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Wenn Romanhelden die Leinwand erobern

12.12.2008 | 16:44 Uhr

„Tintenherz”, ein Film nach dem Roman von Cornelia Funke, startet in den Kinos. Die Erwartungen Jugendlicher an den Film sind hoch, denn bei vielen jungen Leuten sind Funkes "Tintenwelt"-Romane beliebt. Ob sie erfüllt werden? Denn Buchverfilmungen misslingen manchmal. Ein paar Beispiele:

Vollidiot

Die Verfilmung des Romans „Vollidiot” von Tommy Jaud ist zwar lustig, aber an das Buch kommt sie nicht ran. Es wird überhaupt nicht richtig vermittelt, was für ein Idiot Simon Peters eigentlich ist. Er verhält sich schon ein bisschen dumm und tollpatschig, aber mehr auch nicht. Schlecht sind vor allem die kleinen Dinge, die im Film entweder fehlen, vertauscht oder einfach falsch gemacht werden.

Es sind nämlich genau diese Dinge, die das Buch richtig gut machen. Dinge, auf die man sich besonders bei der Verfilmung freut, die für einen wichtig sind. Zum Beispiel fehlt im Film der ganze Humor rund um das schwule Fitnessstudio oder der peinliche Auftritt in der VIP-Lounge beim Schalke-Spiel. Auch das Ende der Geschichte wurde total verändert. Der Film soll witzig sein, vermittelt aber nicht die echte Story.

Ricarda Rütjes

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Der Herr der Ringe

Für mich persönlich ist die Verfilmung von „Der Herr der Ringe” die schlimmste Buchverfilmung, die ich je gesehen habe. Ich mag das Buch sehr. Ich verstehe zwar, dass es nicht möglich ist, ein solch umfangreiches Buch in allen Einzelheiten zu verfilmen. Aber bei dieser Buchverfilmung wurde nicht nur viel gestrichen und der Handlungsfaden vereinfacht, sondern aus einer schönen Geschichte wurde ein Actionfilm gemacht.

Dies schafften die Drehbuchschreiber etwa durch das Auswalzen von Kampfszenen. Man merkt oft, dass offenbar nicht auf interessante Bereiche der Geschichte Wert gelegt wurde. Stattdessen wurden Kämpfe stark dramatisiert und in die Länge gezogen. Viele charmante Details, zum Beispiel der Besuch bei Tom Bombadil, blieben dafür auf der Strecke.

Es ist schade, dass die Lieblingsbücher von Menschen immer wieder in Filme gezwängt werden, die letztendlich einfach nur Kassenschlager sein sollen. Und denen man das dann auch so richtig anmerkt.

Sven Heintze

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Harry Potter

Wenn Filme aus Büchern entstehen, geht das nicht immer gut.

Natürlich ist es schwierig, Einzelheiten zu berücksichtigen, wenn man nur wenig Zeit hat. Doch man sollte als fähiger Filmemacher in der Lage sein, ein Buch so zu verarbeiten, dass der Film zumindest noch nachvollziehbar ist. Bei den Verfilmungen der „Harry Potter”-Bücher ist das meiner Meinung nach nicht gelungen.

Von Teil zu Teil wurden die Filme für meinen Geschmack immer schlechter. Vor allem die beiden zuletzt erschienenen Teile – „Harry Potter und der Feuerkelch” sowie „Harry Potter und der Orden des Phönix” – ließen ganz schön zu wünschen übrig. Das waren in meinen Augen keine in sich geschlossenen Filme, sondern eher Aneinanderreihungen von Szenen. Wer die Bücher nicht kennt, wird es schwer haben, die Story zu verstehen. Mein Vater hat mir das bestätigt. Er hat keines der Bücher gelesen, konnte aber die ersten drei Filme einigermaßen nachvollziehen. Bei den Teilen vier und fünf versagte er. Ich hoffe, dass die Verfilmungen der nächsten Teile besser gelingen.

Anna Nagel

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Eragon – das Vermächtnis der Drachenreiter

Ich hing förmlich an diesem Buch. Ich fieberte mit, war bei der Lektüre total gespannt – und dann sehr enttäuscht, als ich die Verfilmung sah.

Ich rede von „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter” von Christopher Paolini und Joannis Stefanidis. Und ich denke, dass jeder, der wie ich Buch und Film kennt, meine Gefühle nachvollziehen kann.

Das Buch war meines Erachtens genial. Ich wollte auch unbedingt den Film sehen, weil ich hoffte, er würde mindestens genau so gut werden. Doch das war leider nicht so. Mir ist bewusst, dass man nicht alles, was in einem Buch vorkommt, in einen Film bringen kann. Das würde vermutlich den Rahmen sprengen. Aber die Geschichte zu verändern und ein ganz anderes Ende zu erfinden – das fand ich dann doch etwas mies. Liebe Filmemacher: Haltet euch mehr an die Bücher. Künstlerische Freiheit hin oder her.

Nadine Nottelmann

Ricarda Rütjes, Sven Heintze, Anna Nagel, Nadine Nottelmann



Kommentare
10.12.2008
21:48
Wenn Romanhelden die Leinwand erobern
von Ricarda.Ruetjes | #4

ha das kenn ich auch ;) ich hasse sowas, das zerstört meine ganze tolle illusion ^^

10.12.2008
18:58
Wenn Romanhelden die Leinwand erobern
von Sarah.Haendler | #3

am schlimmsten finde ich, dass man sich die charakter ja iwie vorestellt und wenn man die dann im film sieht, passen die meist so gar nicht zu meiner vorstellung, das geht gar nivht, da wird auch schon mal meine lieblingsfigur zu meiner hassfigur, schrecklich...

10.12.2008
18:46
Wenn Romanhelden die Leinwand erobern
von Ricarda.Ruetjes | #2

ich überlege auch nicht mehr in die filme zu gehen, weils einfach zu oft enttäuschungen sind. Auch bei Tintenherz überlege ich...wahrscheinlich wäre es besser nicht zu gehen, aber meistens überwiegt die Neugier...

10.12.2008
14:56
Wenn Romanhelden die Leinwand erobern
von Isabel.Grabow | #1

ich habe mir mit meienr freundin den eragon- film im kino angeschaut und wir waren auch beide sehr enttäuscht über den film. das nächste mal überlegen wir uns, ob wir in einen film gehen, der zu einem buch gedreht wurde. lesen ist also doch besser als fernsehen.

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