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Polizei entlastet Eltern

08.08.2007 | 15:21 Uhr

Englische Zeitungen nehmen die Eheleute McCann gegen Andeutungen in Schutz, sie könnten etwas mit Madeleines Verschwinden zu tun haben

London. Nach den Andeutungen in der portugiesischen Presse, Kate und Gerry McCann könnten etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter Madeleine zu tun haben, haben englische Zeitungen die Eheleute aus Rothley in Schutz genommen. Außerdem kritisierten sie die portugiesische Polizei - unter anderem, weil erst jetzt ein Blutfleck in der Ferienwohnung in Praia da Luz entdeckt wurde.

In Portugal war zu lesen, dass die Ermittler schon vor Wochen die Theorie aufgegeben hätten, dass das vierjährige Mädchen entführt worden sei. Vielmehr sei es in der Ferienwohnung gestorben. Das hätte zur Folge, dass sich Verdachtsmomente auch gegen die McCanns und ihre Freunde, mit denen sie den Urlaub an der Algarve verbrachten, ergeben würden. In Richtung der Urheber dieser Andeutungen kommentierte die "Daily Mail": "Wenn sie einen Fetzen von soliden Beweisen haben, um das zu stützen, dann lass' sie damit herauskommen. Andernfalls sollten sie schweigen, statt auf die bereits unvorstellbare Belastung, welche die McCanns ertragen müssen, noch Verdacht zu häufen."

Für ein klärendes Wort sorgte immerhin ein Sprecher der portugiesischen Polizei, der sagte, dass die McCanns nicht als Verdächtige betrachtet werden. In einem Interview erklärten diese, dass sie weiter fest daran glauben, dass ihre am 3. Mai verschwundene Tochter noch am Leben sei.

Die Theorie einer Madeleine-Sichtung Ende Juli in Belgien wurde gestern erschüttert, da die vor Ort an einer Flasche und einem Strohhalm genommenen DNA-Proben nicht zu ihr passten. Ob das Blut, das britische Spezialhunde in der Ferienwohnung aufspürten, von der Vierjährigen stammt, wird erst in einigen Tagen feststehen, wenn ein Labor in Birmingham die Probe ausgewertet hat. Der fürs bloße Auge nicht sichtbare Fleck war bei ersten Tatort-Untersuchungen nicht aufgefallen. Möglicherweise stammt er aber auch von einem anderen Urlauber, der vor oder nach "Maddies" Verschwinden dort wohnte. Der Blutfleck wurde nur gefunden, weil englische Spezialisten den Fall noch einmal überprüften.

Unter der Überschrift "Portugiesische Polizei-Fehler" listete die "Mail" auch mutmaßliche Versäumnisse bei der Absperrung des Tatorts, bei der Benachrichtigung der Grenzpolizei und der Befragung von Zeugen auf. In Frage kommende Urlauber seien nach Hause geflogen, ohne dass ihre Aussage aufgenommen wurde.

Von Bert Giesche

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