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Arbeitsmarkt

Wie die Krise schön gerechnet wird

28.05.2009 | 19:08 Uhr
Wie die Krise schön gerechnet wird

Essen. 127000 weniger Arbeitslose. Das ist in Krisenzeiten eine positive Nachricht. Tatsächlich verbergen sich im Zahlendickicht der Arbeitsagentur etliche Kennziffern, die zeigen, dass die Krise am Arbeitsmarkt keineswegs vorbei ist. Viel an der vermeintlichen Frühlingsbelebung ist schön gerechnet.

Frühlingsbelebung ist ein Wort, das sich in kalten Krisenzeiten gut anhört. Frank Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, sprach am Donnerstag davon, dass eben diese Frühlingsbelebung den Arbeitsmarkt verspätet erreicht habe und erklärte damit den überraschenden Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 3,458 Millionen. Im Mai waren laut Statistik 127 000 weniger Menschen in Deutschland erwerbslos als im April. Im Zahlenwerk der Agentur sind aber Kennziffern verborgen, die deutlich zeigen, dass von einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt keinesfalls gesprochen werden kann.

Immer weniger offene Stellen

Da wären beispielsweise die kleinen statistischen Tricksereien: Im Dezember vergangenen Jahres beschloss die Bundesregierung, Arbeitslose, die von Privaten vermittelt werden, nicht mehr in die Statistik aufzunehmen. Ohne dieses Zahlenspiel hätte die Agentur bis zu 20 000 Arbeitslose mehr angeben müssen, räumte Weise gestern ein.

Zudem ist die tatsächliche Zahl der Arbeitslosen wesentlich höher: 1,63 Millionen Menschen waren im Mai in staatlichen Qualifizierungs- und Förderungsmaßnahmen beschäftigt. Dazu kommt: Es gibt immer weniger offene Stellen. Im Mai waren es 490 000 und damit 5000 weniger als im April. Bereits Arbeitslose haben es dadurch immer schwerer einen Job zu bekommen. Das zeigt sich auch im Anstieg der Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher. Im Mai waren das laut Arbeitsagentur 4,947 Millionen Menschen, darunter aber auch viele Aufstocker, Alleinerziehende, die nicht als arbeitslos gelten und Schüler.

Nicht zuletzt hat die Kurzarbeit, mit der dank staatlicher Unterstützung Entlassungen vermieden werden, ein Rekordniveau erreicht. Im März – aus diesem Monat liegen die letzten verlässlichen Zahlen vor – gab es 1,25 Millionen Kurzarbeiter. Eine Million mehr als im März 2008. (NRZ)

Jan Jessen

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Kommentare
30.06.2009
13:39
Wie die Krise schön gerechnet wird
von jurguleiton | #2

Die Zahlen sind zu über 50 % gefälscht und sollen vor den Wahlen betrügen und beruhigen. Fakt ist: Der grenzenlose Kapitalismus mit freien Geldbewegungen ist gescheitert. Aber noch ist nichts dagegen getan. Das Dilemma fängt unten wieder an.

28.05.2009
19:26
Wie die Krise schön gerechnet wird
von keinerbrauchtdasarbeitsamt | #1

ich wurde in eine maßname gesteckt.
ich beziehen von der ba kein geld.
tauche in der statistik nicht mehr auf.
so schönt man zahlen.

gesteuert durch wen?
vor der wahl wollen die großen parteien , die real jeder nur 20% rückhalt in der gesellschaft haben, noch gut darstehen.
alles gar nicht so schlecht trotz wirtschaftskriese.
das ist verars.... von amts wegen.

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