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"Rettungsroutine" zum Wort des Jahres 2012 gekürt

14.12.2012 | 10:34 Uhr
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"Rettungsroutine" zum Wort des Jahres 2012 gekürt

Wiesbaden.  Rettungsroutine ist das Wort des Jahres 2012. Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt. Im vergangenen Jahr hatte sich Stresstest durchgesetzt. Die seit 1971 gekürten Wörter des Jahres sind Begriffe, die die öffentliche Diskussion in einem Jahr besonders prägten.

"Rettungsroutine" ist zum Wort des Jahres 2012 gekürt worden. Der Begriff habe die öffentliche Diskussion dieses Jahres am meisten geprägt, gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt. "Rettungsroutine" spiegele nicht nur das seit Jahren aktuelle Thema der instabilen europäischen Wirtschaftslage wider, sondern beschreibe die zahlreichen und wiederkehrenden Maßnahmen, die bisher zur Stabilisierung unternommen wurden, begründete der Vorsitzende der Gesellschaft, Armin Burkhardt.

Sprachliche Widersprüchlichkeit

Sprachlich interessant sei die Widersprüchlichkeit des Begriffs: Während Rettung im eigentlichen Sinne etwas Akutes sei, beinhalte Routine eine auf Dauer angelegte Entwicklung, erläuterte Burkhardt. Insgesamt bringe das Wort die Doppeldeutigkeit der Euro-Rettung und der Finanzkrise zum Ausdruck. Im vergangenen Jahr hatte sich "Stresstest" durchgesetzt. "Ich glaube, wir haben einen würdigen Nachfolger gefunden", war sich Burkhardt sicher. Auf den zweiten Platz kam "Kanzlerpräsidentin", gefolgt von "Bildungsabwendungsprämie".

  Ähnlich doppeldeutig wie "Rettungsroutine" sei auch "Kanzlerpräsidentin", sagte Burkhardt. Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist der Meinung, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lege ab und an die neutralen und zurückhaltenden Eigenschaften eines Bundespräsidenten an den Tag. Dabei seien Kanzler und Präsident zwei gleichwertige Wortbestandteile. Entweder sei Merkel "beides oder keins von beiden so richtig", sagte Burkhardt. Der Begriff "Bildungsabwendungsprämie" dagegen habe die Gemüter der Parteien erhitzt. Laut GfdS ist dies ein "gelungener Kampfbegriff" der Gegner des Betreuungsgeldes.

"Schlecker-Frauen" verpassen Sprung auf Treppchen

Ausgewählt wurden die Wörter des Jahres aus 2.200 Belegen, berichtete Burkhardt. Acht Jurymitglieder bestimmten die Top Ten, die den öffentlichen Diskurs 2012 im Wesentlichen prägten. Die seit 1971 gekürten Wörter des Jahres stehen für wichtige Themen und sind laut der Gesellschaft für deutsche Sprache charakteristisch für das jeweilige Jahr. 2012 wurden sie zum 37. Mal bekannt gegeben.

Die Wörter des Jahres

  • 2012: Rettungsroutine
  • 2011: Stresstest
  • 2010: Wutbürger
  • 2009: Abwrackprämie
  • 2008: Finanzkrise
  • 2007: Klimakatastrophe
  • 2006: Fanmeile
  • 2005: Bundeskanzlerin
  • 2004: Hartz IV
  • 2003: das alte Europa
  • 2002: Teuro
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