Das aktuelle Wetter NRW 21°C
Haustiere

Schöner Wohnen mit tierischen Untermietern

09.11.2012 | 16:53 Uhr
Schöner Wohnen mit tierischen Untermietern
Kanarienvögel sollten in Gemeinschaft gehalten werden.Foto: Marco Kneise

Bonn.   Der eine hat einen Vogel, andere wollen nicht ohne Hund, Katze, Hamster oder Fische leben. Tiere sind für viele Menschen willkommene Hausgenossen. Selbst in engen Stadtwohnungen werden die Lieblinge gern gehalten. Dabei kann das für sie zur Qual werden. Was sollten Frauchen und Herrchen beachten?

Der eine hat einen Vogel, andere wollen nicht ohne Hund, Katze, Hamster oder Fische leben. Tiere sind für viele Menschen willkommene Hausgenossen. Selbst in engen Stadtwohnungen werden die Lieblinge gern gehalten. Dabei kann das für sie zur Qual werden. So musste sich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen mit einem Mann beschäftigen, der eine Florida-Schmuckschildkröte in einer Wolldecke hielt und versuchte, sie in einer kleinen Plastikschüssel zu baden. Als das bei dem Tier auf wenig Gegenliebe stieß, ließ er es im Teich einer öffentlichen Parkanlage schwimmen. Dort schritt der Amtsveterinär ein. Das Gericht verpflichtete den Tierhalter, ein Terrarium in angemessener Größe bereitzustellen, auch wenn seine Wohnung sehr klein ist (AZ: 16 L 1319/11). Was sollten Frauchen und Herrchen beachten?

Hamster und Nager

„Tiere müssen in Wohnungen artgerecht gehalten werden“, betont Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. „Bevor man sich welche anschafft, sollte man sich genau mit ihren arttypischen und individuellen Bedürfnissen vertraut machen.“

Alle Tiere, und seien sie noch so klein, brauchen ihren festen Platz in der Wohnung. „Das sollten Eltern bedenken, die ihren Kindern Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen schenken“, sagt Tünte. So benötigen Nagetiere einen ausreichend großen Käfig und täglich viel Auslauf. „Kaninchen brauchen besonders viel Platz. Sie sind keine Käfigtiere. Beim Auslauf in der Wohnung sollten sie, genauso wie Hamster und Meerschweinchen, unter Aufsicht stehen. Denn sie knabbern gern Elektrokabel an. Das kann gefährlich werden.“

Bei Kaninchen und Meerschweinchen muss immer Raum für mehrere Tiere eingeplant werden, denn sie sind soziale Sippentiere und würden in Einzelhaltung verkümmern. Hamster sollten dagegen, bis auf einige Ausnahmen bei Zwerghamstern, nicht in Gruppen gehalten werden.

Vögel und Käfige

Kanarienvögel und Wellensittiche sollten ebenfalls nicht allein, sondern in Gemeinschaft mit Artgenossen leben. Der Plastikvogel im Käfig ist dafür kein Ersatz. „Oft sind die Käfige zu klein“, weiß Marius Tünte. Am besten werden Vögel in Volieren mit Freiflugmöglichkeiten gehalten. Wo das aus Platzgründen nicht möglich ist, sollte den Tieren täglich die Möglichkeit zum Freiflug gegeben werden. „Aber Vorsicht, es gibt viele Dinge im Haushalt, die den Vögeln gefährlich werden können.“ Das sind brennende Kerzen, spitze Gegenstände oder auch volle Gießkannen, in denen sie ertrinken, oder Netzgardinen, in denen sie sich verfangen können. Giftige Zimmerpflanzen wie Alpenveilchen oder Weihnachtsstern müssen entfernt werden, ehe der Käfig geöffnet wird.

Zäune und Klappen

Wer einen Hund in der Wohnung hält, muss bedenken, dass dieser viel freien Auslauf braucht. „Nur zweimal am Tag um den Block zu laufen und den Hund sein Geschäft machen zu lassen, das reicht nicht aus“, sagt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. „Hunde sollten mit Artgenossen spielen und toben dürfen. Ausschließliches Gehen an der Leine lastet sie nicht aus.“ Schön ist es, wenn ein Garten zur Verfügung steht, in dem der Hund sich auch allein bewegen kann. „Allerdings dürfen dort keine Zäune eingesetzt werden, die mit Ultraschall arbeiten“, warnt der Fachmann.

Hunde sind sehr geräuschempfindlich und den Tönen dann permanent ausgesetzt. Auch Elektrozäune sind ungeeignet, weil der Hund keinen Zusammenhang zwischen Draht und Stromschlag herstellen kann. „Es kann passieren, dass sich der Hund aus Angst nicht mehr in den Garten wagt.“

Auch Katzen lieben ihren Auslauf und das Herumstreifen in der Natur. Daher sollte ihnen der Freigang auch bei Wohnungshaltung nicht verwehrt werden. Eine Möglichkeit ist der Einbau einer Katzenklappe. Durch diese Öffnung kann die Katze jederzeit ins Freie gelangen und auch wieder in die Wohnung zurückkehren. Auch hier muss der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden, bevor Türen oder Fenster beschädigt werden. „Und beim Auszug muss der alte Zustand wiederhergestellt werden“, so Ropertz.

Vermieter und Verträge

Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, aber auch Fische oder kleine Reptilien können in Mietwohnungen ohne weiteres gehalten werden, wenn die Voraussetzungen für die artgerechte Unterbringung erfüllt sind. Bei größeren Tieren wie Hund oder Katze hat der Vermieter allerdings ein Wörtchen mitzureden. „Entscheidend ist, was im Mietvertrag steht“, erklärt Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbundes (DMB) in Berlin. „Der Vermieter darf zum Beispiel die Haltung von Hunden in der Wohnung untersagen. Hält sich der Mieter trotz Abmahnung nicht daran, riskiert er die Kündigung des Mietverhältnisses.“

Ein generelles, ausnahmsloses Tierhaltungsverbot im Mietvertrag ist aber unwirksam. Damit ist die Vertragsklausel rechtlich praktisch nicht vorhanden und die Mieter könnten ohne weiteres mit ihrer Katze oder ihrem Hund einziehen. „Trotzdem sollten sie sicherheitshalber vorher den Vermieter informieren“, rät Ropertz. (dapd)

Katja Fischer


Kommentare
14.11.2012
19:31
Schöner Wohnen mit tierischen Untermietern
von shahzad | #1

Auf dem Foto sind Wellensittiche, keine Kanarienvögel.

Aus dem Ressort
Jugendämter nehmen so viele Kinder in Obhut wie nie zuvor
Behörden
Wenn Eltern mit der Betreuung ihres Nachwuchses völlig überfordert sind - oder Kindern und Jugendlichen aus anderen Gründen Gefahr droht, greifen die Behörden ein. Offenbar wird dies immer öfter notwendig. Denn noch nie haben die Jugendämter so viele Kinder in Obhut genommen wie im vergangenen Jahr.
Juden und Muslime küssen sich auf Twitter für den Frieden
Online-Kampagne
Der Gaza-Konflikt tobt auch in den sozialen Netzwerken. Fotos von getöteten Kindern und Raketeneinschlägen fachen den Hass an. Doch nicht alle machen mit. "Wir wollen keine Feinde sein", verkünden Muslime und Juden gemeinsam im Netz und küssen sich auf Twitter und Co. für den Frieden.
Wal-Kuh mit Kalb in der Ostsee - für Forscher eine Sensation
Sensation
Die Fotos sind ausgewertet, das Ergebnis ist nach Meinung der Forscher eine Sensation: In der Ostsee ist tatsächlich ein Buckelwal unterwegs. Damit nicht genug. Das Tier hat Nachwuchs dabei. Es handelt sich also um eine Buckelwal-Mutter mit ihrem Kalb.
Keine Überlebenden bei Flugzeugabsturz in Wüste Malis
Luftverkehr
Von den 116 Insassen des in Mali abgestürzten Flugzeugs hat niemand überlebt - möglicherweise sind auch bis zu vier Deutsche unter den Opfern. Der Grund für den Absturz ist noch immer unklar. Möglicherweise kann der inzwischen gefundene Flugschreiber bei der Aufklärung helfen.
Verdächtiger nach tödlichen Schüssen auf Polizisten gefasst
Kriminalität
Nach den tödlichen Schüssen auf einen 50-jährigen Polizisten im hessischen Bischofsheim hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der 57-Jährige sei geständig, heißt es. Das Motiv für die Bluttat ist jedoch weiterhin unklar - offenbar musste der Mann aber nicht sterben, weil er Polizist war.
Umfrage
S-Bahnen in NRW sollen bald wieder mit Außenwerbung auf den Zügen herumfahren. Was halten Sie davon?