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In Oranienburg tickt eine Bombe weniger

30.08.2012 | 17:27 Uhr
Foto: /Paul Zinken

Personen im Sperrkreis haben in Oranienburg im Landkreis Oberhavel eine Verzögerung bei der Entschärfung einer Fliegerbombe verursacht. "Das war eine unglaubliche Leichtsinnigkeit der Menschen", sagte der Sprecher der Stadt, Björn Lüttmann, am Donnerstag.

Oranienburg (dapd). Personen im Sperrkreis haben in Oranienburg im Landkreis Oberhavel eine Verzögerung bei der Entschärfung einer Fliegerbombe verursacht. "Das war eine unglaubliche Leichtsinnigkeit der Menschen", sagte der Sprecher der Stadt, Björn Lüttmann, am Donnerstag. Zwei Personen seien wohl mit einem Auto hinter die Absperrung gefahren. "Damit haben sie auch die Entschärfer in Gefahr gebracht", kritisierte Lüttmann. Ein Problem mit dem Sicherheitskonzept der Stadt sehe er aber zurzeit nicht.

Die Entschärfung der 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Stadt nördlich von Berlin hatte sich durch die Verletzung des Sperrkreises um rund zwei Stunden verzögert. Die Spezialisten des Brandenburger Kampfmittelbeseitigungsdienstes hätten nach dem Vorfall aus Sicherheitsgründen eine Maschine abgestellt, erklärte Lüttmann. Mit dem Spezialgerät sollte der chemische Zünder herausgeschnitten werden. Als die Sprengstoffexperten die Maschine wieder anstellen wollten, sei diese verstopft gewesen und habe erst gereinigt werden müssen.

Dennoch ist die Entschärfung der Fliegerbombe aus Sicht der Stadt letztlich geglückt. "Jetzt haben wir eine Bombe weniger, die von sich aus hätte detonieren können", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Kerstin Kausche. "Wir freuen uns wirklich über jeden einzelnen Blindgänger weniger im Boden", betonte sie.

Besonders erfreut zeigte Kausche sich über die Einwohner, die überwiegend sehr diszipliniert ihre Häuser verlassen hätten. "Mit den vielen Baustellen in der Stadt ist für die Bürger eigentlich die Belastungsgrenze erreicht", sagte die Kommunalpolitikerin.

In Oranienburg werden immer wieder Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Auf die Stadt wurden während der Kriegshandlungen rund 22.000 Sprengkörper abgeworfen. Nach aktuellen Schätzungen könnten sich noch rund 300 Fliegerbomben im Stadtgebiet befinden.

Doch am Nachmittag konnte die Stadt noch nicht aufatmen. Direkt nach den Maßnahmen im südlich gelegenen Wohngebiet sollte ein Areal um den Oranienburger Bahnhof abgesperrt werden. Dort wurde ebenfalls eine 250-Kilogramm-Bombe entdeckt, die noch am Donnerstag gesprengt werden sollte. "Ich bin davon überzeugt, dass alles gut geht", sagte Kausche. Eine schwierige Situation sei es dennoch, denn rund um den Bahnhof würden noch einige Blindgänger mehr vermutet werden.

Derweil konnten rund 4.000 Menschen, die am Vormittag evakuiert worden waren, wieder in ihre Häuser zurück. Für die Menschen in den Wohnungen, die sich nahe des Bahnhofs befinden, begann am späten Nachmittag die Evakuierung. Auch der Zugverkehr nach und von Oranienburg wurde eingeschränkt. Die Berliner Straße aber war zu diesem Zeitpunkt schon wieder freigegeben.

dapd

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