Vulkanausbruch im Wilden Westen
21.06.2010 | 17:50 Uhr 2010-06-21T17:50:00+0200
Es knallt, es zischt, dann schießt die Flamme empor. Bei den Karl-May-Festspielen in Elspe im Sauerland bricht in diesem Jahr zum ersten Mal ein Vulkan aus. Am Wochenende war die Premiere des neuen Stückes „Im Tal des Todes“. Darin kämpfen Indianerhäuptling Winnetou (Benjamin Armbruster) und Old Firehand (Jean Marc Birkholz) gegen eine Bande von Entführern. 60 Schauspieler und 40 Pferde machen mit.
Nachdem im letzten Sommer ein Schiff auf der Bühne untergegangen ist, suchten die Macher der Karl-May-Festspiele nach einem neuen Höhepunkt. Diesmal sollte es ein Vulkan sein. Doch dann gab es zwei Probleme. Erstens: Weil in Island der Vulkan Eyjafjallajökull ausbrach, wurde befürchtet, die Festspiel-Produktion absagen zu müssen. Wenn es in Island Tote oder Verletzte gegeben hätte, hätte man im Sauerland nicht ausgerechnet mit einem Vulkan für donnernden Applaus sorgen mögen.
Das zweite Problem war die Lava. Nach dem Ausbruch sollte eine zähe rote Masse den zwölf Meter hohen Berg hinunterfließen. Doch niemand wusste, wie man das gefärbte Wasser dickflüssig bekommen sollte. Dann gab der Mitarbeiter eines Wasserwerks einen Tipp. Er empfahl ein besonderes Wasserverdickungsmittel.
Die Lava fließt nun, doch nach jeder Vorstellung muss der Berg abgespritzt werden, weil er von oben bis unten mit Farbe beschmiert ist. Das kostet Zeit und Geld. Auch der Bühnenvulkan, der mit Elektronik vollgestopft ist, ist nicht ganz billig.
Auf der großen Freilichtbühne in Elspe findet seit über 50 Jahren Wildwest-Theater statt. Auch dieses Jahr ist es so, dass die Guten gewinnen und die Bösen verlieren.
Bei der Premiere gab es einen Zwischenfall, der glimpflich endete. Ein Indianer der Marikopas fiel in vollem Galopp vom Pferd, er kam mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus.
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