Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Pakistan

Kinderrechtsaktivistin Malala aus Krankenhaus entlassen

04.01.2013 | 12:35 Uhr
Kinderrechtsaktivistin Malala aus Krankenhaus entlassen
Nachdem sie bei einem Taliban-Anschlag schwer verletzt wurde, ist Malala Yousufzai nun aus dem Krankenhaus entlassen worden.Foto: ap

London.  Drei Monate nach dem Taliban-Anschlag auf die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai ist die 15-Jährige aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Jugendliche hat das Krankenhaus in Birmingham und soll sich nun bei ihrer Familie in England weiter erholen. Sie wird weiterhin ambulant betreut.

Die von Taliban schwer verletzte pakistanische Schülerin Malala Yousufzai hat die Spezialklinik im britischen Birmingham verlassen und erholt sich weiter bei ihrer Familie in England. Die 15-Jährige müsse sich aber Ende Januar oder Anfang Februar weiteren Behandlungen unterziehen, sagte der medizinische Direktor des Königin-Elizabeth-Hospitals, Dave Rosser, am Freitag.

Malala wurde wegen ihrer Kritik an den radikalen Islamisten in ihrer Heimat zu einem Symbol des Widerstandes und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Anfang Oktober schossen Taliban der Schülerin auf dem Weg von der Schule zum Bus in den Kopf. Sie begründeten das Attentat damit, dass Malala pro-westlich sei, gegen die Taliban aufbegehrt und US-Präsident Barack Obama einen vorbildlichen Staatschef genannt habe.

Familie hat in England ein begrenztes Bleiberecht

"Malala ist eine starke junge Frau", sagte Rosser. Zusammen mit ihrem Pflegeteam habe sie große Fortschritte bei der Genesung erzielt. Daher hätten die Ärzte beschlossen, dass Malala am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Sie habe bereits in den vergangenen Wochen mehrmals die Klinik vorübergehend verlassen und bei ihrer Familie leben können, die ein begrenztes Bleiberecht in Mittel-England hat.

Malala stammt aus dem Swat-Tal in Pakistan. Sie hatte 2009 schon als Elfjährige gegen die Taliban protestiert, die Mädchen und Frauen den Zugang zu Bildung verweigern. Sie schilderte in einem Dokumentarfilm und einem Blog ihren Wunsch, Ärztin zu werden - entgegen den Vorschriften der Taliban.

Pakistan ehrte Malala mit einer Auszeichnung

Damals hatte sich die pakistanische Regierung mit den Taliban im Swat-Tal auf eine Waffenruhe geeinigt und damit faktisch die Kontrolle der Islamisten anerkannt. Diese setzten daraufhin islamische Gerichte ein, töteten widerspenstige Einwohner und schlossen Schulen für Mädchen, darunter die Malalas.

Die pakistanische Armee erlangte später die Kontrolle über das Swat-Tal zurück, und Malala Yousufzai wurde mit der höchsten zivilen Auszeichnung Pakistans geehrt.(afp/rtr)


Kommentare
04.01.2013
21:52
Kinderrechtsaktivistin Malala aus Krankenhaus entlassen
von Musashi | #2

Ich befürchte Schlimmes für das Mädchen, wenn man mal realisiert, wie die Bevölkerungsstruktur in England aussieht!!!

04.01.2013
12:45
Kinderrechtsaktivistin Malala aus Krankenhaus entlassen
von Elfentraum | #1

die Taliban müssen ja richtige Schlappschwänze sein, wenn ein kleines Mädchen/ eine junge Frau sie dermaßen in Angst und Schrecken versetzt, dass sie sie töten wollen ...

Aus dem Ressort
Pfarrerin Kreher von Salvador nach Südamerika geflüchtet
Menschenrechte
Daniela Kreher ist in Sicherheit. Zusammen mit ihrem Freund und Kollegen Martin Díaz sowie einigen Mitstreitern konnte die in Wittgenstein aufgewachsenen evangelische Pfarrerin aus El Salvador fliehen. Dort wurde sie mit dem Tode bedroht. Nun ist die Pastorin in einem südamerikanischen Land.
Warum Jan Delay nicht über Lampedusa singt
Musik
Im September geht Jan Delay auf große Deutschland-Tournee und kommt auch in den Westen: nach Dortmund und Düsseldorf. Wir sprachen mit dem Hamburger über die verschiedenen Mentalitäten deutscher Konzertbesucher, über Lokalpatriotismus und warum er keinen Song über Lampedusa-Flüchtlinge macht.
Flugzeug über Mali abgestürzt - wohl auch Deutsche an Bord
Luftverkehr
Über dem krisengeschüttelten Mali ist am Donnerstag ein Flugzeug abgestürzt. Die mit 116 Menschen besetzte Maschine der Air Algérie war 50 Minuten nach dem Start vom Radar verschwunden. Die meisten Passagiere waren Franzosen, die Besatzung Spanier — aber auch Deutsche waren an Bord.
Schweizer Polizei wirbt mit Pfefferspray um Polizisten
PR-Panne
Der Polizei im Schweizer Kanton Schwyz mangelt es an Nachwuchs. Mit einer neuen Werbekampagne versuchen die Beamten junge Menschen für ihre Arbeit zu begeistern. "Fehlt deinem Leben die Würze? Wir haben die Lösung", steht auf einem neuen Werbeplakat. Gleich daneben: eine sprühende Pfefferspray-Dose.
Münchner Hebamme wegen Mordversuchen im Kreißsaal verhaftet
Mordversuche
Eine Hebamme soll versucht haben, werdende Mütter im Kreißsaal umzubringen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, bei Kaiserschnitt-Geburten heimlich blutverdünnende Mittel verabreicht zu haben. Das Motiv bleibt unklar. Die Kinder und Mütter sind wohlauf.
Umfrage
Die Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten jährt sich zum vierten Mal. Wie hat das Unglück Ihr Leben verändert?

Die Duisburger Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten jährt sich zum vierten Mal. Wie hat das Unglück Ihr Leben verändert?