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Von Frieden und Fortschritt

09.02.2009 | 18:43 Uhr
Von Frieden und Fortschritt

Mit einer neuen Datenbank, einem Gläschen Sekt und viel Harmonie stimmt sich die Nationalelf auf ein Testspiel ein.

DÜSSELDORF. Am Ende gab's Sekt. Oliver Bierhoff wollte auf „ein gutes Jahr mit vielen Projekten” anstoßen. „Dann schreibt ihr vielleicht auch ein bisschen vergnügter”, rief der Sportmanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den Journalisten zu. Und obwohl Michael Ballack nur wenig Lust hatte, in die Runde zu prosten, hob er das Glas und guckte tapfer in die vielen Kameraobjektive, die sich gestern in Düsseldorf vor den DFB-Vertretern aufgebaut hatten. Ein Prosit der Gemütlichkeit?

Es geht tatsächlich ein bisschen friedlicher zu im deutschen Nationalteam. Man hat sich lange nicht gesehen, und jetzt, unmittelbar vor dem Testspiel am Mittwoch gegen Norwegen (20.30Uhr/ARD), bemühte sich der Kapitän der Nationalelf, kritische Fragen elegant zu umdribbeln. Ob er genaue Vorstellungen habe, wie das defensive Mittelfeld besetzt werden soll, wurde Michael Ballack gefragt. Und natürlich hätte er sich jetzt stark machen können für Torsten Frings, seinen alten Kumpel.

Aber das hätte nur neuen Wirbel verursacht, und so betonte der Chelsea-Profi, dass er „keine Wünsche” habe. „Der Trainer wird eine gute Mannschaft aufstellen”, versicherte Ballack, der davon ausgehen muss, erstmals mit Andreas Beck und Mesut Özil in einem Team zu spielen. Ein Einsatz der beiden Neulinge sei „angedacht”, erklärte Co-Trainer Hansi Flick. „Wir wollen sehen, wie sie sich präsentieren.”

Das Ende des Tauziehens

Das stimmt sicherlich, doch im Fall Özil dürften die Trainer vor allem ein Thema beenden wollen, was mittlerweile seit Jahren immer mal wieder die Schlagzeilen beherrscht. Denn sobald der türkischstämmige Deutsche ein paar Minuten im deutschen A-Team gekickt hat, kann Fatih Terim, der türkische Nationaltrainer, seine Versuche einstellen, das junge Talent zu locken.

Das Ende dieses Tauziehens würde ins Bild eines Bundestrainers passen, der sich auffällig darum bemüht, unliebsame Nebengeräusche abzustellen. Selbst Bierhoff und Ballack, deren gegenseitige Antipathie nach der EM überdeutlich geworden war, wollen keine Probleme mehr miteinander haben. „Unser Verhältnis ist völlig entspannt. Wir haben uns beim Treffpunkt sogar herzlich begrüßt”, erzählte Bierhoff, dem gestern in Düsseldorf die Aufgabe zukam, über einen weiteren Fortschritt zu referieren.

Künftig wollen die Verantwortlichen von einer Datenbank profitieren, die von einer Firma betrieben wird, bei der Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp Hauptinvestor ist. Daten zu Spielbeobachtungen sollen festgehalten, Ergebnisse der Leistungsdiagnostik und Spielerstammdaten sollen gesammelt werden.

Mitten in der Winterpause

„Eine Datenbank, in der das sportliche Profil aller Spieler mit den notwendigen Informationen zur optimalen Leistungsentwicklung gebündelt wird, ist eine hervorragende Unterstützung für die Trainer und unser gesamtes Team”, glaubt Bierhoff, ehe er dann doch glaubt, anmerken zu müssen: „Eine Datenbank ist ein riesiges Hilfsmittel, aber kein Garant für den Erfolg.”

Michael Ballack erkennt obendrein sehr eigennützige Vorteile in der neuen Technik. Seit es solche Daten gibt, sagt er, „komme ich positiver weg.” Plötzlich erkenne der ein oder andere Kritiker, „dass sich der Ballack doch bewegt”, witzelt der Mittelfeldmann, der am Mittwoch womöglich auch ohne technische Hilfe nicht aufgeschmissen wäre. Wie ein Blick in den digitalen Terminkalender verrät, befinden sich die Norweger mitten in der fußballfreien Winterpause. (NRZ)

Artur vom Stein

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Kommentare
10.02.2009
09:36
Von Frieden und Fortschritt
von derschwarzekanal | #2

Herr Hopp ist Investor dieser Firma. Herr Hopp war bei der gestrigen Vorstellung in Düsseldorf anwesend.
In Sinsheim finden im Rahmen der Frauen-WM Spiele statt. Gesellschafter dieser Arena ist der Herr Hopp. Zwanziger-Junior ist Mädchen- und Frauenkoordinator bei der TSG 1899 Hoffenheim. Herr Hopp ist bekanntermaßen Eigner dieses Vereins. Herr Zwanziger nimmt Herrn Hopp gegen Anfeindungen von Fußballfans in Schutz.
Ziemlich viel Hopp derzeit beim DFB. Oder ist dies alles nicht der Rede wert. Man stelle sich dies mit Protagonisten des FC Bayern vor. Herr Schüssler stünde Gewehr bei Fuß und würde seine Entrüstung in messerscharfen Kommentaren zum Ausdruck bringen.
Aber in diesem Falle wird dies sicherlich nicht geschehen. Er ist ja derzeit mit wesentlich wichtigeren Dingen beschäftigt.

09.02.2009
19:41
Von Frieden und Fortschritt
von Rentner4 | #1

Was soll die Nationalmannschaft mit ein Balllack der in England nur Ersatzspieler ist wie lange wollen sie sich an diese Krücke festhalten

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