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Vorsicht vor Fallen beim Online-Shopping - was Kunden beachten sollten

11.12.2012 | 19:26 Uhr
Vorsicht vor Fallen beim Online-Shopping - was Kunden beachten sollten
Viele Online-Shops arbeiten seriös. Aber auch dubiose Händler mischen sich immer wieder dazwischen. Das heiß ersehnte Paket entpuppt sich dann schnell als herbe Enttäuschung.Foto: amazon

Berlin.   Selbst Zertifikate auf der Seite eines Online-Shops müssen kein Zeichen für einen sicheren Einkauf sein. Dubiose Händler kopieren die Gütesiegel einfach. Wir haben einige Tipps, auf was Sie als Kunde achten sollten.

Mit gefälschten Zertifikaten locken dubiose Online-Händler gutgläubige Käufer in die Falle. Gerade in der hektischen Vorweihnachtszeit sollten Internet-Nutzer die Webseiten der Anbieter genau unter die Lupe nehmen.

„EHI Geprüfter Online-Shop“, „Trusted Shops“ und „s@fer shopping“: Trägt ein Online-Laden ein solches Logo, verspricht der Anbieter ein sicheres Einkaufserlebnis. Er verpflichtet sich, Qualitätskriterien einzuhalten und garantiert beispielsweise faire Vertragsbedingungen und eine einfache Warenrückgabe. Doch Vorsicht: Bisweilen locken Betrüger Verbraucher mit den Gütezeichen in die Falle.

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Weihnachtseinkauf per Klick

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Gauner kopieren die Logos

„Gerade in hektischen Situationen sollten Online-Käufer Ruhe bewahren und nicht einfach schnell bestellen“, warnt Christian Funk, IT-Experte beim Softwareanbieter Kaspersky Lab. Selbst wenn es noch so schnell gehen muss, weil etwa noch das Weihnachtsgeschenk für den Neffen fehlt, gilt es, sich die Webseite genau anzuschauen. „Siegel können ein Qualitätsmerkmal sein, müssen es aber nicht“, gibt Funk zu bedenken. Der Grund dafür: Die Zeichen lassen sich leicht kopieren, beispielsweise mittels Bildschirmfoto. Auf diese Art und Weise können Gauner die Logos einfach in einen falschen Shop einbinden. Auf den ersten Blick ist es dann fast unmöglich, Original und Fälschung auseinander zu halten.

Auf Nummer sicher gehen Kunden, wenn sie sich auf die Webseite des Siegel-Vergebers begeben. Die Unternehmen führen Listen der Shops, die mit ihrem Zertifikat ausgezeichnet sind. Unter www.safer-shopping.de führt der TÜV Süd sämtliche Händler auf, die sein s@fer-shopping-Logo tragen. Nicht nur deutsche Organisationen vergeben Zertifikate für den Online-Einkauf. Auch Länder wie Spanien, Österreich oder Großbritannien vertrauen auf die Gütezeichen, die sich dann Confianza Online, Euro-Label oder SafeBuy nennen. Bisweilen verhindern hier Sprachbarrieren, einen Einblick in die Mitgliederlisten zu erlangen. Auch kommen viele Online-Händler ohne Gütesiegel aus, etwa weil ihnen die Zertifizierung zu kostspielig erscheint. Unseriös müssen sie deshalb nicht sein.

Auf die Erfahrungsberichte von Kunden in Online-Foren achten

„Es ist immer eine gute Idee, einmal zu schauen, was andere Kunden von dem Online-Shop halten“, rät Internet-Spezialist Funk. Hilfreiche Informationsquelle seien Erfahrungsberichte von Kunden in Online-Foren oder Rezensionen. Vorsicht ist aber auch hier geboten. Schließlich nutzen findige Unternehmer solche Kommunikationskanäle selbst, um geschönte Texte über sich ins Netz zu stellen.

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Verhängnisvolle Shopping-Sucht am PC

Sie saß schon im Gefängnis, weil sie immer wieder in Internet Sachen bestellt und nicht bezahlt hat. Doch seit zwei Jahren ist die 35-Jährige straffrei: Sie hat keinen eigenen PC mehr. Für ihren letzten Betrug aus dem Jahr 2010 kam sie im Amtsgericht mit einer Bewährungsstrafe davon.

Egal wie seriös ein Firmenauftritt erscheint, man sollte immer bedenken: Heutzutage kann im Prinzip jeder ganz ohne Vorkenntnisse mit einfachen Online-Werkzeugen seinen eigenen Internet-Shop zusammenbasteln. Auch haben gewiefte Gauner in der Vergangenheit renommierten Netzauftritte kopiert und damit Kunden in die Falle gelockt. Selbst die Angabe sämtlicher Kontaktinformationen und ein Impressum auf der Seite muss noch lange nichts bedeuten. Schließlich lassen sich auch diese Daten fälschen.

„Wer Zweifel hat, sollte besser woanders bestellen“, rät Funk. „Es nützt ja nichts, wenn der Artikel bei dem Anbieter zwar zwanzig Euro billiger ist, dafür aber nie geliefert wird.“ Gerade, wenn es sich um extrem verlockende Angebote handelt, sollten bei potenziellen Käufern die Alarmglocken läuten. Bei heißen Angeboten einen kühlen Kopf bewahren, lautet die Devise.

Sicher: Ein Kauf auf Rechnung

Vorsichtshalber sollten Kunden beim Internet-Einkauf auf eine sichere Zahlungsweise setzen. Der Kauf auf Rechnung ist noch immer die beste Lösung, wenn auch die wenigsten Online-Shops diese Zahlungsmethode anbieten. Kommt nur mangelhafte Ware ins Haus oder die Bestellung trifft gar nicht ein, ist das Geld nicht vorgeschossen und muss im Zweifel umständlich vom Unternehmer zurückerstritten werden. Auch der Kauf über einen Bezahldienst wie PayPal bietet einen gewissen Schutz.

Tipp: Insgesamt 13 Online-Siegel stellt das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz in seinem „Leitfaden zum Umgang mit Gütesiegeln in Deutschland und Europa“ vor. Online unter www.cec-zev.eu/de steht sie zum Download bereit. Leser finden darin auch Tipps für den sicheren Online-Einkauf.

Mandy Kunstmann



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