Das aktuelle Wetter NRW 6°C
Pussy Riot

Gericht kippt Haftstrafe für ein Pussy-Riot-Mitglied

10.10.2012 | 12:31 Uhr
Gericht kippt Haftstrafe für ein Pussy-Riot-Mitglied
Der Prozess um die Musikerinnen der Band Pussy Riot wird am Mittwoch fortgesetzt.Foto: dapd

Moskau.  Knapp zwei Monate nach dem Hafturteil gegen die drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot hat ein Berufungsgericht in Moskau eine der Sängerinnen auf freien Fuß gesetzt. Die zweijährige Haftstrafe gegen die beiden anderen Frauen, Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa, wurde bestätigt.

Im Berufungsverfahren gegen drei Mitglieder der Punkband Pussy Riot hat die russische Justiz die zweijährige Haftstrafe gegen Marina Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa bestätigt. Das Berufungsgericht in Moskau ließ die dritte verurteilte Sängerin, Jekaterina Samuzewitsch, am Mittwoch jedoch frei. Ihre Strafe wurde in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.

Die neue Anwältin von Samuzewitsch hatte kurz zuvor während der Anhörung vor Gericht gesagt, die Aktion habe ohne ihre Mandantin stattgefunden. Samuzewitsch sei bereits wenige Sekunden, nachdem sie die Kirche betreten hatte, festgenommen worden.

Video
Moskau, 10.10.12: Nach der Anhörung in der Berufungsverhandlung der Punkband "Pussy Riot" entschieden die Richter am Mittwoch, eine der drei Frauen aus der Haft zu entlassen. Die beiden anderen sollen jedoch ihre Haftstrafen von zwei Jahren verbüßen.

Als mehrere Pussy-Riot-Künstlerinnen ihr "Punkgebet" gegen den damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Staatschef Wladimir Putin in der Kirche aufgeführt hätten, habe sich Samuzewitsch bereits außerhalb der Kirche befunden, sagte die Anwältin.

"Wir wollten niemanden beleidigen"

Die drei inhaftierten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot hatten vor dem Berufungsgericht um eine Aufhebung ihres Schuldspruchs gebeten. Die Frauen erklärten, bei ihrem Auftritt in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau habe es sich um einen rein politisch Protest gehandelt. Sie hätten nicht die Religion beleidigt. Die Frauen waren in einem ersten Verfahren wegen der Protestaktion zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

"Wir wollten niemanden beleidigen", erklärte Maria Alechina, die gemeinsam mit Nadeschda Tolokonnikowa und Jekatarina Samuzewitsch vor Gericht stand. Sie hätten gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und auch gegen die Orthodoxe Kirche protestiert, die seine Herrschaft unterstütze. "Wir sind in die Kathedrale gegangen, um dagegen zu protestieren, dass sich die politischen und sprituellen Eliten vereinen", erklärte Alechina.

Video
Moskau, 01.10.12: Einen Tag vor Beginn der Berufungsverhandlung hat der Sprecher der russisch-orthodoxen Kirche die Angeklagten der Punkband "Pussy Riot" zur Buße aufgefordert. Deren Anwalt Mark Feigin hofft zumindest auf eine Milderung der Strafe.

Zwei Anträge der Verteidigung waren in der Berufung abgewiesen worden, darunter der, weitere Zeugen des Auftritts in der Kathedrale zu hören. Ministerpräsident Dmitri Medwedew hatte mit einer Forderung nach Milde Mitte September die Hoffnung genährt, dass die Angeklagten auf Bewährung frei kommen könnten. Die drei Frauen weiter in Gefangenschaft zu halten sei "unproduktiv", sagte Medwedew.

Samuzewitsch hatte ihre Anwälte entlassen

Der Fall hat international Empörung ausgelöst. Auch die Russisch-Orthodoxe Kirche hatte sich für eine Begnadigung der Musikerinnen eingesetzt. Voraussetzung sei, dass die Frauen Reue für ihr "Punk-Gebet" gegen Putin zeigten, teilte die Kirche mit. Die Angeklagten erklärten jedoch am Mittwoch, sie könnten gar nicht bereuen, weil sie keinerlei religiösen Hass empfänden.

Die bereits für vergangene Woche angekündigte Gerichtsentscheidung war vertagt worden. Samuzewitsch hatte ihre Anwälte entlassen. Die Staatsanwaltschaft warf ihr daraufhin eine Verzögerungstaktik vor. (dapd)

Facebook
 
Kommentare
10.10.2012
16:08
Gericht kippt Haftstrafe für ein Pussy-Riot-Mitglied
von Imaz | #1

Was man von der geheuchelten und verlogenen "Empörung" in den westlichen
Medien halten kann , zeigt der Zwischenfall im Kölner Dom.
Da sind vor einigen Wochen drei kostümierte Typen während eines Sonntags-
hochamts vor den Altar gestürmt,haben wild herum geschrien, irre Gesänge vor
den geschockten Gläubigen vorgeführt.
Die Drei wurden von Sicherheitskräften überwältigt und aus dem Dom gedrängt , der Polizei übergeben und Anzeige erstattet.
Was wurde davon in unseren Medien berichtet: So gut wie NICHTS.
Lediglich ZDF- Tex brachte eine kurze Notiz die aber nach wenigen Minuten
heraus genommen wurde.

Warum wurde der Vorfall totgeschwiegen? Wer hat das veranlasst?
Ich vermute, wen man berichtet hätte, wären die drei russischen Frauen für die
Propaganda gegen Putin wertlos denn das Gleiche hat ja bei uns auch stattgefunden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7181628/create

Umfrage
Noch nie war ein Buch von J.K. Rowling so teuer: 176.000 Euro war einem Bieter eine Erstausgabe des Romans

Noch nie war ein Buch von J.K. Rowling so teuer: 176.000 Euro war einem Bieter eine Erstausgabe des Romans "Harry Potter und der Stein der Weisen" wert. Ist es vertretbar, eine sechsstellige Summe für ein Buch zu zahlen?

 
Fotos und Videos
Aus dem Ressort
Britta Assauers „Umzugshelfer“ zeigen Rudis Resterampe
Assauer
Britta Assauers „Umzugshelfer“ wehren sich gegen Vorwürfe und zeigen ihr Lager. Man fasst es nicht: Neben Rudis Zigarrenbefeuchter haust ein Obdachloser, sein Pokal macht Urlaub in der Gartenlaube, und auch Schalke-Fans freuen sich über einen Pappkameraden.
Diva mit scharfer Zunge - Joan Collins feiert 80. Geburtstag
Schauspielerin
Sie ist die letzte Diva: Joan Collins gilt als hochmütig und brillant. Die Karriere der Britin brauchte einen langen Anlauf – bis sie schließlich als das Biest aus der TV-Serie „Denver Clan“ zur TV-Legende wurde.