren verweigert. Stattdessen ist sie in hohem Maße verwundet. Unter Hohngelächter wird diskutiert: Wer wird der Nachfolger? Ich kann verstehen, dass Hochschullehrer sich künftig zwei Mal überlegen, ob sie wirklich in die Politik wollen. Mit solchen Methoden schrecken wir Eliten davon ab, öffentliche Ämter anzustreben."

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

 
Aus dem Ressort
Steuert Kremlchef Wladimir Putin Russland in den Krieg?
Ukraine-Konflikt
Putins Machtpoker im Ukraine-Konflikt: Zuhause inszeniert sich der Kremlchef als "Friedenszar". Der Westen geht ihn jedoch zunehmend als "Aggressor" an. Steuert der Ex-Geheimdienstchef Russland in den Krieg? Die Propaganda im Staatsfernsehen ist jedenfalls seit Monaten im Kriegsmodus.
Kosten der Kommunen für Asylbewerber steigen erheblich
Asylbewerber
376 Millionen Euro haben die NRW-Städte im letzten Jahr für Flüchtlinge aufgewendet, 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Für dieses Jahr rechnet Innenminister Ralf Jäger mit einem Anstieg um 60 Prozent. Nach Schätzungen des Landes werden 2014 mindestens 37.000 neue Asylbewerber kommen.
Parteiübergreifender Widerstand gegen Pkw-Maut in NRW wächst
Pkw-Maut
Im Bund ringen SPD und Union um eine Einigung zur Pkw-Maut. In der Drei-Länder-Region NRW nehmen SPD und CDU darauf keine Rücksicht. Sie machen entschieden Front gegen das Vorhaben. Schäuble wolle private Finanzierungsmöglichkeiten prüfen. NRW-Finanzminister Walter-Borjans ist dagegen.
SPD sucht Rezepte für Umgang mit Rechten in den Räten
Rechte
Ignorieren, Isolieren oder Bekämpfen? SPD-Kommunalpolitiker beraten in Dortmund über Umgang mit rechtsextremen Parteien. Doch es gibt keine einfachen Rezepte.
Bundeswehr bringt verwundete Ukrainer nach Deutschland
Ukraine-Konflikt
19 ukrainische Soldaten, die bei Kämpfen gegen prorussische Soldaten verletzt worden sind, werden von der Bundeswehr nach Berlin-Tegel geflogen. Fünf der Verletzten sollen im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin versorgt werden, die anderen Patienten werden nach Hamburg, Ulm und Koblenz gebracht.