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Amt macht Arbeitslose zur Millionärin

11.05.2007 | 01:20 Uhr
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BÜROKRATIE. Aber nur auf dem Papier. Und streicht ihr jetzt sämtliche Unterstützung.

DEN HAAG. Milia Teunisse kann es immer noch nicht fassen. Sie starrt auf einen Einkommenssteuerbescheid des Finanzamtes. Dort steht, dass sie eine Millionen Euro auf ihrem Konto haben soll.

"Die haben mich einfach zur Millionärin gemacht", klagt die 49jährige Niederländerin. "Ich bin aber nicht reich, sondern arm", erläutert die Sozialhilfeempfängerin und vierfache alleinerziehende Mutter ihre Familienumstände.

Der Fehler des Finanzamtes kommt sie und ihre Kinder inzwischen teuer zu stehen. Ihrem 19jährigen Sohn wurde die staatliche Studienfinanzierung gestrichen, ihre Sozialhilfe wurde eingefroren, obwohl sie das Finanzamt auf dessen Fehler hingewiesen hatte und den Beamten sagte: "Ihr habt mich nur auf dem Papier zur Millionärin gemacht."

Die Beamten aber stellten sich stur und teilten der Frau Teunisse mit, dass es wohl einige Monate dauern werde, bis der Fehler in ihrem Steuerbescheid behoben sei. Bis dahin solle sie sich gedulden. Zurzeit kommt die 49Jährige nur durch die großzügige finanzielle Hilfe von Freunden und Familienangehörigen über die Runden.

Es ist der zweite spektakuläre Fall über einen folgenschweren Fehler des Fiskus in den Niederlanden innerhalb von nur wenigen Wochen. Einem Niederländer ist es gelungen, das Finanzamt auszutricksen und keine Steuern mehr zahlen zu müssen.

Wie? Der Mann schummelte vor Jahren in seiner Steuererklärung, dass er statt 3500 Euro die Summe von 3,5 Millionen Euro an Hypothekenzinsen im Jahr bezahlen muss. Die sind in den Niederlanden voll steuerabzugsfähig.

Die Finanzbeamten bemerkten den Fehler erst jetzt und wollten nun eine satte Steuer-nachzahlung eintreiben. Doch der Hypothekenzinsenfälscher klagte und bekam Recht. Begründung: Die Beamten hätten schlampig gearbeitet. Sie hätten den Fehler viel früher entdecken müssen.

Jetzt braucht der Mann wegen seiner hohen Freibeträge, die er zuerkannt bekam, nie mehr Steuern zu zahlen. (NRZ)

HELMUT HETZEL

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