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"Sie sind nicht krank, nur anders"

30.05.2008 | 18:46 Uhr

An einer Schule für Körperbehinderte in Wuppertal lernen die Kinder Deutsch, Mathe und mit ihrer Beeinträchtigung umzugehen.

Eigentlich sieht es hier aus wie in jeder Schule: lange Flure, viele Türen, bunte Bilder an den Wänden. Und doch ist etwas anders: Die Flure sind breiter als gewöhnlich. Viele Rollstühle stehen vor den Klassenzimmern. Und es gibt keine Treppen. Denn in dieser Schule in Wuppertal werden Kinder mit Körperbehinderungen unterrichtet. Sie hat den langen Namen „Rheinische Förderschule, Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung”.

Doch was heißt das? Es ist gar nicht so einfach zu erklären. Man kann sagen, dass ein körperbehindertes Kind körperlich, aber manchmal auch noch geistig oder seelisch beeinträchtigt ist. Britta Schülke, Lehrerin in der Wuppertaler Förderschule, sagt aber: „Die Kinder hier sind nicht krank, sie sind nur anders!”

In der Klasse 1 b geht's heute lustig zu. Das Thema „Indianer” steht auf dem Stundenplan. Deshalb wird im Musikunterricht getrommelt, was das Zeug hält. Neun Sieben- und Achtjährige lernen hier – aber nicht streng geordnet an Tischen. Das geht gar nicht. Drei von ihnen können sich zum Beispiel so schlecht bewegen, dass sie im Rollstuhl sitzen. Andere springen oft auf, weil sie sich schlecht konzentrieren können.

Nicht alle Schüler sind immer da. Denn neben den Fächern Deutsch, Rechnen oder eben Musik haben die Kinder wegen ihrer Behinderungen noch spezielle Stunden bei extra dafür ausgebildeten Leuten. Sprechübungen zum Beispiel. Oder Bewegungstraining. Auch sind die Klassen kleiner. „Wir lernen in kleineren Schritten”, sagt Britta Schülke, die mit ihrer Kollegin Ulla Werner die 1 b gemeinsam unterrichtet. Die Kinder brauchen eben mehr Hilfe beim Lernen als an einer gewöhnlichen Grundschule.

Jeder der 200 Schüler – von der ersten bis zur zehnten Klasse – wird außerdem morgens mit einem kleinen Schulbus zur Schule gefahren und nachmittags wieder nach Hause gebracht. „Das gehört hier zu einem Schulbesuch dazu”, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Christiane Strufe.

TAG DER BEGEGNUNG

Heute feiert der Landschaftsverband Rheinland gemeinsam mit der NRZ ein großes Fest. Es heißt „Tag der Begegnung” und findet in Xanten statt. Das liegt am Niederrhein. Bei dem Fest geht es darum, Menschen mit und ohne eine Behinderung zusammenzubringen. Für den „Tag der Begegnung” haben sich die Verantwortlichen” ganz viele Programmteile ausgedacht. Es gibt Leute, die Musik machen, ein Theaterzelt und viele bunte Stände. Einer davon gehört der NRZ. Dort ist auch die Redaktion von „Knuts Klartext für Kinder” dabei.

Katrin Martens und Peter Toussaint freuen sich schon auf euren Besuch.

Am NRZ-Stand könnt ihr euch ein Bild vom Schnellzeichner Stefan Wirkus (Foto) malen lassen oder mit dem Künstler Luja Skulpturen aus alten Holz- und Plastikstücken basteln.

Dieser Ausflug lohnt sich also. Das Fest findet zwischen 11.30 Uhr und 18 Uhr im Archäologischen Park in Xanten statt. Dort könnt ihr euch also auch noch auf die Spuren der alten Römer begeben. Der Eintritt ist frei.


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