Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Drahtseilakt

US-Akrobat Nik Wallenda überquert Niagara-Fälle auf dem Seil

16.06.2012 | 09:17 Uhr
Drahtseil-Akrobat Nik Wallenda hat auf einem Hochseil die Niagara-Fälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada überquert. Die Wasserfälle sind an dieser Stelle 550 Meter breit. Foto: rtr

Niagara Falls.  Der US-Akrobat Nik Wallenda hat erfolgreich die Niagara-Fälle auf dem Hochseil überquert. Als erstem Mensch seit mehr als hundert Jahren gelang dem 33-Jährigen Vater von drei Kindern der waghalsige Gang in 60 Metern Höhe. Die Wasserfälle des Niagara-Flusses sind an dieser Stelle rund 550 Meter breit.

Es war wahrhaftig ein Drahtseilakt: 25 Minuten lang ist der US-Akrobat Nik Wallenda als erster Mensch seit über hundert Jahren auf einem Hochseil über die Niagara-Fälle spaziert. Besonders zu schaffen machten dem 33-Jährigen am Freitagabend auf der 550 Meter langen Strecke zwischen den USA und Kanada Nebel und Wind. Zehntausende Zuschauer verfolgten vor Ort die waghalsige Überquerung.

"Oh mein Gott, es ist unglaublich, es ist atemberaubend!", rief Wallenda kurz nach dem Start, nachdem er noch ein kurzes Gebet gesprochen hatte. Hochkonzentriert tastete sich der Akrobat Schritt für Schritt auf dem 60 Meter hohen Drahtseil vorwärts, während er mit einer meterlangen Balancierstange versuchte, das Gleichgewicht zu halten. Wallenda trug einen rot-schwarzen, wasserdichten Anzug und Schuhe mit Ledersohlen, die ihm seine Mutter angefertigt hatte.

"Ich bin ziemlich nass", sagte Wallenda, der bisweilen in den Dunstwolken des Wasserfalls kaum noch zu sehen war. Per Mikrofon war der Akrobat mit seinem Vater Terry Troffer verbunden. Fernsehsender übertrugen die Überquerung live, Wallendas drei Kinder im Alter zwischen neun und 14 Jahren schauten zu.

Drahtseilakt über Niagara-Fällen

Akrobat war mit einem Gurt gesichert

"Du machst das gut, lass dir Zeit", riet ihm sein Vater zu. "Dem Wind standzuhalten, ist nicht einfach, meine Finger fühlen sich taub an", sagte Wallenda. Zwischendurch kniete er sich kurz nieder, schwenkte die geballte Faust in die Luft und winkte seinen Fans zu, die ihm laut zujubelten. Der Akrobat trug einen Sicherheitsgurt und war durch eine Leine mit dem Drahtseil verbunden, die ihn bei einem Absturz auffangen sollte.

Neben dem Wind hatte der 33-Jährige auch mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. "Als ich nach unten schaute, war überall strudelndes Wasser. Schaute ich nach oben, war da viel Nebel in meinem Gesicht", berichtete Wallenda nach der Überquerung. "Der Nebel war so stark, dass ich oft blinzeln musste, um überhaupt etwas zu sehen."

Der erste Stunt dieser Art seit mehr als 100 Jahren

Für den 33-Jährigen erfüllte sich mit der Überquerung ein Kindheitstraum. "Die Aussicht da oben war einfach phantastisch, es ist mit nichts vergleichbar." Die Überquerung sei "jeden Penny" wertgewesen, er habe "jede Minute geliebt". Wallenda stammt aus einer bekannten Artistenfamilie, die schon in Österreich-Ungarn berühmt war - nicht alle überlebten ihre Kunst. Wallendas Urgroßvater stürzte 1973 im Alter von 78 Jahren ab, als er in Puerto Rico ein zwischen zwei Häusern gespanntes Seil überqueren wollte.

Wallenda ist der erste Mensch seit mehr als hundert Jahren, der die Niagara-Fälle überquerte. Mindestens 14 Menschen haben im 19. Jahrhundert versucht, den Wasserfall an einer ruhigeren Stelle zu überqueren, bevor ein Verbot erlassen wurde. Der Akrobat, der mehrere Weltrekorde als Balanceur hält, war der erste, bei dem eine Ausnahme gemacht wurde. Als nächstes Projekt plant Wallenda die Überquerung des Grand Canyon - über eine Strecke, die drei Mal so lang ist wie die Passage über die Niagara-Fälle. (afp)



Kommentare
Aus dem Ressort
Neunjähriger bleibt auf Autobahnparkplatz zurück
Polizei
Nach einem Streit mit der Mutter wollte der Junge in eines der anderen beiden Autos wechseln, mit denen die Familien unterwegs war. Doch dort stieg er nicht ein und blieb zurück. Die Eltern holten ihn bei der Polizei wieder ab.
Wohl mehr als 20 Tote bei Flüchtlingsdrama im Mittelmeer
Flüchtlinge
Ein neues Flüchtlingsdrama im Mittelmeer vor Griechenland schreckt die Menschen auf. Unter den Opfern sind auch Kinder. Wieder sind es die Ärmsten und Schwächsten, für die der Traum von Europa in einer Katastrophe endet. Vor Italiens Küste wurden unterdessen 1300 Flüchtlinge aus dem Meer gerettet.
US-Forscher befürchten Hunderttausende Ebola-Fälle
Ebola
Die Ebola-Epidemie wird nach Ansicht von US-Experten das Krisenszenario der WHO weit übersteigen. Das Virus werde noch mindestens 12 bis 18 Monate grassieren und könnte Hunderttausende Menschen infizieren, mahnen die Forscher.
Nadeln im Hackfleisch - Polizei fahndet mit Foto nach Frau
Fahndung
Eine Jugendliche hätte die Nadel schon beinahe verschluckt: Eine versteckte Nähnadel hätte für die 17-Jährige fatal enden können. Jetzt ermittelt die Polizei in Lübeck. In gut 20 Fällen tauchten die Nadeln in Hackfleisch in Supermärkten in Schleswig-Holstein auf. Eine Tatverdächtige gibt es bereits.
Radiosender zahlt nach tragischem Scherzanruf 350.000 Euro
Großbritannien
Es sollte ein Telefonscherz sein: Moderatoren eines australischen Radiosenders hatten sich im Dezember 2012 als britische Königin ausgegeben, als Herzogin Kate in einer Londoner Klinik zur Entbindung lag. Eine Krankenhausmitarbeiterin brachte sich danach um. Nun zahlt der Sender deren Familie Geld.
Umfrage
Müsste NRW mehr gegen die Aktivitäten der Salafisten vorgehen? Die Opposition fordert das. Was ist Ihre Meinung?

Müsste NRW mehr gegen die Aktivitäten der Salafisten vorgehen? Die Opposition fordert das. Was ist Ihre Meinung?