Vom Spaß am Vorlesen
08.10.2010 | 16:49 Uhr 2010-10-08T16:49:00+0200
Sabine Ludwig hat sich eine Geschichte ausgedacht, in der eine verhasste Mathelehrerin auf eine Größe von 15,3 Zentimeter schrumpft. Und eine Geschichte, in der der Weihnachtsmann Paulines Mutter küsst.
Die Kinderbuchautorin schreibt schon seit vielen Jahren Bücher, und genauso lange reist sie auch durch Deutschland, um Kindern daraus vorzulesen. Weil die 56-Jährige das besonders gut kann, ist sie auf der „Frankfurter Buchmesse“ als „Lesekünstlerin des Jahres 2010“ ausgezeichnet worden.
Das neueste Buch der Berlinerin heißt „Aufruhr im Schlaraffenland“. Es handelt von dem Jungen Philipp und seinem Vater, die in einem seltsamen Ferienclub Urlaub machen. Zum ersten Mal hat Sabine Ludwig ihr eigenes Buch auch als Hörbuch eingelesen. „Das war sehr schwierig für mich“, erzählt sie von ihrer dreitägigen Arbeit im Tonstudio. „Ich hatte das Buch bis dahin noch nicht vor Publikum gelesen.“
So wusste sie zum Beispiel nicht, an welchen Stellen die Kinder beim Zuhören lachen würden. „Die drei Tage im Studio waren sehr einsam. Man trinkt die ganze Zeit Wasser, um keinen Kloß im Hals zu bekommen.“
Auf Vorlesereise geht Sabine Ludwig gerne, denn sie findet es sehr wichtig, dass Kindern vorgelesen wird. Bei ihren Lesungen dürfen Kinder sie auch alle möglichen Dinge fragen. „’Was ist dein dickstes Buch?’ und ‚Wie viele Bücher hast du schon geschrieben?’ ist immer dabei“, erzählt sie.
Wenn Eltern ihren Kindern vorlesen, sei das ein besonders schönes Erlebnis. „Das Allerwichtigste ist allerdings, dass man Bücher vorliest, die man selber mag“, sagt sie. „Sonst haben die Kinder das Gefühl, die Eltern machen das nur so, ohne Lust. Dabei geht es doch vor allem um den Spaß mit seinem Kind.“
Die Autorin hat selbst eine Tochter. Emma ist allerdings schon 17 Jahre alt und damit aus dem Vorlesealter längst heraus. Dennoch kann es sein, dass es sich Mutter und Tochter zu Hause auf dem Sofa zum Vorlesen gemütlich machen. Dann liest Sabine Ludwig aus Büchern für Erwachsene, die sie besonders gerne mag. Und Emma hört zu. Das macht mit 17 auch noch Spaß.
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