Das aktuelle Wetter NRW 3°C
Bootsunglück

Mindestens ein Toter und dutzende Vermisste bei Flüchtlingsdrama vor Italiens Küste

08.09.2012 | 00:12 Uhr
Mindestens ein Toter und dutzende Vermisste bei Flüchtlingsdrama vor Italiens Küste
Überlebende des Schiffsunglücks erreichen in einem Boot der Küstenwache die Insel Lampedusa.Foto: rtr

Rom.  Nach dem Untergang eines Flüchtlingboots vor der italienischen Insel Lampedusa haben Rettungskräfte eine Leiche geborgen. Mindestens 56 Menschen haben das Unglück überlebt, insgesamt sollen sich aber mehr als hundert Personen an Bord befunden haben.

Bei einem neuerlichen Flüchtlingsdrama vor der italienischen Insel Lampedusa ist mindestens ein Mensch getötet worden. Bei der geborgenen Leiche handele es sich um einen Mann, teilten die Rettungskräfte am Freitag mit. Mindestens 56 Menschen seien gerettet worden, nach dutzenden weiteren wurde am Nachmittag noch gesucht.

Nach Angaben von Überlebenden befanden sich mehr als hundert Flüchtlinge aus Tunesien an Bord des Fischerboots, als es am Donnerstag rund zwölf Meilen vor der Mittelmeerinsel kenterte. An der Suche nach den Vermissten beteiligten sich den Angaben zufolge neben Hubschraubern auch drei NATO-Schiffe aus Italien, Deutschland und der Türkei. Zu derartigen Unglücken kommt es immer wieder: Nach Angaben des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge starben in diesem Jahr mindestens 280 Menschen bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren.

Hilfsorganisation kritisiert "Europas Abschottungspolitik"

Auf Lampedusa stranden immer wieder Flüchtlinge aus Nordafrika. Vor allem während der gewaltsamen Umstürze in Libyen und Tunesien erhöhte sich ihre Zahl drastisch. Die Entwicklung löste innerhalb der Europäischen Union eine heftige Debatte über die Zuständigkeiten für die Betreuung der Flüchtlinge aus, die Italien nicht allein schultern will.

Die Flüchtlingshilfeorganisation Pro Asyl machte "Europas Abschottungspolitik mitverantwortlich für das Sterben auf dem Meer". "Europa schaut gleichgültig zu und stellt sich nicht seiner Verantwortung", erklärte der Geschäftsführer von Pro Asyl, Günter Burkhardt, in Frankfurt am Main. Dabei gehe das Sterben auf dem Meer alle an. Für Politik und Öffentlichkeit sei dies jedoch "nur eine Randnotiz des politischen Geschehens".

Schon am Donnerstag starben mindestens 61 Flüchtlinge

Pro Asyl kritisierte auch, dass seitdem Griechenland seine Abwehrmaßnahmen in der Evros-Region an der Grenze zur Türkei verstärkt hat, wieder mehr Flüchtlinge den gefährlichen Seeweg über die Ägais nähmen.

Am Donnerstag waren bei einem Flüchtlingsdrama vor der Westküste der Türkei mindestens 61 Menschen gestorben. Unter den Opfern waren nach Angaben der Behörden in der Provinz Izmir 28 Kinder, drei Babys und 18 Frauen. Die meisten Flüchtlinge stammten demnach aus dem Irak, aus Syrien und aus den Palästinensergebieten. (afp)



Kommentare
09.09.2012
02:35
Mindestens ein Toter und dutzende Vermisste bei Flüchtlingsdrama vor Italiens Küste
von SeefahrerBlog | #1

Die deutsche Fregatte BAYERN ( F 217 ) erhielt in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Notmeldung von der italienischen Küstenwache. Das deutsche Marineschiff ist zur Zeit Flaggschiff der Standing NATO Maritime Group 2 ( SNMG 2 ) und befindet sich mit seinem multinationalen Verband auf Manöverfahrt im zentralen Mittelmeer. Die SNMG 2 nahm unverzüglich Kurs auf die Unglücksstelle und es gelang der Besatzung der Fregatte BAYERN, 2 Menschen lebend zu bergen.

Schade, dass die Medien über solche Aktionen kein Wort verlieren. Offenbar sind im Zusammenhang mit der Bundeswehr nur tote Zivilisten eine Nachricht wert.

Und sagen Sie nicht, die WAZ hätte darüber keine Information.

Peter Gross für
http://seefahrer.blog.de

Aus dem Ressort
Retroschmelz mit Yusuf Islam und den alten Zeiten
Pop
Der Mann, der mal Cat Stevens war, gastierte zum Abschluss seiner Tournee völlig entspannt in Düsseldorf und gab Klassiker wie "i love my dog" zum Besten. Das emotionale Epizentrum der Zuhörer fühlte sich wohlig getroffen, am Schluss gab es stehende Ovationen und rhythmische Zeitlupen.
Kino-Spots von Hanf-Lobbyisten werben für legales Kiffen
Hanf
Der Deutsche Hanfverband will im Kino zeigen, welche Nachteile ein Verbot der Droge angeblich hat. Möglich wurden die Werbe-Spots, weil Hanfverbands-Chef Wurth in einer TV-Show eine Million Euro gewann. Bei der "Millionärswahl" versprach er, das Geld für die Cannabis-Legalisierung einzusetzen.
Bizarrer Auftritt von AC/DC-Schlagzeuger vor Gericht
Drogen-Prozess
AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd hat einen Gerichtstermin zum Spektakel gemacht: Unrasiert und ungekämmt erschien er nach Androhung eines Haftbefehls. Rudd erzürnte den Richter, irritierte Reporter und baute fast einen Unfall. Dabei waren größere Anklagepunkte gerade wieder fallengelassen worden.
Jeder dritte Jurastudent würde die Todesstrafe einführen
Todesstrafe
Junge Jurastudenten am Anfang ihrer Ausbildung würden die Todesstrafe wieder einführen. Laut einer Studie wächst bei ihnen insgesamt der Wunsch nach höheren Strafen. Auch bei den Ermittlungsmethoden können sich die angehenden Juristen vorstellen, zu drastischen Maßnahmen zu greifen.
Proteste gegen Polizeigewalt in den USA in 170 Städten
Polizeigewalt
Die Proteste gegen die Polizeigewalt in Ferguson breiten sich aus. In New York, Los Angeles und weiteren US-Städten gingen die Menschen auf die Straßen. US-Präsident Barack Obama veruteilte die Ausschreitungen und Plünderungen. Währenddessen wird in Ferguson die Präsenz der Nationalgarde verstärkt.
Umfrage
Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?

Die Große Koalition hat sich auf die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote geeinigt. Was halten Sie von der Maßnahme?