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Immer weniger Salmonellen-Infektionen in Europa

29.01.2010 | 10:26 Uhr
Immer weniger Salmonellen-Infektionen in Europa

Brüssel. Gute Nachrichten für Fleischliebhaber: Die Zahl der Salmonellen-Infektionen sinkt. Das geht aus einem aktuellen EU-Bericht hervor. Auch in Deutschland ging die Anzahl der Erkrankungen deutlich zurück, allerdings bleibt das Land Spitzenreiter.

Die Zahl der Salmonellen-Infektionen in Europa sinkt. Nachzulesen ist das im aktuellen Bericht der EU-Behörden für Lebensmittelsicherheit und Seuchenbekämpfung über Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können. Darin werden insbesondere Infektionen untersucht, die durch Lebensmittel übertragen werden können. Am häufigsten entdeckt haben die Wissenschaftler den Campylobacter, meist zu finden in rohem Geflügel. Beim Menschen verursachen die Bakterien Durchfall und Fieber. Über 190.000 Fälle wurden 2008 europaweit registriert, fast 65.000 davon in Deutschland.

Anstieg der Infektionen bei Rindern

Geflügel und rohe Eier sind auch die Hauptüberträger von Salmonellen. Europaweit ist die Zahl dieser Infektionen zurückgegangen. In Deutschland sank die Zahl um knapp ein Viertel auf rund 43.000 Fälle. Damit ist die Bundesrepublik im europäischen Vergleich aber immer noch Spitzenreiter, gefolgt von Großbritannien mit rund 11.500 registrierten Erkrankten.

2008 waren Richtlinien der Europäischen Kommission in Kraft getreten, mit dem Ziel, Salmonellen bei Legehennen zu reduzieren. Sowohl bei den Tieren als auch bei Menschen sei die Fallzahl bereits deutlich gesunken. Bei Rindern allerdings ist die Zahl der Infektionen nach Angaben der EU-Lebensmittel-Experten gestiegen.

Vorsicht bei (wenig) frischem Fisch

Weniger häufig, aber umso gefährlicher für den Menschen ist Listeriose. Etwa 1300 Fälle wurden 2008 in Europa gemeldet. 20 bis 30 Prozent der Erkrankten starben. Bakterien wurden vor allem in abgelaufenen Fischerzeugnissen, Fleischprodukten und Sandwichs gefunden.

Während die meisten Krankheiten durch tierische Produkte europaweit rückläufig sind, hat die Zahl der Q-Fieber-Fälle in Deutschland zugenommen. Besonders Schafe erkranken an dieser Seuche, die durch ein Bakterium verursacht wird. Sie kann durch direkten Kontakt auf den Menschen übertragen werden und verursacht dann grippeähnliche Symptome. 370 Infektionen bei Menschen wurden in Deutschland 2008 registriert – im Jahr davor waren es nur 83. Noch krasser war die Entwicklung in den Niederlanden, wo die Zahl von 132 auf 1013 anstieg.

Nina Estermann



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