Behörden wussten seit Jahren von Transplantations-Betrug
04.08.2012 | 17:07 Uhr 2012-08-04T17:07:43+0200
Regensburg. Seit 2006 lag bayrischen Ministerien ein Prüfbericht der Bundesärztekammer vor, in dem auf Unregelmäßigkeiten bei einer Leber-Tranplantation in Regensburg hingewiesen wurde. Der darin verwickelte Arzt ist auch für die gefälschten Patienten-Daten an der Göttinger Uni-Klinik verantwortlich.
Bayerische Behörden sind schon seit Jahren über einen Verstoß gegen das Transplantationsgesetz am Regensburger Universitätsklinikum informiert. Eine Sprecherin des bayerischen Wissenschaftsministerium bestätigte einen Bericht des NDR-Politikmagazins "Panorama 3" vom Samstag, wonach 2006 mehreren bayerischen Ministerien ein bislang unveröffentlichter Bericht der Prüfungskommission der Bundesärztekammer zugestellt wurde. Die Sprecherin betonte, man sei damals von einem Einzelfall ausgegangen.
Angaben des Magazins zufolge hatten der chirurgische Direktor und ein Oberarzt der Klinik im Jahr 2005 eine Leber in Jordanien transplantiert. Die Ärzte sollen das Organ über "Eurotransplant" erhalten und dabei falsche Angaben gemacht haben. Demnach wurde der Vermittlungsstelle mitgeteilt, die betroffene Patientin liege in der Klinik in Regensburg. Erst wenige Stunden vor der Operation sei dies richtig gestellt worden. Ob ein anderer Patient auf der bundesdeutschen Warteliste dadurch geschädigt wurde, konnte die Prüfkommission nicht feststellen.
Handreichung für Unikliniken
Der Bericht der Prüfungskommission soll seit Dezember 2006 unter anderem dem bayerischen Sozial-, Justiz- und Wissenschaftsministerium vorliegen. Die Ministeriumssprecherin wies allerdings die Darstellung zurück, wonach der Bericht bei den Behörden keine Konsequenzen nach sich gezogen habe. Als Reaktion auf den Vorfall habe das Uniklinikum gemeinsam mit den zuständigen Ministerien sowie mit der Bundesärztekammer Richtlinien für die Tätigkeit von Mitarbeitern der Universitätskliniken im Ausland erarbeitet. Eine überarbeitete Fassung der Richtlinien aus dem Jahr 2010 sei allen bayerischen Universitätskliniken als Handreichung zur Verfügung gestellt worden.
Ein ehemaliger Oberarzt am Uniklinikum Regensburg wird verdächtigt, dort 2004 bis 2006 Patientendaten gefälscht zu haben, um den Schwerkranken bevorzugt zu einer Lebertransplantation zu verhelfen. Der Mediziner wechselte 2008 an das Uniklinikum nach Göttingen, wo er auch Daten von Aspiranten für eine Lebertransplantation gefälscht haben soll. Er ist dort mittlerweile suspendiert. Sein ehemaliger Vorgesetzter in Regensburg ist inzwischen beurlaubt, weil er möglicherweise seiner Kontrollpflicht nicht ausreichend nachgekommen ist.
Chefarzt nimmt Kollegen in Schutz
Laut "Focus" spielte dieser Chefarzt die mutmaßlichen Manipulationen seines ehemaligen Oberarztes noch Ende Juli herunter. Er soll Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie versichert haben, nur in einem einzigen Fall der jordanischen Patientin sei es zu einem Fehler bei der Meldung des Wohnorts gekommen. Der Chefarzt verteidigte den Angaben zufolge seinen Kollegen als hervorragenden Operateur. (dapd)

20:07
welche vorteile zogen die behörden aus ihrem wissen??kamen beamte und politiker in den genuss von bevorzugter behandlung bei transplantationen?? d.h. rutschten sie auf der liste nach oben??sehr warscheinlich!!
14:36
und welcher beamte da dann seine hand aufgehalten??????
12:57
Wenn bei Organspenden Geld regiert und Organe gekauft werden, ist das systemrelevant. Hier muss das Strafgesetzbuch mit schwersten Konsequenzen regieren (z.B. lebenslänglich).
Durch diese Taten kommt zum Bewusstsein, dass auch in Deutschland Leben käuflich ist. Wer solche Fälle deckt oder herunterspielt ist auch dafür verantwortlich, dass wir so wenig Organspenden haben.
10:39
tja, ich hoffe dass dann mal richtig die köpfe rollen!!!
da ist es dann auch nicht mit nem kleinen `dudu`, ner geldstrafe oder bewährungsstrafe getan!! denn die haben ihre schäfchen im trocknen, zahlen die strafe aus der portokasse, berufsverbot!- na und?? haben doch finanziell ausgesorgt!!
09:08
Tja. das kann in letzter Instanz nur heißen. Abschaffung des Verbots für den Verkauf von Organen. Wieso sollen denn alle an meinen Organen verdienen, nur ich nicht, bzw. meine Erben. Das muß geändert werden.
23:42
Die Sachlage scheint doch klar zu sein. Oder auch hier das freundliche Motto: Man kennt sich, man hilft sich.
22:37
Tja..Götter in weiß. Für viele Mitbürger sind Ärzte eben immer noch Götter und keine Menschen mit all ihren Fehlern, Begierden und sonstigen Fehlern. Was mir als Rätsel erscheint ist nur...wieso kann ein in Regensburg geschaßter studierter Sozialversager in Göttingen Verantwortung übernehmen?
Solche Ungereimtheiten passieren nur im Gesundheitswesen, wo eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.
Einer für alle, alle für einen...egal wieveil Dreck der Kollege am Stecken hat.
Daher.,....Götter in weiß?? Nein...Ganoven in weiß wäre der passende Begriff. Nirgendwo in Deutschland gibt esd mafiösere Strukturen als im Bereich der Ärzteschaft..
Leider wird das immer wieder und wieder bei jedem neuen Skandal übersehen und vergessen.
22:05
Ausgerechnet in diesen sensiblen Bereich versagt unser sonst so super-genaues Deutschland. Es werden nicht nur die betroffen sein, deren Spenderorgan anderweitig verhökert wurde, sondern es werden noch zahllose andere sterben, weil sich jetzt die Leute wieder gründlich überlegen, ob sie überhaupt Organspender sein wollen.
21:18
Warum erst jetzt diese Aufregung?
Es ist doch nichts Neues, das im Organhandel nicht alles korrekt abläuft.
Bestes Beispiel waren die zwei kurz hintereinander erfolgten Herztransplantationen beim Fürst von Thurn & Taxis.Es hat allerdings nichts gebracht, denn der Mann von Gloria ist trotz der zwei Tansplantationen verstorben. Dieser Vorfall hat bei mir dazu beigetragen, dass ich kein Organspender werde.
So sehe ich das auch !
20:33
Lobbyisten unter sich und wieder die angeblich Christlichen Pharisäer