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Finanznot

900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser

22.03.2013 | 18:14 Uhr

Berlin.   Die schwarz-Gelbe Koalition in Berlin gewährt defizitären Kliniken Zuschüsse. Ohne diese Hilfen dürfte schon in diesem Jahr bundesweit jede zweite Klinik in die roten Zahlen rutschen. Vor allem kleinere Häuser kämpfen mit der Existenznot.

Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin will die Krankenhäuser in den Jahren 2013 und 2014 mit knapp 900 Millionen Euro an Bundeszuschüssen unterstützen. Darauf haben sich Union und FDP am Freitag geeinigt.

Ohne diese Hilfen dürfte schon in diesem Jahr jede zweite Klinik in die roten Zahlen rutschen, warnte die Deutsche Krankenhaus-Gesellschaft (DKG) wiederholt. Mit 750 Millionen Euro will die Koalition nun die doppelte Degression bekämpfen. Hintergrund: Wenn eine große Klinik mehr Patienten versorgt als kalkuliert, muss sie Abschläge hinnehmen. Zugleich sinken die Preise für alle Leistungen in einem Bundesland.

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An NRW-Kliniken drohen Personalabbau und Gehaltskürzungen

In NRW geraten immer mehr Krankenhäuser in finanzielle Schieflage. Die Konsequenzen sind zum Teil drastisch. So kündigte das Klinikum Dortmund an, rund 130 Stellen abbauen zu müssen. Das St.-Marien-Hospital in Lünen bereitet 1300 Mitarbeiter auf mögliche Gehaltskürzungen vor.

Das trifft vor allem kleinere Kliniken, die ihr Angebot nicht ohne weiteres ausdehnen können. Diese Kollektivhaftung fällt künftig weg. Dies sei ein wichtiger Schritt für die Versorgungssicherheit auf dem Land, sagte Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer dieser Zeitung.

Hygiene soll verbessert werden

Etwa 40 bis 80 Millionen Euro erhalten die Kliniken wegen steigender Tariflöhne. Weitere 160 Millionen Euro möchte die Koalition bis 2016 bereitstellen, um die Anstrengungen der Häuser für eine verbesserte Hygiene in den Kliniken zu unterstützen.

Seit langem klagen die Krankenhäuser über finanzielle Probleme. Seit 2006 sind demnach die Personal- und Sachkosten um fast 16 Prozent gestiegen, während sich die Vergütungen für Klinikleistungen im gleichen Zeitraum nur um 8,7 Prozent erhöht haben.

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Kliniken lassen eigenes Personal putzen

Krankenhäuser wollen flexibel auf den Bedarf reagieren können und gleichzeitig Geld sparen. Genaue Leistungskataloge regeln die Arbeit der Reinigungskräfte.

„Eine kurzfristige finanzielle Entlastung der Krankenhäuser hilft für den Moment, ändert aber am Grundproblem vieler Kliniken nichts“, sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) und wehrte sich gegen den Vorwurf von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), wonach sich die Länder immer mehr aus der Finanzierung von Investitionen in den Kliniken herauszögen.

480 Millionen aus NRW

Nordrhein-Westfalen gibt laut Steffens unverändert 480 Millionen Euro im Jahr zur Finanzierung der Krankenhäuser an Rhein, Ruhr und Weser. Weiter forderte Steffens eine grundlegende Reform der Krankenhausfinanzierung.

Der Krankenkassen-Spitzenverband bezeichnete es als völlig falschen Weg, Hunderte von Millionen Euro pauschal über alle Krankenhäuser auszuschütten.

Daniel Freudenreich



Kommentare
23.03.2013
16:11
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von Shy_Eye | #9

Alles nicht ganz nachvollziehbar. Wir haben hier doch viel mehr dass Problem, dass man mit einem reinen Gewinn von 1 Millionen oder einem Gewinn von 500.000 (mit allen Abzügen) nicht mehr zufrieden ist und als "marlade" bezeichnet wird. Die Leute haben einen Schaden.... Zu dem wäre auch mal interessant zu wissen WIE VIEL die Krankenhäuser einnehmen und WIE VIEL sie auf den Cent genau ausgeben! Und am Besten eine unabhängige Stelle prüfen lassen wo das Problem liegt

23.03.2013
13:11
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von MalNachgedacht | #8

Klaro, wie sollen die Krankenhäuser auch an Kapital kommen, um in die Klinik zu investieren?

Meist hängen doch die Kommunen mit in den Gesellschaften und die bekommen dank Nothaushalten und Schuldenbremsen alles außer einem Kredit von der Bank.

Ich weiss auch gar nicht, warum sich jetzt so aufgeregt wird, vor ein paar Jahren wurde gerade die "Schuldenbremse", also Investitionsbremse, von den privaten Krankenhausgesellschaften gefeiert. als ob es kein Morgen gäbe, weil nun "endlich der Markt offensteht"....

23.03.2013
11:49
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von schRuessler | #7

Also, über "malade" kann ich mich nun wirklich nicht aufregen. "Kranke Krankenhäuser" klänge doch viel bescheuerter.

Was mich vielmehr ärgert, ist, dass wir ständig mit Berichten zur Gesundheitspolitik versorgt werden, die vielleicht jeder für sich, im Zusammenhang aber keinen Sinn ergeben.

Gesundheitssystem vor dem Kollaps, Riesenübserschüsse der Krankenkassen, Abschaffung der Praxisgebühr, malade Krankenhäuser, geplanter Abau von Überkapazitäten bei Krankenhäusern, Notfall-Patienten, für die kein Bett im Krankenhaus frei ist...............

Zusammengepuzzelt ergeben diese Nachrichten keinen Sinn.

1 Antwort
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von kadiya26 | #7-1

... und das spricht Bände über den Zustand der Gesundheitspolitik und ihrer Akteure.

23.03.2013
10:51
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von h.morun | #6

880 Millionen für krankenhäuser- Wenn das nicht mal eine Wohltat ist. Pflegen und heilen diese Häuser doch nur menschen und machen keine Milliardenumsätze an den Börsen. Banken wurden mit 100ten Milliarden beschenkt. Was diese auch gerne nahmen um den Vorständen MillionenBoni zu zahlen. Aber für Krankenhäuser, die nichts wieter tun, als Menschen zu heilen. Das ist doch verschenktes Geld..... oder`?

23.03.2013
09:16
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von Puschtekuschen1616 | #5

Malade, herrje, durfte der Praktikant nun plötzlich einen der Leitartikel schreiben?
Wie wärs denn mit plümmerant oder kodderich?
Wenn schon umgangssprachlich, dann richtig..!

23.03.2013
08:48
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von Herby52 | #4

Die Krankenkasse sitzen auf Überschüsse und auch der Gesundheitsfond ist Milliarden schwer.
Aber wir schaffen es nicht, ein funktionierendes Gesundheitswesen auf die Beine zu stellen.

23.03.2013
08:42
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von DaDU | #3

Was stimmt an einem Gesundheitssystem nicht, in dem die Kassen der Krankenkassen überlaufen und die Krankenhäuser Pleite sind?

23.03.2013
06:07
Überschrift
von raimont | #2

wieso muss ich gerade an Marmelade denken und was hat das mit verschuldeten Krankenhäusern zu tun und warum schmeckt das Brötchen auf einmal so komisch?

23.03.2013
00:27
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von Kritiker90 | #1

Malade Krankenhäuser sind kranke Krankenhäuser.
Wird jetzt Frenglisch Nachfolger von Denglisch????
Was soll dieser ganze Quatsch????

2 Antworten
900-Millionen-Euro-Spritze für malade Krankenhäuser
von buntspecht2 | #1-1

#1Die WAZ flegt eben ihren eigenen Stiel.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-2

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