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Da war der Werkzeugkasten weg...

19.11.2008 | 19:29 Uhr

RAUMFAHRT. Das Missgeschick der Astronautin in der Umlaufbahn. Und das zum 10. "Geburtstag" der ISS.

CAPE CANAVERAL. So ein Pech ! Ausgerechnet am Vorabend der Geburtstagsfeier für die Internationale Raumstation ISS widerfuhr einer US-Astronautin ein noch nie da gewesenes Missgeschick: Beim ersten Außeneinsatz der Endeavour-Mission verlor Heidemarie Stefanyshyn-Piper ihre Werkzeugtasche, als sie das Drehgelenk eines der drei Sonnensegel reinigte und abschmierte. Dabei war Fett an den Handschuh ihres Raumanzugs geraten. Ihr erster Kommentar: "Oh, super !" Und dann machte sie mit dem Werkzeug von Astronauten-Kollege Steve Bowen weiter. Nach knapp sieben Stunden waren sie fertig und genossen den anerkennenden Kommentar von der Bodenstation: "Tolle Arbeit !" Vor zwei Jahren hatte die heute 45-Jährige unter den wachsamen Augen des deutschen Astronauten Thomas Reiter ihre ersten beiden "Weltraumspaziergänge" absolviert, heute steht schon der nächste auf dem Arbeitsplan, diesmal begleitet von Shane Kimbraugh. Dabei wird sie weiter am Drehgestell des einen Sonnensegels tätig sein, das sich seit rund einem Jahr nicht mehr optimal auf die Sonne ausrichten lässt. Diese solar panels sind aber für die Stromversorgung der ISS von entscheidender Bedeutung, umso mehr als die Standardbesatzung ab 2009 von drei auf sechs Astronauten verdoppelt werden soll.

Derzeit ist noch eine zweite space lady an Bord der ISS- und die wird auch noch ein paar Monate dort oben bleiben: Dr. Sandra H. Magnus. Die promovierte Materialwissenschaftlerin und Hobby-Fußballerin absolviert den nächsten Langzeitaufenthalt bis Februar 2009. Sie war ebenfalls schon einmal auf der Raumstation - 2002 bediente sie den Roboterarm bei drei Außeneinsätzen ihrer Kollegen, die eine 14 Tonnen schwere tragende Gitterkronstruktion an der ISS montierten.

Heidemarie Stefanyshyn-Piper ihrerseits ist Captain der US-Marine Navy und hat einen Abschluss in Maschinenbau vom weltberühmten MIT, dem "Massachusetts Institute of Technology". Als ausgebildete Bergungstaucherin hat sie einschlägige Unterwasser-Erfahrung. Den Vornamen dürfte sie von der Mama haben, die heißt nämlich - Adelheid und hat deutsche Wurzeln.

Die aktuelle Mission STS-126 der Raumfähre Endeavour ist auf 15 Tage terminiert. Neben den Außenarbeiten stehen umfangreiche Innenausbauten der Raumstation auf dem Programm, um die ISS für die Verdopplung der Besatzung "fit" zu machen. (rms/NRZ) 10 JAHRE ISSMit zehn Astro- bzw.Kosmonauten wird an Bord der International Space Station heute deren Zehnjähriges gefeiert. Am 20. November 1998 startete eine russische Proton-Trägerrakete mit dem ersten ISS-Modul. Seit 2000 ist die Station ständig besetzt, im Februar dockte Europas Raumlabor Columbus an.

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