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Viele Fragen in Sachen Liebe

16.01.2009 | 18:56 Uhr
Viele Fragen in Sachen Liebe

Nach dem Aus für die Bochumer Loveparade: DJ-Szene skeptisch. Kernproblem war der Bahnhof.

IM RUHRGEBIET. Bochum kann die Loveparade nicht stemmen. Die Absage sorgt für Gesprächsstoff. Hier sind Antworten auf wichtige Fragen:

Wann gab es Gerüchte über eine Bochumer Absage?

„Die kamen schon in Dortmund auf”, sagt Marcus Lerche, Chef des Eventportals virtualnights.com. Das Unternehmen stellte eines von 37 Dortmunder Floats. „Nach dem Bahnchaos 2008 war Bochum damit schon als schwierig zu bewerten, und wir erwarteten, dass Gelsenkirchen vorgezogen wird oder die Loveparade in Essen stattfindet.” Auch Andreas Kleimann, in der DJ-Szene bekannt als Discordia, hörte schon vor Monaten von den Gerüchten. „Meiner Meinung nach gibt Bochum keine wirklich geeignete Route her”, sagte der Mitarbeiter des Szenemagazins Raveline.

Kann die Parade das eine Jahr Pause verkraften?

„Die Absage ist für die Szene schlecht”, sagt Andreas Kleimann, der den Umzug der Loveparade von Berlin ins Ruhrgebiet positiv aufgenommen hat. „Doch ich habe jetzt ernsthafte Zweifel, dass das Konzept weitergeführt werden kann.” Behörden und die unterschiedlichen Infrastrukturen in den Städten stellten erhebliche Unsicherheitsfaktoren für die Zukunft des Events dar. Marcus Lerche gibt sich hingegen nicht allzu pessimistisch: „Generell glaube ich, dass das Interesse dadurch nicht gestoppt, sondern lediglich um ein Jahr nach hinten verschoben wird.”

Worin bestand in Bochum das Sicherheitsproblem?

In der Masse der Menschen und der Sorge um deren Leib und Leben. Über den Bochumer Hauptbahnhof lassen sich pro Stunde nur bis zu 20 000 Reisende ankarren. Diese Maximalzahl entpuppte sich schon bei der Grobplanung des Verkehrskonzeptes durch den VRR als viel zu wenig. Ein Vergleich: Bei der Parade 2008 ist allein durch den Dortmunder Hauptbahnhof die dreifache Menge geströmt. Dazu kamen drei weitere Haltepunkte in der Nähe der Paradestrecke, über die ebenfalls stündlich mehrere Tausend Technofans anreisen konnten. Für Bochum wurde angedacht, auch die Bahnhöfe Herne und Wanne-Eickel einzubeziehen, doch dann tat sich ein neues Problem auf: Stehen den Verkehrsunternehmen eigentlich genug Busse zur Verfügung, um die Raver von dort zur Strecke zu bringen? „Bei diesem Verkehrskonzept”, betont Günter Ahr, Sprecher der Bundespolizei, „war die Sicherheit nicht gewährleistet.”

Eigentlich könnte doch jetzt Düsseldorf einspringen. . .

„Nö” – die Antwort aus dem Rathaus ist kurz und knackig. „Eine Veranstaltung, die überwiegend Dreck und Schmutz hinterlässt, brauchen wir nicht”, sagte ein Stadtsprecher. Düsseldorfs Veranstaltungskalender sei schon jetzt „übervoll”; und die Parade nütze der Landeshauptstadt nicht. Ohnehin haben die Veranstalter einen neuen Austragungsort für 2009 ausgeschlossen und wollen dem Ruhrgebiet treu bleiben, an das sie bis 2011 auch konzeptionell gebunden sind. (NRZ)

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Holger Dumke, Michael Minholz u. John Puthenpurackal

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