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Wummernde Beats auf der B 1

27.05.2008 | 21:03 Uhr
Wummernde Beats auf der B 1

Länger, lauter, mehr Live-Acts: Für Dortmund, die zweite Auflage der Ruhr-Loveparade, hängt die Messlatte hoch.

DORTMUND.  Irgendwie zieht es sie alle auf den Ruhrschnellweg. Kaffeetafel, Marathon – Ideen gibt es viele. Aber während die Kulturhauptstadt-Macher noch träumen von der Vollsperrung der A 40, will die Loveparade sie ihnen schon in diesem Sommer vormachen. Für die zweite Ruhrgebiets-Auflage des Techno-Umzugs wird am 19. Juli die B 1 in Dortmund dicht gemacht. „Highway to Love” soll es dann heißen – Autobahn zur Liebe statt Schleichweg in den Stau also. Die Organisatoren jedenfalls sind stolz, lassen kaum einen Superlativ aus, als sie die Details des Umzugs verkünden: „Das wird die größte Loveparade aller Zeiten”, tönt Chef-Veranstalter Rainer Schaller, „mit der B 1 haben wir die größte Tanzfläche überhaupt.” Sieben Stunden soll die Abschlusskundgebung vor den Westfalenhallen diesmal dauern – das hat's noch nie gegeben.VersammelteDJ-EliteEs mag so auch kaum mehr überraschen, dass „die absolute Welt-Elite” der DJ-Szene ihr Kommen zugesagt hat: Westbam und Paul van Dyk sind dabei, Armin van Buuren und DJ Hell, Underworld und die Martini Brös, Felix Kröcher und Anja Schneider. Das mögen Namen sein, die für Laien entweder komisch oder aber stinknormal klingen – in der Techno-Welt aber sind das die Stars. „Ich kenne kein anderes Event”, sagt Max Lenz alias DJ Westbam, „wo eine solche Breite an Top-Leuten auflegt.” Und zwar: kostenlos, sagt man. Die Loveparade, sinniert Westbam, sei sowas wie das Woodstock für DJs. „Da erinnert man sich mit Dankbarkeit dran.” Schließlich: Nicht alle Tage bietet sich die Gelegenheit, vor einer Million Menschen zu spielen. Apropos Millionen: 1,2 Millionen Raver kamen im vergangenen Jahr nach Essen, mindestens ebenso viele sollen es im Juli werden. Gut drei Millionen Euro werde der Spaß kosten, verrät Rainer Schaller und verspricht der Region ein Vielfaches an Wertschöpfung. „Das sind Erfolge, die man mit anderen Themen nicht erreicht”, meint Hanns-Ludwig Brauser, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr. Eine aktuelle Forsa-Umfrage gibt ihm Recht: Nicht mal ein Jahr nach ihrer Premiere ist die Loveparade die bekannteste Veranstaltung im Ruhrgebiet, weit vor dem Musikfestival Bochum Total oder der Ruhr-Triennale. „Die Loveparade tut nach Innen gut”, sagt Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, „und vermittelt nach Außen ein besseres Bild vom Ruhrgebiet.” Außenwirkung, noch so ein Stichwort: RTL II und Viva übertragen die Parade live und komplett, abgesehen davon wird die Welt aber ohnehin zu Gast im Ruhrgebiet sein. 40 „Floats”, große Musikwagen, werden auf der B1 ihre Runden drehen – und mit ihnen DJs von allen Kontinenten, aus über 15 Ländern und natürlich auch aus der Region. Wie die erhofften Millionen am 19. Juli zur B 1 kommen sollen, wollen die Veranstalter jetzt noch nicht verraten – ihr Verkehrskonzept stellen sie erst am Freitag vor. Nur soviel: „Wir haben in diesem Jahr ungleich bessere Bedingungen”, sagt Hanns-Ludwig Brauser und spielt damit auf das Chaos im Essener Hauptbahnhof an. Und Dortmunds OB Gerhard Langemeyer verspricht: „Reisende werden auf jeden Fall feststellen, wie gut wir in Dortmund umleiten können.” DJ-Größe Westbam sieht die Sache eh nicht so eng: „Ein bisschen Chaos macht doch erst das Abenteuer aus.” (NRZ)

Sarah Hubrich

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