Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Ärztestreik

Ärzte wollen höhere Honorare auch einklagen

01.09.2012 | 16:30 Uhr
Ärzte wollen höhere Honorare auch einklagen
Die Kassenärzte wollen ihre Forderung nach höheren Honoraren jetzt auch vor Gericht bringen.Foto: Archiv/dapd

Berlin.   Im Streit um höhere Honorare für die deutschen Kassenärzte, hat die Ärzteschaft den Druck auf die Bundesregierung erhöht. Eine Sonderversammlung fasste am Samstag den Beschluss, für höhere Honorare vor Gericht zu ziehen. Die Androhung von Streiks, womöglich ab Dienstag, bleibt bestehen.

Die Ärzte wollen auf dem Klageweg mehr Honorare erstreiten. Das beschloss die Ärzteschaft am Samstag auf einer Sondervertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin. In einer Resolution heißt es, der Schlichterspruch des Bewertungsausschusses aus Ärzten und Kassen sei nicht zu akzeptieren. "Wir werden dagegen klagen und fordern das Bundesgesundheitsministerium auf, diesen Beschluss zu beanstanden", heißt es in der Resolution. Die Klage soll vor dem Sozialgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

Nach dem Schlichterspruch sollen die Ärzte nächstes Jahr 270 Millionen Euro mehr bekommen . Sie hatten aber 3,5 Milliarden Euro mehr gefordert. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung wollte hingegen eine Kürzung um 2,2 Milliarden Euro erreichen.

Ärzte werfen Krankenkassen "Kreuzzug" vor

Führende Ärztevertreter attackierten die Krankenkassen in scharfer Form. Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Köhler warf den Kassen vor, sie befänden sich "offenbar auf einer Art Kreuzzug". "Sie verunsichern sie nur noch, indem sie ständig neue Hetzkampagnen fahren, deren einziges Ziel zu sein scheint, Ärzte als Pfuscher, Betrüger und geldgierige Abzocker darzustellen", sagte Köhler vor rund 700 Ärzten.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, sprach von einem "verantwortungslosen Machtkartell", das "monopolartig versucht, uns unter seine Knute zu zwingen". Zahlreiche Ärzteverbände hätten den Krankenkassen ein Ultimatum bis Montag gestellt, den Beschluss nachzubessern. Kämen die Kassen dem nicht nach, drohten die Ärzte mit Praxisschließungen, erklärte der Bundesvereinigung. (dapd)

Kommentare
03.09.2012
00:03
Ärzte wollen höhere Honorare auch einklagen
von Juelicher | #16

@Elfentraum

Einnahmen pro Praxis nach Abzug von Unkosten vor Steuern rund 165.000 Euro jährlich. Der ehemalige Hausarzt schräg hinter uns ist...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Osteuropäer wehren sich gegen Flüchtlings-Quote der EU
Bootsflüchtlinge
Griechenland und Italien sind mit Bootsflüchtlingen im Mittelmeer überfordert. Die EU will die Menschen fairer verteilen – viele Staaten sind dagegen.
Anthrax-Panne – US-Militär verschickt Milzbrand-Erreger
Anthrax
Tödliche Post aus dem Labor: Ein Jahr lang hat das US-Militär Proben mit aktiven statt abgetöteten Anthrax-Erreger verschickt – ohne es zu wissen.
Kita-Streik - diese Städte zahlen die Elternbeiträge zurück
Kita-Streiks
Einige Städte haben bereits erklärt, dass sie die Kita-Gebühren während des Erzieher-Streiks zurückzahlen. Andere zieren sich noch. Die Übersicht:
Minister Gröhe drückt bei Gesundheitskarte aufs Tempo
Patientendaten
Gesundheitsminister Gröhe droht bei Nichtbeachtung der Patientenkarte Strafzahlungen an. Kritiker zweifeln an der Datensicherheit der Gesundheitskarte...
EU plant Quoten für Flüchtlinge
Flüchtlinge
Um Italien und Griechenland zu entlasten will die EU-Kommission 40000 Flüchtlinge auf andere EU-Staaten verteilen - den größten Teil nach Deutschland.
Fotos und Videos
article
7047475
Ärzte wollen höhere Honorare auch einklagen
Ärzte wollen höhere Honorare auch einklagen
$description$
http://www.derwesten.de/nrz/politik/aerzte-wollen-hoehere-honorare-auch-einklagen-id7047475.html
2012-09-01 16:30
Ärzte,Ärztestreik,Gesundheitssystem,Krankenkassen
Politik