Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Panorama

Sozialverbände protestieren gegen Rundfunkbeitrag für Behinderte

29.12.2012 | 10:15 Uhr
Foto: /dapd/Joerg Koch

Vor dem Start des neuen Rundfunkbeitrags am 1. Januar 2013 auch für behinderte Menschen haben führende Sozialverbände Nachbesserungen gefordert. Die Mehrheit der Menschen mit Behinderungen müsse von den Gebühren befreit bleiben, sagte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, der "Rheinischen Post".

Düsseldorf (dapd). Vor dem Start des neuen Rundfunkbeitrags am 1. Januar 2013 auch für behinderte Menschen haben führende Sozialverbände Nachbesserungen gefordert. Die Mehrheit der Menschen mit Behinderungen müsse von den Gebühren befreit bleiben, sagte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, der "Rheinischen Post". "Es ist ein Irrsinn, Demenzkranken und Pflegebedürftigen ohne ausreichende Seh- und Hörfähigkeit mit einer Rundfunkgebühr in die Tasche zu greifen." Der SoVD verlangt eine rasche gesetzliche Korrektur.

Ab Januar muss jeder private Haushalt monatlich 17,98 Euro für die Nutzung eines TV-Geräts oder Radios zahlen - auch wenn die Geräte gar nicht vorhanden sind. Auch Zehntausende behinderte Menschen, die bisher von der Gebühr befreit waren, sind hiervon betroffen. Nur auf Antrag wird ihr Beitrag auf 5,99 Euro monatlich reduziert. Befreit von der Gebühr sind künftig nur noch Taubblinde, Empfänger von Blindengeld sowie auf Antrag Behinderte, die Sozialhilfe erhalten.

Als erste Reaktion hatten ARD und ZDF bereits angekündigt, die Gebühr nicht bei den Bewohnern von Pflegeheimen einzutreiben. Dies geht den Verbänden aber nicht weit genug. "Die Sender müssen auch deutlich mehr Sendungen für Hör- und Sehgeschädigte mit Gebärdensprache und Audiodeskription aufbereiten, wenn sie dafür bezahlen müssen", forderte Wolfgang Tigges, Vize-Geschäftsführer der Düsseldorfer Dachorganisation der Behinderten-Selbsthilfe-Organisation BAG Selbsthilfe.

dapd

dapd

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

 
Aus dem Ressort
Studentin nach Prügelattacke in Fast-Food-Laden wohl hirntot
Zivilcourage
Tugce A. hat es nicht geschafft: Gut elf Tage nachdem die junge Frau in Offenbach bei einer Prügelattacke lebensgefährlich verletzt wurde, ist sie von Ärzten nun für hirntot erklärt worden. Das jedenfalls wird in örtlichen Medien berichtet. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.
Video zeigt, wie schnell US-Polizei auf Zwölfjährigen schoss
Videoveröffentlichung
Im Fall des erschossenen Tamir Rice hat die Polizei in Cleveland ein Video veröffentlicht. Es zeigt, wie der Polizist Timothy Loehmann binnen weniger Sekunden nach Eintreffen das Feuer eröffnete. Tamir Rice hatte lediglich mit einer Spielzeugpistole gespielt. Der Fall löste in den USA Proteste aus.
Cricket-Spieler stirbt nach Kopfverletzung durch Ball
Unfall
Der australische Cricket-Spieler Philip Hughes ist nach einem Kopftreffer an seinen Verletzungen gestorben. Der 25-Jährige war während eines Spiels von einem Cricketball getroffen worden und zusammengebrochen. Hughes hatte noch versucht, sich wegzudrehen.
Test für Ebola-Impfstoff vielversprechend angelaufen
Ebola
Amerikanische Wissenschaftler haben gemeinsam mit einem Pharmahersteller einen neuen Ebola-Impfstoff erfolgreich getestet. Das Immunsystem der 20 erwachsenen Probanden habe auf das Mittel "VRC 207" gut reagiert. Es basiert auf einem abgeschwächten Schimpansen-Virus.
Anklage gegen mutmaßlichen Mörder von Miss Honduras erhoben
Tragödie
Weil er die honduranische Schönheitskönigin María José Alvarado ermordet haben soll, muss sich Plutarco R. bald vor Gericht verantworten. Die 19-Jährige Miss Honduras war vergangenen Woche tot aufgefunden worden. Plutarco R. soll aus Eifersucht gehandelt haben.