Politisches Forum Ruhr : CO2-Pipeline: RWE weist Kritik zurück
Essen. Konzernchef Jürgen Großmann hat „wenig Verständnis für regionale Bedenkenträger”. SPD in Kiel warnt vor „Kohlendioxid-Müllkippe”.
Die Kritik an den RWE-Plänen, eine Pipeline für Kohlendioxid (CO2) vom Rheinischen Braunkohlerevier bis nach Schleswig-Holstein zu bauen, hat Konzernchef Jürgen Großmann zurückgewiesen. „Ich habe wenig Verständnis für regionale Bedenkenträger, die schon kritisieren, bevor die ersten Spatenstiche getätigt wurden”, sagte der RWE-Vorstandsvorsitzende am Abend bei einer Veranstaltung des Politischen Forums Ruhr in Essen.
Am Freitag hatte RWE angekündigt, 2014 in Hürth ein Kraftwerk in Betrieb nehmen zu wollen, bei dem das CO2 aus den Abgasen gefiltert und in Schleswig-Holstein unterirdisch gespeichert werden soll. Kritiker warnen hingegen vor den Gefahren des unsichtbaren und geruchlosen Gases.
Am Montag stellte sich auch die SPD im Kieler Landtag gegen die Pläne: „Unser Land ist nicht die Kohlendioxid-Müllkippe Deutschlands.”, sagte der energiepolitische Sprecher, Olaf Schulze. Die SPD im Düsseldorfer Landtag forderte einen Bericht der Landesregierung zu den Plänen. Höchste Priorität müsse die Klärung bei der Sicherheitsfragen bei Transport und Lagerung haben, sagte SPD-Fraktionsvize Norbert Römer.
Großmann nannte das geplante Braunkohle-Kraftwerk „ein Projekt von nationaler Bedeutung”. Die Technik der CO2-Abscheidung „kann und wird ein Export-Schlager werden.” (NRZ)
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