Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Einzelhandel

Tengelmann und das "11. Gebot"

13.08.2009 | 18:55 Uhr
Tengelmann und das "11. Gebot"

Mülheim. Anders als andere Handelsunternehmen sieht sich die Mülheimer Tengelmann-Gruppe, zu der die Ketten Obi, Kik und Kaiser's Tengelmann gehören, in einer „komfortablen Situation. Uns wird die Krise nicht umhauen”, so Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub. Die Barmittel überstiegen die Bankschulden.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub schlug am Donnerstag ein „11. Gebot” vor: „Du sollst nicht über deine Verhältnisse leben.” Sein Unternehmen wirtschafte solide und konservativ, verfüge über eine Eigenmittelquote von über 30 Prozent und könne deshalb aus eigener Kraft das Wachstum fortsetzen. „Aber wer nicht Maß gehalten hat, muss sich Sorgen machen”, sagte er.

Umsatz gesteigert

Die weitgehende Trennung von der Kette Plus, die Edeka mit Netto zur 3. Kraft im Lebensmittel-Discount nach Aldi und Lidl bündelt, sei der richtige Schritt zur rechten Zeit gewesen. Bereinigt um Plus habe die Tengelmann-Gruppe mit knapp 84 000 Mitarbeitern und rund 4400 Filialen in Europa den Umsatz im Rumpfgeschäftsjahr 2008 (Mai bis Dezember) um 6,1 Prozent auf knapp 12,4 Milliarden Euro gesteigert. Auch für das Gesamtjahr 2009 geht Haub von einem - wenn auch kleineren Wachstum - aus.

Supermärkte in roten Zahlen

Auch ohne den Erlös aus dem Plus-Verkauf hätten die Töchter Obi (Heimwerkermärkte), Kik (Textil-Discount) und Kaiser's Tengelmann (Supermärkte) zusammen einen Ertrag erwirtschaftet. Kaiser's Tengelmann nehme wegen der Umstellung des Filialkonzeptes aber rote Zahlen in Kauf. Genaue Ergebniszahlen nennt Familienunternehmer Haub grundsätzlich nicht.

Ihn treibt aber die Sorge um, dass die Arbeitslosigkeit stark steigt und damit der Konsum sinkt. Um sich darauf einzustellen, würden etwa notleidende Supermärkte genauer unter die Lupe genommen. Der von der Rezession hart getroffene US-Zweig, die Lebensmittelkette A&P, hatte von den Mülheimern laut Haub eine Geldspritze von 60 Millionen Dollar erhalten. NRZ

Christian Icking

Facebook
 
Kommentare
16.12.2009
16:46
Tengelmann und das 11. Gebot
von H.v. Hulsen | #4

An Globi
unverschämter Kommentar
anderes Personalkonzept= moderne Sklaverei
siehe Schlecker

23.08.2009
09:25
Tengelmann und das 11. Gebot
von Globi | #3

Kleinere Filialen = Kaisers raus - Schlecker rein.

Durch ein anderes Personalkonzept kann Schlecker auch mit kleineren Filialen noch rentabel sein, wenn die Mieten nicht zu hoch sind.
Einen gewissen Lebensmittelanteil haben die ja schon, könnten dies weiter Richtung Nachbarschaftsladen ausbauen, dann stimmt wenigstens die Grundversorgung.

21.08.2009
10:43
Tengelmann und das 11. Gebot
von Joda | #2

Warum soll ein Unternehmen unrentable Märkte pflegen ? Da die Anwohner den ortsnahen Markt offensichtlich nicht schäten und der Grossteil dieser Personen wohl doch lieber anderweitig einkaufen ist das die logische Konsequenz.

16.08.2009
21:27
Tengelmann und das 11. Gebot
von Erwin Lottermann | #1

Umstellung des Filialkonzeptes...jajaj...
Die kleinen ortsnahen Kaiser´s-Filialen (z.B. Gemarkenstraße in Essen) werden plattgemacht, dafür sollen dann die alten Leute mal so eben 2 km zum nöchsten Großen Erlebnis-markt fahren.
Es haben nicht alle ein Auto, und in 15 jahren darf die kaufkräftige Gruppe nicht mehr Autofahren.
Hauptsache der Profit stimmt jetzt!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/33093/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Wohngemeinschaft
Bildgalerie
Tag der Begegnung
Deutsche Meisterschaften imTrapolinturnen
Bildgalerie
Fotostrecke
Oktoberfest in Emmerich
Bildgalerie
Fotostrecke
Stadtfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Präses Schneider: Gott will keinen Krieg
Video
Afghanistan-Debatte
Der Präses der Evangelischen Kirche im Video
Diether Posser - ein Anwalt der Humanität ist tot
Nachruf
Essen. 24 Jahre war er Landtagsabgeordneter, drei NRW-Landesregierungen gehörte er als Minister an. Ende der siebziger Jahre wäre er beinahe Ministerpräsident geworden. Am Samstag ist der Essener SPD-Politiker Diether Posser mit 87 Jahren in einem Pflegeheim gestorben.