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Astronomie

Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne

25.10.2012 | 09:03 Uhr
Es ist das größte Bild unserer Galaxie, das jemals von der Erde aus aufgenommen wurde. Forscher erhoffen sich dadurch Aufschlüsse über die Entstehung der Milchstraße.Foto: ESO

München.   84 Millionen Sterne vereint die neue Aufnahme der Milchstraße auf einem Foto. Es ist das größte Bild unserer Spiralgalaxie, das jemals von der Erde aus aufgenommen wurde. Es könnte den Astronomen dabei helfen, eine zweite Erde, einen Zwilling unseres Planeten, aufzuspüren.

Die spektakuläre Großaufnahme unserer Milchstraße zeigt zwar weit über 80 Millionen Sterne. Dennoch bildet dies nur einen Bruchteil der Galaxie ab. Forscher schätzen, dass sie die unvorstellbare Zahl von 100 bis 300 Milliarden Sterne enthält. Aufgenommen wurde das Bild der Milchstraße mit Hilfe des 4,1-Meter-Teleskops „Vista“ in der chilenischen Atacama-Wüste, teilt die Europäische Südsternwarte (ESO) in Garching bei München mit. „Vista“ durchmustert den Weltraum im Infrarot-Spektrum und durchdringt damit die Staubwolken im All, die anderen Instrumenten den Blick verstellen.

Für die Wissenschaftler bedeutet die Aufnahme einen gewaltigen Fortschritt für das Verständnis der Galaxie. „Untersucht man die Myriaden von Sternen im Zentrum der Milchstraße, können wir eine Menge über die Gestalt und die Entstehung nicht nur unserer Galaxie lernen, sondern über Spiralgalaxien ganz allgemein“, sagte ESO-Forscher Roberto Saito von der Pontificia Universität in Chile.

Exaktestes Foto aller Zeiten

Die Erde und unser Sonnensystem sind Teil der Milchstraße, die in Form einer gigantischen Spirale im Weltraum liegt. In den meisten dieser Spiralgalaxien kreist eine große Anzahl alter Sterne um das Zentrum, das die Astronomen „Bulge“ (Ausbuchtung, Beule) nennen. Dort befindet sich auch das Schwarze Loch, das ESO-Forscher vor einiger Zeit entdeckten. Die Formation um dieses Schwerkraftmonster zu analysieren, sei wichtig, um die Galaxie als Ganzes zu verstehen, so die Astronomen.

Ich seh den Sternenhimmel

Noch nie wurde das Zentrum der Milchstraße exakter fotografiert als mit der neuen ESO-Aufnahme. Seine Auflösung beträgt gigantische neun Gigapixel. Würde man es mit der üblichen Auflösung auf Papier ausdrucken, wäre die Seite neun Meter lang und sieben Meter hoch, teilen die Forscher mit.

Suche nach der Zwillingserde

Die Infrarottechnik erleichterte den Forschern den Blick ins Zentrum der Galaxie, denn sichtbares Licht kann die kosmischen Staubwolken nicht durchdringen. „Um ins Herz der Galaxie zu blicken, brauchen wir Infrarot-Technologie, die weniger durch den Staub behindert wird“, erklärt Dante Minniti, Co-Autor der Studie. Nun werden sich die Wissenschaftler daran machen, die Unzahl von Sternen anhand des einmaligen Schnappschusses nach Größe, Helligkeit und Hitze zu katalogisieren.

Und dabei, so die Hoffnung der Astronomen, könnten sie womöglich auch neue Kandidaten für eine Zwillingserde ausfindig machen. Dafür nehmen sie vor allem die vielen „Roten Zwerge“ in dem Gebiet unter die Lupe. Das sind kleine, schwachleuchtende Sonnen, in deren Umgebung Planeten vermutet werden, die lebensfreundliche Bedingungen bieten könnten.

Viele „Rote Zwerge“

Ein Problem für mögliche Lebensformen auf einem solchen Planeten wäre indes, dass „Rote Zwerge“ einen großen Teil ihrer Strahlung im infraroten Bereich abgeben. Pflanzen, so wie wir sie kennen, benötigen jedoch vor allem Energie aus dem sichtbaren Spektrum des Lichts.

Sollte es auf einem solchen Planeten zudem Ozeane geben, hätten es auch Wasserlebewesen schwer, denn das langwellige Licht kann nicht weit eindringen. Schon in wenigen Metern Tiefe herrschte absolute Finsternis. Bedenkt man aber die absonderlichen Lebensformen in der irdischen Tiefsee, die noch kaum erforscht ist, so wäre grundsätzlich auf einem fernen Planeten, der um einen „Roten Zwerg“ kreist, Leben möglich.

Christopher Onkelbach



Kommentare
13.03.2013
10:40
Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne
von rapo | #4

Gibt es intelligentes Leben auf der Erde ?

26.10.2012
09:46
Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne
von banane666 | #3

man sieht wieder daran was wir Menschen für "Ameisen" sind, universell gesehen....
vor kurzem sah ich einen Bericht dass Arthur C. Clarke, der zusammen mit Kubrik gearbeitet hat, eine Art Fahrstuhl bis in 300 Km höhe für die Zukunft sieht der zu einer Plattform an Seile führt....das wäre irre.....
es klingt wie Sience-Fiktion aber man hat das Material für das Seil schon ausprobiert und einen Antrieb durch Laser ebenfalls....wer Interesse hat hier der Link...
http://youtu.be/uZSrAoMzRm8

25.10.2012
12:03
Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne
von Ruhrdream1963 | #2

Bin ich froh die Überschrift zu lesen, nachdem ich das Bild sah...Natürlich dachte ich zuerst an eine neu entdeckte Hautkrebsart...Puh

25.10.2012
10:17
Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne
von CaptainFuture | #1

Die Suche nach einem erdähnlichen Planet ist sinnlos da die Entfernungen einfach zu gross sind. Einzig der Mars wäre für eine Kolonisierung möglich sofern man es schafft eine dauerhafte atembare Atmosphäre zu schaffen (Polkappen schmelzen, genetisch veränderte Blaualgen oder ähnliches ansiedeln).

2 Antworten
Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne
von Leuler | #1-1

Ist ihnen schonmal in den Sinn gekommen, dass man lediglich eine der Größten Fragen der Menschheit klären will?
"Sind wir allein im Universum?"

Die Vermutung geht immer weiter richtung "nein", aber dennoch will mans genau wissen. Also: Weitersuchen!

Neues Bild der Milchstraße zeigt 84 Millionen Sterne
von rapo | #1-2

wie bereits Leuler sagt, geht es nicht darum, irgendwelche Planeten zu kolonisieren. Das würde mit heutigen Mitteln selbst auf dem Mars deutlich über tausend Jahre hypothetisches "Terraforming" erfordern und ist ohnehin Schwachsinn. Diese selbstbezogene Denkweise führt nicht weiter; und löst unsere arteigenen Probleme auch nicht, sondern exportiert sie einfach.
Vielmehr geht es um die entscheidende Frage, ob wir wirklich, bei aller Einzigartigkeit, den einzigen Planeten im Universum bewohnen, der Leben trägt; was schon sehr unwahrscheinlich ist. Es geht um das grundsätzliche Verständnis des Kosmos und seiner Gesetzmässigkeiten und darum, ob in der Umgebung anderer Sterne Leben wenigstens prinzipiell möglich ist. Dazu ist ein bestimmter Temperaturbereich und das Vorhandensein von flüssigem Wasser oder Wassereis notwendig, soweit wir wissen. Der tatsächliche Nachweis von Leben ist damit immer noch weit entfernt, würde aber unser Weltbild vollständig infrage stellen. Darum geht es.

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