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So werden Sie fit für die Skipiste

08.11.2012 | 16:47 Uhr
So werden Sie fit für die Skipiste
Michael Gies leitet die Allrounder-Skischule in der Skihalle Neuss. Er kann genau erklären, wie man sich auf einen Skiurlaub vorbereiten sollte.Foto: Mathias Schumacher/WAZ FotoPool

Neuss.   Der nächste Skiurlaub steht vor der Tür. Wer jetzt mit einem Trainingsprogramm anfängt, wird noch pünktlich fit. Skilehrer Michael Gies aus der Jever-Skihalle Neuss erklärt, worauf man achten muss und warum Skigymnastik auch Nicht-Skifahrern gut tut.

Das Schlimmste kam immer zum Schluss: die Schussfahrt! In der Hocke die steile Piste runter, den Po dabei anspannen und wippen, die Arme anwinkeln – und halten. Geschafft! Danach der Abspann, endlich, er bedeutete die Erlösung: die Tele-Skigymnastik war vorbei. Aufatmen in deutschen Wohnzimmern. Es waren die 70er und 80er, als es populär war, sich vor dem Fernseher auf den Skiurlaub vorzubereiten. Skistars, die Franz, Toni, Hansi oder Rosi hießen, turnten in Trainingsanzügen, die inzwischen dank des Retro-Schicks wieder modern sind, dem Zuschauer etwas vor.

Und heute? Ist die Skigymnastik Schnee von gestern? Keineswegs! Sie ist sogar aufgestiegen zu einem Fitmacher für jedermann. Man muss kein Skifahrer sein, um aus den Übungen etwas mitzunehmen. Sie trainieren Muskeln und Beweglichkeit, Koordination und Kondition. Und das Beste: Dieses Programm funktioniert in der eigenen Wohnung – das ist dann die Gemeinsamkeit mit der Tele-Gymnastik von früher.

„Viele Touristen fahren ohne jede Grundlage in die Berge“

Michael Gies hat einige Übungen zusammengestellt, die von gesunden Menschen einfach nachgemacht werden können. Der 29-Jährige ist staatlich geprüfter Skilehrer. Er leitet die Allrounder-Skischule in der Jever-Skihalle Neuss und kann als Diplom-Sportlehrer beurteilen, wie wichtig Bewegung ist. „Sinnvoll wäre, das ganze Jahr regelmäßig zu trainieren. Ein- bis zweimal die Woche Ausdauersport wie Walking oder Joggen, dazu die Gymnastik.“ Eigentlich ein Rat für jedermann, aber für Skifahrer erst recht. „Viele Touristen unterschätzen das Risiko. Sie machen das ganze Jahr keinen Sport und fahren dann ohne jede Grundlage in die Berge.“

Entspannt zu Hause trainieren

Gies empfiehlt: Mindestens sechs bis acht Wochen vor dem Skiurlaub mit dem Training anfangen, „ganz entspannt zu Hause, man benötigt nicht mehr als bequeme Kleidung und eine dicke Decke oder eine Gymnastikmatte als Unterlage“. Natürlich wird allein durch die Skigymnastik aus einem Udo Ungelenk kein Gerd Geschmeidig, aber durch die Vorbereitung hält die Muskulatur auch einen langen Skitag eher aus, das Verletzungsrisiko sinkt und die Fahrtechnik wird besser.

Der Skischulleiter rät außerdem den Urlaubern, sich zu Beginn jedes Skitags aufzuwärmen. „Das muss nichts Hochsportives sein. Ich empfehle leichte Übungen in offenen Skischuhe. Beispielsweise einen ansteigenden Weg hinauflaufen.“

Offene Skischuhe deshalb, weil sich der Fuß ausdehne, wenn er wärmer wird. Die Folgen wären: qualmende Socken und Schmerzen – beides nicht schön. Also, liebe Schneehasen: Zuerst warm machen, danach die Schuhe festschnallen – und dann: rauf auf die Bretter und den Berg runter!

Kirsten Simon



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