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Skandal

Sexpartys an der Kabuler US-Botschaft

04.09.2009 | 20:21 Uhr
Sexpartys an der Kabuler US-Botschaft

Washington. Geschmacklos, derb - und peinlich für die USA: Private Sicherheitskräfte haben ausufernde Schmuddelpartys gefeiert, die jetzt ein Nachspiel haben.

Die geschmacklosen Bilder lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Fettleibige Nackte knabbern an Brustwarzen, fassen sich an den Hoden und schlürfen Wodka aus der Poritze von Kameraden. In mindestens einem Fall tauchen bei den Schmuddelpartys der rund 450 privaten Sicherheitskräfte der „ArmorGroup” auch Prostituierte auf, eingeführt von den Vorgesetzten der Söldner, die für die Bewachung der nahegelegenen US-Botschaft in Kabul zuständig sind. Bei anderer Gelegenheit werden Afghanen unter grober Missachtung ihrer Kultur genötigt, Alkohol zu trinken.

US-Außenministerin Hillary Clinton reagierte mit Abscheu auf die Fotos, die das „Projekt für Regierungsaufsicht” (Pogo) an die Öffentlichkeit lancierte. „Da gab es Dinge, die in Kabul vor sich gingen, von denen wir nichts wussten, aber ehrlich gesagt hätten wissen sollen”, räumt ein Sprecher des Ministeriums ein. Schließlich erhält die „ArmorGroup” für ihre Dienste an der US-Botschaft 189 Millionen US-Dollar aus dem Etat des Ministeriums.

"Zusammenbruch der Befehlskette"

Clinton ordnete eine umfassende Untersuchung der Vorgänge an, die zu einer vorzeitigen Aufkündigung des Vertrags mit dem Sicherheitsdienst führen könnte. Der US-Botschafter Karl Eikenberry stellte offizielles Personal ab, über das Treiben in „Camp Sullivan” zu wachen. Gleichzeitig bannte die US-Mission jeden Konsum von Alkohol.

Eine Sprecherin des Wackenhut-Konzerns in Florida, dem die britische „ArmorGroup” gehört, teilte mit, ihr Unternehmen kooperiere „in vollem Umfang” mit den Ermittlungen der US-Regierung. „Nichts ist wichtiger als die Sicherheit des gesamten Botschaftspersonals.”

Genau daran zweifelt Pogo in ihrem unabhängigen Bericht, der sich auf die Aussagen von zwölf Mitarbeitern der „ArmorGroup” stützt. Demnach seien Söldner lächerlich gemacht, degradiert oder gefeuert worden, wenn sie sich nicht an dem Treiben beteiligen wollten. Dies habe „zu einem völligen Misstrauen gegenüber der Führung und zu einem Zusammenbruch der Befehlskette geführt”.

Mehr Söldner als Soldaten im Land

Die Eskapaden in Camp Sullivan sind nach Einschätzung von Experten nur die Spitze des Eisbergs. Die US-Regierung habe sich mit der Privatisierung des Kriegs so sehr von privaten Sicherheitsfirmen abhängig gemacht, dass sie kaum mehr die Kontrolle behalten könne. Laut aktuellen Angaben des Rechnungshofs des US-Kongresses gibt es in Afghanistan inzwischen mehr Söldner (68 000) als US-Soldaten (62 000).

Thomas Spang

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Kommentare
07.09.2009
01:48
Sexpartys an der Kabuler US-Botschaft
von Kalle 12 | #2

Ueberall das selbe Sieger Verhalten! Vietnam, Irak und sonstwo auf der Welt. Das WEISSE HAUS nennt sowas WORLD LEADERSHIP.

05.09.2009
16:45
Sexpartys an der Kabuler US-Botschaft
von imaz | #1

Jetzt ist für jeden sichtbar:
Die Befreiung Afghanistans macht gewaltige Fort-
schritte. Nach dem Rauschgift Eldorado folgt jetzt
das Sex Paradies.
Das ist genau das, was vor allem die streng mos-
lemische Bevölkerung herbei gesehnt hat.
Ein Kommentator, r.kant, wollte gestern von mir
wissen, wo es Söldner gibt. Ich habe es ihm ge-
schrieben. Man kann es aber auch oben lesen.
Mal sehen, ob er den Mut hat einen Kommentar
dazu zu schreiben.

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